US-Industrieproduktehersteller Crane erhöht Übernahmeangebot für Konkurrenten Circor

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Crane lässt bei Circor nicht locker. Der um7% höhere Angebotspreis wird das Circor-Management nicht umstimmen, aber eine Einigung scheint möglich. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Der US Hersteller von Industrieprodukten Crane legt im Übernahmepoker um den kleineren Konkurrenten Circor International noch eine Schüppe drauf: Er erhöhte gestern sein feindliches Cash-Übernahmeangebot an die Aktionäre von Circor um 3 Dollar auf 48 US-Dollar je Aktie.

Das neue Angebot liegt damit um +4,2% über dem freitäglichen Schlusskurs von 46,07 USD. Parallel zur Angebotserhöhung hat Crane auch die Angebots- und Rücktrittsfrist auf den 19. Juli verlängert.

Was bisher geschah

Bereits am 30. April hatte Crane einen Brief an den Vorstand von Circor geschickt, in dem Crane anbot, das Unternehmen im Rahmen eines All-Cash-Deals kaufen zu wollen. Dieses Angebot wurde vom Circor-Vorstand am 13. Mai jedoch als unzureichend zurückgewiesen.

Feindliches Übernahmeangebot mit stolzer Prämie

Nachdem der Circor-Vorstand jedwede Übernahmeverhandlungen verweigerte, ging Crane am 21. Mai in die Offensive und kündigte ein feindliches Übernahmeangebot an. In Rahmen dieser Offerte wurde den Circor-Aktionären ein Barangebot in Höhe von 45 USD je Aktie unterbreitet, was gemessen am Schlusskurs vor Bekanntwerden des Übernahmeangebots eine Prämie von +47% beinhaltete.

Max Mitchell, Präsident und CEO von Crane, begründete sein feindliches Angebot wie folgt: „Die Aktionäre von Circor haben fünf Jahre lang eine unterdurchschnittliche Performance und eine Reihe von wertvernichtenden Kapitalallokationsentscheidungen des derzeitigen Managements erlebt. Die Aktionäre sollten verlangen, dass der Circor-Vorstand den Vorschlag von Crane, der mit einer erheblichen Prämie verbunden ist, angemessen berücksichtigt.”

Nur wenige Aktionäre gehen auf Angebot ein

Nach Bekanntwerden des Übernahmeangebots schoss der Kurs der Circor-Aktie um mehr als +40% in die Höhe und lag schon nach wenigen Tagen über dem Angebotspreis von 45 USD. So war es nicht verwunderlich, dass nur wenige Circor-Aktionäre das Crane-Angebot annahmen. Bis zum 5. Juli 2019 wurden nur rund 2.050 Circor-Aktien gemäß dem Angebot gültig angedient.

Ob das neue Angebot i.H.v. 48 USD die Circor-Aktionäre motivieren wird, ihre Papiere anzudienen, ist fraglich. Schließlich notierten die Circor-Papiere zum gestrigen Börsenschluss bei 47,22 USD und lagen damit nur knapp unter dem nachgebesserten Angebotspreis.

Vermutlich sind weiterhin Investoren an Bord, die auf eine erneute Angebotsaufstockung spekulieren. Dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist, dafür spricht, dass im Angebot die Formulierung „best and final“ fehlt – Crane also zumindest nicht ausschließt, noch einmal aufzustocken.

Der „klassische Weg“ wäre eine erneute Angebots-Ablehnung durch das Circor-Management und dann ein einvernehmlicher Deal etwas oberhalb des aktuellen Angebotspreises.

Crane und Circor im Portrait

Crane ist ein diversifizierter Hersteller von hochtechnologischen Industrieprodukten. Das Unternehmen hat vier Geschäftssegmente: Fördertechnik, Zahlungs- und Vertriebstechnologien, Luft- und Raumfahrt, Elektronik und technische Materialien. Crane beschäftigt rund 12.000 Mitarbeiter in Amerika, Europa, dem Mittleren Osten, Asien und Australien. Das Unternehmen erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 3,34 Mrd. USD, ein Plus von 20% im Vergleich zum Vorjahresergebnis. Die Marktkapitalisierung lag bei etwas über 5 Mrd. USD.

Circor International, Inc. ist ein weltweit führendes Unternehmen der Ventil- und Strömungstechnik. Es entwickelt, produziert und vermarktet Systeme für Märkte wie die Öl- und Gasindustrie, Luft- und Raumfahrt, Verteidigung sowie die Handelsmarine. Circor beschäftigt 4.400 Mitarbeiter und hat Niederlassungen in Amerika, Europa und Asien. Das Unternehmen erzielte 2018 einen Umsatz von 1,17 Mrd. USD, ein Plus von 77% im Vergleich zum Vorjahresergebnis. Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei 930 Mio. USD.


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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.