US-Spionage-Krimi in Deutschland

Ein wichtiges Thema geht in der Nachrichtenflut unter. Vielleicht aber ist es auch genauso gewollt.

Wir sprechen von der Wirtschaftsspionage durch US-Dienste in Deutschland.

Diese bedroht nicht nur den hiesigen Unternehmens-Datenschutz, sondern die gesamte Wirtschaft, u.a. die Arbeitsplätze. Und damit auch Sie.

Wirtschaftsspionage durch die Amerikaner

Wir haben Ihnen bereits aufgezeigt, dass der ehemalige CIA-Chef James Woolsey bereits im Jahr 2000 bekannt gab, dass die USA Wirtschaftsspionage in Europa betreibe.

Dies sei deshalb gerechtfertigt, weil europäische Unternehmen eine nationale Kultur der Bestechung hätten.

So versuchten sie im internationalen Handel ihre Geschäfte abzuwickeln. Europäische Freunde und Verbündete der USA seien genauso in Aktivitäten der Wirtschaftsspionage verwickelt.

Deutschland, der europäische Rivale

Und US-Medien berichten, dass Deutschland nach der Wiedervereinigung nicht nur als potenzieller Konkurrent um die Dominanz in Europa angesehen werde.

Sondern außerdem als Rivale auf dem Weltmarkt.

Kein Wunder also, wenn die Amis hierzulande ihre Lauscher ausfahren, um es einmal salopp zu formulieren.

US-Spionage in Deutschland intensiviert sich nach dem Kalten Krieg

Die amerikanische Presse wurde jedoch noch deutlicher: Den CIA-Spionage hätte sich in Deutschland nach dem Kalten Krieg verschärft.

Vor allem hätte sie sich auf deutsche diplomatische, finanzielle und handelspolitische Beziehungen etwa zu Libyen, Syrien, Irak oder dem Iran verlagert.

Sie werden sich nun bestimmt fragen, ob der deutsche Inlandsgeheimdienst dies nicht bemerkt hat?

Bundesregierung greift durch

In der Tat hat er das: So beobachtete das Bundesamt für Verfassungsschutz die CIA-Agenten.

Erst als 1995 in Frankreich ein CIA-Spionagefall bekannt wurde, der ein Mitglied der dortigen Regierung betraf, wollte man auch hierzulande das Recht über die ausländischen Spähaktivitäten stellen. Sozusagen mit der Revolvermündung auf der Brust.

So wurde beispielsweise 1996 ein CIA-Offizier des Landes verwiesen, der versucht hatte, heimlich Informationen über hiesige Materialtransporte für die Atomindustrie im Iran zu bekommen.

1998 gab es einen weiteren Spionagefall, als zwei CIA-Agenten einen hochrangigen Beamten aus dem Wirtschaftsministerium anwerben wollten.

Das alles war noch unter Bundeskanzler Helmut Kohl.

Der jüngste Skandal mit ungeheuren Dimensionen

2017 erregt jedoch ein anderer Spionagefall hüben wie drüben des Großen Teichs die Gemüter.

Wieder einmal ist es die Enthüllungs-Plattform Wikileaks, die das Ganze ins Rollen brachte. Vor wenigen Tagen gab es bekannt, dass die CIA Ausspähaktionen von Frankfurt aus betreibe.

CIA-Spionagebasis Frankfurt

Konkret stellte Wikileaks Dokumente über die gesamten Hacker-Fähigkeiten der CIA hierzulande online. Dazu gehörten Hunderte Millionen Zeilen Programmcodes.

Die Namen der Agenten wurden jedoch nicht veröffentlicht.

Während Experten erklärten, dass die Dokumente „auf den ersten Blick“ echt seien, lehnten US-Behörden jegliche Stellungnahmen dazu ab.

Das spricht wohl für sich. Meinen Sie nicht auch?

15. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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