US-Unternehmen profitieren von Steuerreform

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Im vergangenen Jahr kam die US-Steuerreform erstmals richtig zum Tragen, die Steuerlast vieler Unternehmen halbierte sich. (Foto: Kamira / Shutterstock.com)

Die von Donald Trump durchgesetzten niedrigeren Steuern in den USA kamen im Geschäftsjahr 2018 erstmals richtig zum Tragen.

Viele Finanzdienstleister aus den USA konnten ihre Steuerlast beinahe halbieren. Die Folge sind Rekordergebnisse auf breiter Front. Das Geld wird vielfach sofort reinvestiert. Allerdings nicht ins laufende Geschäft, sondern vorrangig in höhere Dividenden und Aktienrückkäufe. Somit verfehlt die Steuerreform den eigentlich angedachten Zweck der höheren Investitionen. Das Geld fließt stattdessen in die Taschen der Aktionäre. Und so war bei einigen Unternehmen das 4. Quartal bereits ein Vorbote für möglicherweise bevorstehende schlechtere Zeiten.

Handelsstreit mit China belastet

Belastet durch die Unsicherheit im Handelsstreit mit China haben die Investmentbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs ein schwächeres 4. Quartal hinter sich. Auch wenn die Ergebnisse im Jahresvergleich immer noch gut ausgefallen sind wird deutlich, welchen Einfluss die weltpolitische Lage derzeit auf die Unternehmen hat. Auch BlackRock litt unter der schwachen Börsenentwicklung im 2. Halbjahr. Dennoch wächst der Gigant einfach weiter. Die Mittelzuflüsse befinden sich auf Rekordniveau.

Es gibt auch Gewinner der Börsenturbulenzen im Dezember

Immer wenn die Börsen Achterbahn fahren, freuen sich die Börsenbetreiber. Denn diese verdienen an jeder getätigten Transaktion. In Zeiten hoher Volatilität steigen die Börsenumsätze in der Regel deutlich an. Deshalb hat die Deutsche Börse im vergangenen Jahr ein überraschend starkes Umsatzwachstum erzielt. Aufgrund von Restrukturierungsmaßnahmen und hohen Sanierungskosten enttäuschte allerdings die Gewinnentwicklung. In diesem Jahr könnte der Frankfurter Börsenplatz zum Gewinner des Brexits werden, wenn die London Stock Exchange durch den Ausstieg der Briten aus der EU an Bedeutung verliert.

Die Banken verdienen wieder Geld im Kerngeschäft

Eine wichtige Erlösquelle für die amerikanischen Finanzdienstleister sind die steigenden Zinsen in den USA. Endlich verdienen die Institute auch in ihrem Kerngeschäft wieder Geld. Das Nettozinseinkommen gewinnt als Erlösquelle wieder an Bedeutung. Darauf sind die Kreditkartenanbieter VISA und MasterCard nicht angewiesen.

Das Einkaufsverhalten der Menschen entwickelt sich immer mehr zum Vorteil für die beiden Quasi-Monopolisten. Bargeld wird im Wirtschaftsleben immer weiter zurückgedrängt und durch Kreditkarten ersetzt. Zudem profitieren die Unternehmen vom Trend zum Online-Shopping. Im Internet werden traditionell viele Geschäftsvorfälle mit der Kreditkarte bezahlt.

Auch PayPal profitiert vom Einkaufsverhalten im Internet. Das Unternehmen meldet Jahr für Jahr neue Nutzerrekorde. Zudem steigt der durchschnittliche Umsatz pro aktiven Account. Unter dem Strich hat PayPal so viel Geld verdient, dass dieses in neue Geschäftsbereiche investiert werden muss. Um kleine Onlineshops noch enger an sich zu binden, vergibt PayPal Kleinkredite an die Unternehmer. Das Geld kann ohne große Formalitäten beantragt werden und gilt als Übergangsfinanzierung für kleinere Beschaffungen.

Damit tritt PayPal zunehmend in Konkurrenz zu klassischen Geschäftsbanken.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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