US-Tech-Aktien erreichen neue Rekordstände

Die Blase am US-Aktienmarkt bläht sich immer weiter auf. Besonders die Aktien der Tech-Giganten erklimmen neue Rekorde. (Foto: pixinoo / Shutterstock.com)

Der scharfe Rücksetzer vom Februar dieses Jahrs scheint für die Investoren am US-Aktienmarkt schon wieder vergessen zu sein. Im Gegenteil, allen voran die ohnehin schon extrem teuren High-Tech-Aktien erreichen nahezu täglich neue Rekordstände. Erst vor wenigen Tagen erreichte der technologielastige Nasdaq100 mit einem Stand von rund 7.400 Punkten ein neues nominales Allzeithoch.

Wenige Aktien treiben den Markt in die Höhe

Auffällig ist in dem Kontext ganz klar, dass es einige wenige Werte sind, die den Markt regelrecht antreiben. Und das sind bzw. waren ja die Papiere der Tech-Giganten. Die Aktien von Alphabet, Facebook, Microsoft und co scheinen nur noch eine Richtung zu kennen. Den Vogel schießt aber – nach wie vor – die Amazon-Aktie ab.

Kürzlich ging die Aktie bei einem Stand von 1.813 Dollar aus dem Handel. Die Marktkapitalisierung von Amazon liegt damit schon bei rund 880 Milliarden Dollar. Gut möglich, dass im Zuge der Tech-Manie hier noch die magische Marke von einer Billion Marktkapitalisierung erreicht wird, ehe diese Monster-Blase letztendlich wie alle anderen Blasen der Geschichte platzen wird. Unabänderlich.

Shopify-Aktie: Warum Anleger diese E-Commerce-Perle kennen solltenDie Shopify-Aktie gehörte in den letzten 2 Jahren zu den großen Gewinnern an der New Yorker Börse. Was ist das Erfolgsgeheimnis? › mehr lesen

Irrsinnig hohe Bewertung

Eigentlich, ja eigentlich ist schon jetzt angesichts historisch hoher Bewertungen die Zeit zum Platzen reif, ja überreif. Selbst unter extrem optimistischen Annahmen läge das Kurs-Gewinn-Verhältnis von Amazon für das Jahr 2019 bei horrend hohen 86. Das ist schon ein Wort, zumal die Aktionäre des Internet-Versandhändlers wohl weiter auf Dividendenausschüttungen verzichten müssen.

Mit Blick auf die aktuelle Marktkapitalisierung von Amazon gehen die Investoren davon aus, dass einzig und allein der US-Riese global den Internet-Versandhandel weiter als Quasi-Monopolist dominieren wird. Am Ende des Tages wird just das aber nicht eintreten. Schon jetzt sind die Risiken allgegenwärtig; sei es der neue US-Protektionismus, der Brexit oder mögliche Maßnahmen der EU gegen die US-Internetriesen. Und da wäre ja auch noch US-Präsident Donald Trump zu nennen, der ja – vorsichtig formuliert – alles andere als ein Fan von Amazon ist. Es ist jederzeit möglich, dass Trump es nicht nur bei einer neuerlichen „Tweet-Kanonande“ gegen Amazon belässt.

Ja, liebe Leser, noch ignorieren die Investoren die gewaltigen Risiken und die absurd hohen Bewertungen am US-Aktienmarkt. Momentum getrieben schnellen die Kurse in die Höhe, was letztlich ein Tanz auf dem brodelnden Vulkan ist. Sicher ist, dass dieser Tanz nicht ewig anhalten und gutgehen wird. Es ist nur eine Frage der Zeit, ehe sich die Investoren der gewaltigen Risiken bewusstwerden.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.