US-Technologieaktien unter Druck – Kein Grund zur Panik

US-Technologieaktien mussten in den vergangenen beiden Wochen deutliche Kursverluste einstecken. Dies dürfte aber nur eine Momentaufnahme sein. (Foto: pixinoo / Shutterstock.com)

US-Technologieaktien kamen in den vergangenen beiden Wochen mächtig unter Druck und zeigten sich deutlich schwächer als der Gesamtmarkt. Nach der vorausgegangenen Kursrallye ist dies aber kein Grund zur Besorgnis.

Nasdaq war dem breiten Markt enteilt

Ein Blick auf die längerfristige Performance rückt das Bild zurecht: Mitte März wies der Nasdaq 100-Index eine 12-Monats-Performance von +30% auf, der marktbreite S&P 500-Index kam hingegen lediglich auf +17%. Die jüngste Schwäche der US-Technologietitel hat lediglich die Performance-Differenz wieder etwas verkleinert, wobei Technologieaktien ohnehin eine höhere Volatilität (Schwankungsintensität) aufweisen und daher für Korrekturen anfälliger sind.

Negative Unternehmensnachrichten sorgen für hohe Kursabschläge bei Einzelwerten

Typisch in so einem Marktumfeld fällt die Reaktion der Anleger auf negative Unternehmensnachrichten aus. Dazu 3 Beispiele:

Der Datenskandal bei Facebook in der vergangenen Woche erwies sich als eine Art Startsignal für die Korrekturbewegung. Die Facebook-Aktie verlor auch diese Woche deutlich an Boden. Aus meiner Sicht eine Überreaktion, die aber durchaus noch eine Weile weitergehen kann. Irgendwann werden hier aber die Schnäppchenjäger wieder zugreifen. Denn auf lange Sicht ist Facebook auf dem aktuellen Niveau attraktiv bewertet.

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In den vergangenen Tagen kam auch die Tesla-Aktie mächtig unter Druck. Auslöser war der Unfalltod eines Tesla-Fahrers und Ermittlungen der Behörden zur genauen Unfallursache. Außerdem hinkt Tesla weiterhin meilenweit hinter den eigenen Produktionszielen beim Modell 3 zurück. Dies haben die Anleger lange Zeit erstaunlich cool gesehen, doch jetzt scheint sich deren Geduld dem Ende entgegen zu neigen. Aufgrund der immens hohen Bewertung der Aktie bleibt das Rückschlagpotenzial groß – darauf habe ich Sie in der Vergangenheit schon einige Male aufmerksam gemacht.

Gestern geriet auch die Amazon-Aktie unter Beschuss, die sich bislang sehr gut halten konnte. Nach Medienberichten will US-Präsident Donald Trump den Online-Giganten stärker besteuern und lässt außerdem prüfen, ob sich der Konzern durch das Kartell- oder Wettbewerbsrecht verfolgen lässt. Trump macht Amazon für die Jobverluste in US-Einkaufszentren und Amazon-Chef Jeff Bezos für kritische Berichte in der ihm gehörenden Tageszeitung Washington Post verantwortlich. An der Erfolgsgeschichte von Amazon dürfte eine solche Privatfehde indes relativ wenig ändern.

Keine längerfristige Schwächephase der Technologietitel in Sicht

Die Technologieaktienfans unter Ihnen kann ich beruhigen: Die Nasdaq-Schwäche dürfte nicht allzu lange anhalten. Zahlreiche US-Technologieunternehmen weisen weit überdurchschnittliche Wachstumsraten auf, da sie sich in Zukunftsmärkten stark positioniert haben. Der Bewertungsaufschlag, den viele Nasdaq-Werte genießen, bleibt somit berechtigt und auch erhalten.

Sobald an den Märkten wieder Ruhe einkehrt, haben Technologieaktien aus meiner Sicht gute Chancen, zu den größten Gewinnern des nächsten Aufwärtstrends zu gehören. Inzwischen bieten sich Ihnen bei zahlreichen Werten günstige Einstiegschancen.


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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.