US vs. Russland: Kampf um die Energieversorgung

Hinter den neuen Russland-Sanktionen stecken knallharte wirtschaftliche US-Interessen. Wir verraten Ihnen, welche das sind. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Erst vor Kurzem beschloss der US-Senat mit überwältigender Mehrheit neue Sanktionen gegen Russland.

Auch wenn das Sanktionspaket noch das Repräsentantenhaus passieren und von US-Präsident Donald Trump unterzeichnet werden muss, scheint es als gesetzt.

Bestrafung Russlands

Russland soll damit für die angebliche Einmischung in die US-Präsidentschaftswahl bestraft werden. Ebenso für die Annexion der Krim und die Unterstützung für die Assad-Regierung in Syrien.

Wir haben Ihnen bereits erläutert, warum diese angeblichen Fakten unbegründet sind – im Gegenteil sogar falsch.

Dennoch arbeitet der Westen, allen voran die USA, weiterhin mit diesen Fake News.

Schädliche Auswirkungen bisheriger Sanktionen überwunden?

Natürlich hätte eine Verlängerung der US-Sanktionen für Wladimir Putins Riesenreich schädliche Auswirkungen. Schon bei der Ankündigung brach an der russischen Börse der Standardwerte-Index um fast vier Prozent ein.

Für (ausländische) Investments ein Supergau.

Auch wenn das Putin wegblinzelt, der öffentlich bekundete, die ökonomische Krise sei vorbei. Sprich: Die Rezession der russischen Wirtschaft würde hinter ihnen liegen. Ganz im Gegenteil wachse diese wieder.

Vorgeschobene Sanktionsgründe

In folgendem Punkt muss man Putin rechtgeben, der weiterhin sagte: Wären die Sanktionen nicht mit der Krim etc. begründet gewesen, hätten die USA einen anderen Vorwand gefunden.

Diese sind wahrlich nur vorgeschoben.

Denn für die neuen US-Sanktionen gibt es andere Gründe, die nichts anderes als knallharte wirtschaftliche Interessen sind.

Deutschland und Österreich wehren sich gegen neue Russland-Sanktionen

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel und der österreichische Bundeskanzler Christian Kern erklärten inzwischen, dass die Russland-Sanktionen den europäischen Staaten schaden.

Vor allem wäre es bedauerlich, dass die Amerikaner sich nicht mit den Europäern abgestimmt hätten.

Denn ein geschlossenes Vorgehen sei zur Lösung des Ukraine-Konflikts nötig.

Politiker biegen sich im Profit-Wind

Man höre und staune, gehörte doch vor allem Gabriel in der Vergangenheit zu denjenigen, die einen scharfen Kurs gegen Moskau einschlugen. Genauso wie die anderen EU-Granden aus Brüssel, die nichts ausließen und auslassen, um gegen Putin zu hetzen.

Allerdings wenn es um wirtschaftliche Interessen geht, kann man seiner eigenen Meinung schon mal untreu werden.

Hinter den neuen Russland-Sanktionen stecken handfeste wirtschaftliche Interessen

Doch bedenken Sie, dass diese hehren Worte nur der Vorwand für was ganz anderes sind: Für einen verdeckten Kampf um die Energieversorgung.

Sie werden sich jetzt vielleicht verdutzt die Augen reiben, deshalb nachfolgend die Hintergründe dazu.

USA drohen der EU

Die Amerikaner drohten nämlich bei ihren neuen Sanktionen auch mit völkerrechtswidrigen extraterritorialen Sanktionen gegen europäische Unternehmen, die sich am Ausbau der europäischen Energieversorgung beteiligen.

Das, so Gabriel und Kern, sei nicht zu akzeptieren.

Klar doch, denn wer will sich bei diesem Thema schon die Butter vom Brot nehmen lassen.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.