US-Staatsschuldenberg wird immer höher

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In den letzten Jahren herrschte ja mit Blick auf die Lage der US-Staatsschulden relative Ruhe. Dennoch besteht weiter Anlass zur Sorge. (Foto: Kamira / Shutterstock.com)

Lange Zeit schon herrscht relative, ja trügerische Ruhe in Sachen Staatsschulden, ja globaler Staatsschuldenkrise. Irgendwie kommen einem die Staatsschulden wie der berühmt-berüchtigte rosa Elefant im Raum vor, den einfach bewusst niemand sehen will. Seltsam, aber wahr. Wir sind und waren ja in der Sache immer schon sehr skeptisch und können keinerlei Entwarnung geben. Im Gegenteil.

US-Staatsverschuldung läuft aus dem Ruder

Jüngst kamen vom größten Schuldner der Welt, der US-Regierung, einmal mehr verheerend schlechte Nachrichten. Die gingen in der täglichen massenmedialen Nachrichtenüberflutung aber einmal mehr unter. Fakt ist jedenfalls, dass die US-Regierung das abgelaufene Fiskaljahr 2018/19 mit dem höchsten Haushaltsdefizit seit sieben Jahren abgeschlossen hat. Trotz steigender Steuereinnahmen legte der Fehlbetrag in den vergangenen zwölf Monaten bis Ende September 2019 auf sage und schreibe 984 Milliarden Dollar zu.

Zum Vergleich, im vorangeganten Fiskaljahr lag das Defizit bei „nur“ von 779 Milliarden Dollar. Die Defizitquote in Relation zum Bruttoinlandsprodukt stieg damit auf 4,6 von 3,8 Prozent. Das Defizit fiel um 16 Milliarden US-Dollar geringer aus als noch im Juli prognostiziert. Für das hohe Defizit werden unter anderem die Nachwirkungen der von US-Präsident Donald Trump betriebenen Steuersenkungen verantwortlich gemacht. Mit Blick auf den Anstieg bei den Ausgaben sind es vor allem drei große Kostenblöcke, die für den Anstieg des Defizits sorgten. Das Finanzministerium in Washington gab bekannt, dass allen voran die Ausgaben für Soziales, Verteidigung und Schuldendienst angestiegen seien.

Ja, liebe Leser, das US-Haushaltsdefizit belief sich auf fast eine Billion Dollar. Zum Vergleich, der Höchsstand wurde im Krisenjahr 2009 markiert. Damals wurde ja unter der Administration von Präsident Obama gerade noch der totale Kollaps des Banken- und Wirtschaftssystems verhindert. Der US-Staat ließ damals ein Defizit von sage und schreibe 1,4 Billionen Dollar auflaufen. Der US-Staatsschuldenberg ist also in den letzten Jahren weiter munter gewachsen. Knapp 23 Billionen Dollar – so hoch ist der Berg mittlerweile. Anders gesagt, um die 106 Prozent in Relation zum BIP. Noch höher und krasser fällt die US-Gesamtverschuldung aus. Hier liegen wir bei einem historisch irrsinnig hohen Wert von mehr als 74 Billionen Dollar.

Anders formuliert, die Wahrscheinlichkeit tendiert gegen Null, dass dieser epische Schuldenberg auf „normalem Wege“ abgetragen wird. Wir sollten uns daher wappnen. Und wir sollten uns auch damit leider befassen, dass uns die Schuldenrkrise global über viele Jahre hinweg erhalten bleiben wird. Folglich sollten wir unser Vermögen so krisenfest wie nur irgend möglich veranlagen.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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