US-Tech-Giganten im Billionenrausch

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Seit 2019 geht es an den US-Börsen wieder fulminant nach oben. Die Microsoft-Aktie erreichte eine Marktkapitalisierung von mehr als einer Billion Dollar. (Foto: dennizn / Shutterstock.com)

Seit dem ersten Januar dieses Jahrs geht es am US-Aktienmarkt wieder extrem steil nach oben. Nach dem Rücksetzer in der zweiten Jahreshälfte 2018 tun die Bullen so, als ob die Börsenwelt wieder heil sei. Einmal mehr sind es die extrem hochkapitalisierten Aktien der US-Technologieriesen, die die Indizes nach oben ziehen.

Kein Wunder auch, dass der Nasdaq100, also der Index mit den hochkapitalisierten Tech-Giganten, seit Jahresanfang alle anderen Indizes weit hinter sich ließ. Wir reden hier über einen Anstieg von fast 24 Prozent seit dem Beginn des Jahres 2019. Zum Vergleich, der S&P 500 schaffte nur ein Plus in Höhe von gut 17 Prozent; der altehrwürdige Dow Jones Indes kam indes nur um gut 13 Prozent voran.

Microsoft mit mehr als einer Billion Dollar Marktkapitalisierung

Euphorie kam in der vergangenen Woche beim Software-Titanen Microsoft auf. Nach Apple und Amazon ist Microsoft nun das dritte Unternehmen, das diese magische Billionen-Schwelle bei der Marktkapitalisierung überwand. Damit ist das von Bill Gates gegründete Unternehmen wieder der wertvollste börsennotierte Konzern der USA.

Allerdings ist der Vorsprung von Microsoft vor Apple und Amazon nicht wirklich groß. Die Marktkapitalisierung von Apple lag am Freitag bei 963 Milliarden Dollar; der Börsenwert von Amazon kam immerhin auf fast 960 Milliarden Dollar. Wenn wir uns hier einmal mehr die fundamentale Berwertung von Amazon anschauen, so bleibt anzumerken, dass die Aktie alles andere als günstig bewertet ist.

Die Aktionäre sind bereit hier ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von fast 62 auf Basis der für das Jahr 2019 erwarteten Gewinne zu bezahlen. Hinzu kommt, dass die Anteilseigner bei Amazon einzig auf weitere Kurssteigerungen setzen. Eine „Entschädigung“ in Form einer Bardividende schüttet der Onlinehändler ja nicht aus. Äußerst zweifelhaft ist aber, ob bei der Amazon-Aktie noch wirklich viel Luft nach oben vorhanden ist. Auch bei Amazon werden die Bäume nicht ständig nur in den Himmel wachsen.

Ja, liebe Leser, massenmedial ging in der Billionen-Euphorie unter, dass es mit der Aktie des Chip-Giganten Intel am Freitag prozentual zweistellig nach unten ging. Das Unternehmen enttäuschte mit einem schwachen Ausblick. Das schwächere Wachstum in China belaste die Aussichten.

Anders formuliert, die realwirtschaftliche Grundlage für die aktuelle Euphorie am US-Aktienmarkt ist äußerst dünn, ja brüchig. Das Beispiel Intel zeigt, dass selbst große Tech-Werte vor massiven Kursabstürzen nicht gefeit sind. Und sollte der Gesamtmarkt eines nicht allzu fernen Tags kippen, dann wird es auch bei Aktien wie Amazon und co. prozentual zweistellig nach unten gehen und zwar sehr schnell.

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Von: Günter Hannich. Über den Autor

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