USA: Da wächst die nächste Immobilienblase

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Nicht nur in den USA steigen die Immobilienpreise. Auch in Deutschland gibt es kein Halten mehr. Aber Immobilien bieten nur vermeintlich einen Schutz – es bestehen viele Risiken. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Erinnern Sie sich noch an den Beginn der Finanzkrise? Damals sorgte der völlig übertriebene Immobilienmarkt in den USA für den Auslöser.

In wenigen Jahren waren die Preise explodiert und eine riesige Gruppe an US-Bürgern hatte sich durch den Kauf von Immobilien massiv verschuldet.

Damals kaufte eben einfach jeder ein Haus. Das gelang aber auch weil einfach jeder einen Kredit bekam – ob er nun Geld hatte oder auch nicht. Hypotheken von 110% des Kaufpreises gehörten in den USA schon eher zur Regel als zur Ausnahme.

Eigenkapital spielte eben keine Rolle. Es war ja viel billiges Geld vorhanden. Und die Käufer wurden mit der Aussicht auf stetig steigende Immobilienpreise in die Kreditfalle gelockt.

Nun lohnt sich wieder der Blick über den Großen Teich: Schon wieder explodieren in einigen Regionen die Immobilienpreise. Vor allem bei Schrittimmobilien schlagen viele kommerzielle Käufer nun wieder zu.

Das Geschäft kann sich lohnen, wenn man aus heruntergekommenen Häusern mit wenig Aufwand wieder attraktive Immobilien schaffen kann. Den Käufern geht es beim so genannten „Flipping“ eben um den schnellen Gewinn – am besten in wenigen Wochen.

Und derzeit steigen landesweit die Preise: Das zeigt der Case-Shiller Hauspreisindex. In dem Index wird die Preisentwicklung in 20 Regionen der USA gemessen: Im April und Mai stiegen die Preise landesweit um mehr als 12%.

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Der Immobilienboom in den USA erreicht wieder die nächste Stufe – dabei halten noch immer viele Banken Schrittimmobilien im Portfolio und wollen diese möglichst schnell loswerden. Und heute ergibt sich ein großer Unterschied zu 2006/07:

Auch in Deutschland hat sich schon eine Immobilienblase ausgebildet. Der Run auf das sichere Betongold ist in vollem Gange. Und das wird viele Investoren in Deutschland ins Verderben führen – da bin ich mir sicher.

Auf Immobilien kann der Staat in der Krise leicht zugreifen

So rechne ich mit einem deflationären Verlauf des kommenden Crashs. Dabei werden die Kreditlasten der Immobilienbesitzer steigen und die Werte der Immobilien sinken.

Zusätzlich hat der Staat in Krisenzeiten sehrt gute Möglichkeiten direkt auf Immobilien zuzugreifen. Der Immobilienbesitz ist nun einmal im Grundbuch eingetragen. Und so kann der Staat einfach Zwangsabgaben auf Immobilien einführen.

Das klingt zunächst einmal sehr exotisch – doch während der Finanzkrise hat es genau solche Abgaben schon regelmäßig gegeben: Lettland und Italien sind hier nur zwei Beispiele für Zwangsabgaben im Immobilienbereich.

Daher rate ich hier auch zur Vorsicht: Eine selbstgenutzte Immobilie bietet schon Schutz. Aber derzeit kaufen sehr viele Bundesbürger Immobilien, um mit dem möglichen Wertzuwachs Gewinne zu erzielen.

Dieses Kalkül wird aber in den meisten Fällen nicht aufgehen, weil in der nächsten Krise die Immobilienpreise massiv einstürzen werden.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.