US-Wahl: Wer ist besser für die Weltwirtschaft?

In der Nacht vom 08. auf den 09.11. wird die US-Präsidentschaftswahl entschieden.

Wer wird letztlich vorne liegen: die demokratische Kandidatin Hillary Clinton oder ihr republikanischer Widersacher Donald Trump?

Die Prognosen gehen von einem knappen Ergebnis aus.

Wir haben Ihnen bereits gezeigt, dass der Ausgang der Wahl große Auswirkungen auf die globale – und damit auch auf die europäische Wirtschaft – haben wird.

Denn beide Kandidaten haben verschiedene Vorstellungen.

Hillary Clinton steht nach Ansicht vieler Experten für eine verlässlichere, stabilere und sicherere Politik als Donald Trump; aber nicht nur das…

Hillary Clinton & die Wallstreet

Erst kürzlich veröffentlichte die Enthüllungs-Plattform WikiLeaks Emails, die belegen, wie freundschaftlich Clintons Verhältnis zu den Größen der Wall Street tatsächlich ist.

Selbst ihr liberaler Partei-Konkurrent Bernie Sanders warf ihr im Vorwahlkampf eine zu große Nähe zur Wallstreet vor.

Kein Wunder also, wenn sie selbst von der Notwendigkeit großer Wallstreet-Spenden für ihren Wahlkampf sprach.

Sanders hatte Recht – und zwar aus folgendem Grund:

2014 gab Hillary Clinton in einer Rede vor der Deutschen Bank zu verstehen, dass die Wall-Street-Insider selber wohl am meisten Ahnung davon hätten, was an Regulierung nötig sei.

Konkret: In Bezug auf die Lehren, die aus der Finanzkrise seit 2008 zu ziehen sind, schlug sie vor, dass sich die Finanz-Industrie am besten selbst überwachen sollte.

Denn niemand würde das Geschäft besser kennen, als die Leute, die in dieser Industrie arbeiten. Wissen Sie, was das heißt? Dass sich das Finanz-Kapital selbst regulieren und überwachen soll.

Damit könnte die Finanz-Elite tun und lassen, was sie will – und das auch noch ohne jegliche staatliche Kontrolle.

Trump steht für Unberechenbarkeit

Der Republikaner Donald Trump steht für Unberechenbarkeit.

So sind viele Experten davon überzeugt, dass aufgrund seiner Einwanderungs- und v. a. Handels-Politik die US-Wachstums-Perspektiven belastet werden.

Konkret: Die Risiko-Bereitschaft vieler Investoren könnte deutlich sinken, was wiederum zu einem Kursrückgang an den Aktien führen würde.

Doch es gibt noch ein anderes Szenario: Durch die Flucht in vermeintlich sichere US-Staatsanleihen könnten die Kurse steigen…

Allerdings will Trump auch die Steuern senken. Dadurch könnte die US-Wirtschaft zusätzlich an Fahrt gewinnen; ebenso durch seine Pläne, das Militär-Etat aufzustocken, weil davon die Rüstungs-Industrie profitieren würde.

Ferner will er auch die Energie-Branche auf einen neuen Kurs führen, sprich: dahingehende Regulierungen zurücknehmen und sie so wieder auf fossile Energieträger wie Erdöl, Erdgas und Kohle rückbesinnen.

Zusammengefasst will der Selfmade-Milliardär ausgelagerte Jobs wieder in die USA holen – und zwar mit deutlich niedrigeren Steuersätzen für Firmen.

Jenen Unternehmen hingegen, die abwandern wollen, droht er mit Sanktionen. Außerdem sollen – neben den Außengrenzen – auch die Zölle besser geschützt werden.

Letztlich wollen beide, Trump und Clinton, die marode Infrastruktur sanieren. Das würde zumindest der Bauindustrie saftige Gewinne bescheren.

Übrigens: Der Immobilien-Milliardär will nicht auf Konfrontationskurs mit Wladimir Putin gehen, sondern mit Russland gemeinsam gegen die Terrormiliz Islamischer Staat ankämpfen.

Was die US-Präsidentschaftswahl für Europa bedeutet

Sobald es wegen dem Wahl-Ergebnis auf dem US-Aktienmarkt starke Korrekturen nach unten gäbe, wären natürlich auch die europäischen Märkte davon betroffen.

Sprich: Rutscht die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession, könnte dieses Worst-Case-Szenario nicht nur die hiesigen Aktienmärkte, sondern auch die Wirtschaft im Euroraum negativ beeinflussen.

Umgekehrt gilt dies natürlich auch.

8. November 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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