USA/China-Handelskonflikt ist Gift für die Börse

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Die ungewisse Lage im Handelskonflikt zwischen den USA und China hat das Potenzial die Börsen noch länger zu belasten. (Foto: aphotostory / Shutterstock.com)

Die Finanzmärkte treten auf der Stelle. Beim deutschen Aktienmarkt hat sich die Marke von 12.000 Punkten in den letzten Wochen als enge Handelsspanne erwiesen. Noch schwächer sieht es in den USA aus. Dort haben die Kurse zuletzt deutlich nachgegeben – vor allem wegen der Probleme zwischen den USA und China.

So hat der maßgebliche Dow-Jones-Index in den USA nun 5 Wochen in Folge an Wert verloren. So etwas hat es nicht mehr gegeben seit dem Juni 2011. Das ist nur ein weiteres Anzeichen dafür, dass wir an einem großen Wendepunkt an den internationalen Finanzmärkten angekommen sind.

Tatsächlich ist es mittlerweile so, dass die Finanzmärkte an den Lippen von US-Präsident Donald Trump hängen. Und wenn er Zeichen der Entspannung Richtung China sendet, steigen die Aktien. Wenn er am nächsten Tag wieder neue Drohungen ausspricht, fallen die Aktienkurse. Eine solche Situation macht die weitere Prognose der Entwicklung an den Börsen fast unmöglich.

Die entscheidende Frage lautet daher aktuell: Wird es schon bald einen Handelsdeal zwischen den USA und China geben? Danach sieht es nun wirklich nicht aus, denn zuletzt haben sich beide Seiten mit ihren Sanktionen gegenseitig hochgeschaukelt.

Dazu müssen Sie eines auch beachten: Das Thema Handelskonflikt USA/China ist nur ein Aspekt, der derzeit auf die Finanzmärkte drückt. Auch weitere Wirtschaftsdaten aus den USA zeigen ganz klar eine Abschwächung der Konjunktur an.

Auch die US-Konjunktur schwächelt immer mehr

Vor wenigen Tagen kam weitere Daten aus dem verarbeitenden Gewerbe der USA. Dort ging es abwärts mit den Aktivitäten und zwar auf einem Indexwert von 50,6. Und das ist der niedrigste Wert den das verarbeitende Gewerbe in den USA seit mehr als 9 Jahren markiert hat.

Und tatsächlich sind viele wirtschaftliche Indikatoren in den USA zuletzt auf die Stände zurückgefallen, die wir zuletzt bei der großen US Rezession vor 8 bis 9 Jahren gesehen haben. Und das ist auf jeden Fall ein Alarmsignal für die gesamte Wirtschaft in den Vereinigten Staaten. Zudem sehen viele Beobachter das Schlimmste noch vor uns liegen – das gilt vor allem auch für den so wichtigen US-Einzelhandel.

Den habe ich hier in den vergangenen Wochen mehrfach unter die Lupe genommen. Und das ist auch notwendig, denn die rasante Abwärtsdynamik in diesem Sektor nimmt immer weiter an Fahrt auf. Am Freitag erklärte die britische Modekette Topshop, dass alle 11 US-Geschäfte zeitnah geschlossen werden soll. Das ist eine geringe Anzahl, doch der negative Trend der vergangenen Wochen und Monate setzt sich unvermindert fort.

Wie sich die Stimmung auch bei Experten gedreht hat, zeigt eine aktuelle Prognose für das Wirtschaftswachstum in den USA. Die Ökonomen von J.P. Morgan erwarten jetzt für das laufende Quartal nur noch einen Zuwachs von 1%. Das liegt deutlich unter der bisherigen Prognose von 2,25 % und noch deutlicher unter dem zuletzt erzielten Wert von 3,2 % aus dem 1. Quartal.

Sie sehen hier ganz deutlich: Die Probleme in den USA nehmen immer weiter zu und werden auch uns in Europa noch massiv negativ beeinflussen.

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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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