US-Präsidentschafts-Krimi: Trump versus Clinton

Schon bald wird die US-Präsidentschaftswahl entschieden sein.

Wer wird letztlich vorne liegen: der republikanische Kandidat Donald Trump oder seine demokratische Gegnerin Hillary Clinton?

Es geht um das mächtigste Amt der Welt – und damit auch um den politischen, wirtschaftlichen und militärischen Kurs der USA.

Sie werden es sehen.

Doch letztlich stellt sich, unabhängig vom Wahlausgang, die Frage, wer besser für die amerikanische und europäische – und damit auch deutsche – Wirtschaft ist.

Die Vereinigten Staaten von Amerika dominieren fast alles

Bedenken Sie: Noch immer ist der US-Dollar die globale Leitwährung. Und der amerikanische Finanzplatz ist einer der größten weltweit.

Schon alleine aus diesen beiden Gründen besitzt die USA eine enorme Bedeutung für die Weltwirtschaft und die internationalen Finanzmärkte.

Mehr noch: Die Amerikaner geben den Takt vor. Das betrifft natürlich auch Deutschland. Hierzulande wird viel Geld aus den USA in den Kapitalmarkt investiert.

Nicht auszudenken, wenn es als Reaktion auf den Ausgang der Präsidentschaftswahl zu Währungs-Verschiebungen kommen würde. Denn diese würden unweigerlich eine große Streukraft entwickeln.

Aber nicht nur das: Erstmals seit 40 Jahren haben die USA letztes Jahr Frankreich als den wichtigsten Handels-Partner Deutschlands abgelöst.

Daran ersehen Sie, wie wichtig die US-Präsidentschaftswahl auch für Sie ist: Wichtige, wirtschaftliche Faktoren stehen auf dem Spiel, deren Auswirkungen auch ihre eigenen Finanzen betreffen können.

Die aktuellen wirtschaftlichen Verhältnisse in den USA: Pro & contra

Pro: Nach der Finanzkrise 2007/2008, die bekanntlich in den USA ihren Ursprung hatte, verzeichnet das Land das stärkste Wirtschafts-Wachstum.

Der Arbeitsmarkt stabilisiert sich, was in manchen US-Bundesstaaten eine positive Grundstimmung mitbringt.

Contra: Trotz des guten Wirtschafts-Wachstums ist es gegenüber dem vor der Krise noch unterdurchschnittlich. Die Wirtschaft selbst ist anfälliger als vorher.

Die gesellschaftliche Ungleichheit nimmt stetig zu; auch Barack Obama konnte dies nicht verhindern – gleich gar nicht beheben.

Besonders betroffen davon ist das Heartland, die Mitte der USA. Dort herrschen Deindustrialisierung und kurzfristige Jobs zu Niedrig-Löhnen vor.

Die reale Lohn-Entwicklung bildet eine große Schere zu den tatsächlichen Unternehmens-Gewinnen. Das alles führt natürlich zu großer Unzufriedenheit.

Clinton soll für Sicherheit sorgen

Viele amerikanische Kollegen sind davon überzeugt, dass die Demokratin Hillary Clinton eine berechenbarere, stabilere, verlässlichere und letztlich sicherere Politik als Donald Trump machen wird.

Und genau Sicherheit und Stabilität sind für die Finanzmärkte so wichtig. Sie fürchten nichts mehr als Unsicherheit.

Im Allgemeinen wird Clinton als offener für eine internationale Zusammenarbeit angesehen. Weiter steht sie für offene Grenzen – und damit Zuwanderung.

Allerdings auch für einen Ausbau der militärischen US-Hegemonie und damit für Konfrontationen mit Russland (in Syrien) und China, das sie mit einem Raketen-Abwehrschirm einkreisen will.

Trotz allem: Schon vor Monaten stellte die Ökonomin und Ex-Goldman Sachs-Bankerin Abby Joseph Cohen folgendes fest:

Unter Clinton könnte in den nächsten 10 Jahren ein statistischer Umsatz von 498 Mrd. US-Dollar erzielt werden. Dennoch würde die Wirtschaft unter dem Strich um 1% schrumpfen.

7. November 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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