USA: Schulden wachsen unkontrolliert weiter

Ob Verbraucher oder Staat. Das Schuldenwachstum in den USA geht unkontrolliert weiter - auch bei uns kann das Folgen haben. (Foto: Kamira / Shutterstock.com)

Der Blick in die USA ist immer noch extrem wichtig zur Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage. Und genau dort zeigen sich immer mehr Kennzeichen dafür, dass wir schon bald ein Ende der deutlichen Zuwachsraten sehen werden.

Das liegt schlicht und einfach daran, dass das aktuelle Wirtschaftswachstum in den USA auf einem massiven Ausbau der Schulden beruht. Und genau das ist definitiv keine positive Tatsache. Und da die USA noch immer die weltgrößte Wirtschaftsmacht sind, haben die anstehenden Probleme auch massive Auswirkungen auf uns hier in Europa und speziell in Deutschland.

Dabei haben zuletzt einige Wirtschaftszahlen eine deutliche Verschlechterung der Lage angedeutet. Das bezieht sich insbesondere auf den massiven Anstieg der Verschuldung. Wie Sie vielleicht wissen, basiert ein Großteil des US-Wirtschaftswachstums auf dem privaten Konsum. Und hier hat es zuletzt massive Zuwächse bei den Verbraucherkrediten gegeben. Erinnern wir uns zurück: Im Sommer 2008 lief die Konjunktur in den USA noch rund. Die Finanzkrise stand kurz bevor. Im Vergleich zu diesem Zeitraum haben die Verbraucherkredite bis jetzt um 48 % zugelegt. Hier erkennen Sie die Sprengkraft dieser enormen Zuwächse.

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Ausfälle bei Kreditkartenzahlungen nehmen immer weiter zu

Zudem sind zuletzt nach Angaben der US-Notenbank die Ausfälle bei Kreditkarten Zahlungen sieben Quartale in Folge angestiegen. Auch das ist eine bedrohliche Tatsache. Die schwache finanzielle Ausstattung vieler US-Bürger ist auch mit der enttäuschenden Lohnentwicklung zu erklären. So ist das reale Einkommen in den USA zuletzt so stark zurückgekommen wie in den vergangenen 6 Jahren nicht mehr.

US-Präsident Trump setzt weiter auf den Ausbau der Schulden. Seitdem er im Amt ist, hat sich das Haushaltsdefizit in den USA um 21 % ausgeweitet – und ein Ende des enormen Schuldenanstiegs ist nicht in Sicht. Dazu tragen auch die massiven Ausgabenprogramme bei, die Donald Trump vorantreibt. Erst in diesen Tagen hat er einen massiv gestiegenen Verteidigungshaushalt für das nächste Jahr vorgestellt. Das zeigt eine weitere Gefahr: Wenn nicht viele äußere Risiken bestehen, käme es auch nicht so deutlichen Ausweitung der Verteidigungsausgaben.

Doch zurück zu den Schulden: Wie in den vergangenen Jahren auch versuchen die USA dem Problem der Schulden mit noch mehr Schulden beizukommen. Kurzfristig mag das noch funktionieren – aber langfristig wird diese völlig verfehlte Politik einer der Hauptauslöser für die nächste massive Finanzkrise sein. Da aber auch viele Staaten seit der Finanzkrise 2009 die Schulden weiter gesteigert haben, wird dann sehr wahrscheinlich das nötige Kapital fehlen, um den Zusammenbruch des Bankensystems zu verhindern.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.