USA: Verbot der Barabhebung

Wer in naher Zukunft in den USA mit der Zielsetzung zur Bank geht, sein Geld abzuheben, kann hierbei eine böse Überraschung erleben: Ab April sind Barabhebungen ohne die Vornahme einer schriftlichen Voranmeldung nicht mehr möglich. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Wer in naher Zukunft in den USA mit der Zielsetzung zur Bank geht, sein Geld abzuheben, kann hierbei eine böse Überraschung erleben: Ab April sind Barabhebungen ohne die Vornahme einer schriftlichen Voranmeldung nicht mehr möglich.

Es ist eine Maßnahme von ungeheurer Tragweite – eingefädelt in einer Nacht- und Nebelaktion. Die Konsequenzen spürt man erst in dem Moment, in dem man vor dem Geldschalter der Bank steht – wenn man nicht vorher das Kleingedruckte in den Geschäftsbedingungen gelesen hat. Doch wer bitte tut das schon?

Citigroup verlangt ab April Voranmeldung für Abhebung

Ab April 2010 verlangt die Citigroup für die Bargeldabhebung von ihren Kunden eine Voranmeldung. Die Frist, nach der man nach schriftlicher Eingabe an sein Geld rankommt, beläuft sich auf sieben Tage! Dem Vernehmen nach möchte die Bank mittels dieser Regelung unkontrollierte Barabhebungen verhindern, welche im Herbst 2008 das Geldsystem und viele Banken fast in den Kollaps getrieben haben.

Doch beinhaltet diese Maßnahme nicht nur die Voranmeldung von große Summen, sondern auch kleinere Beträge erhält man nur noch in bar, wenn zuvor das “Abhebeformular” fristgerecht ausgefüllt wurde. Aktuell wolle das Kreditinstitut – laut einer Mitteilung – von der Regelung zwar keinen Gebrauch machen. Jedoch sind die Umstände, unter denen das Geldhaus sein Recht auf die Bargeld-Sperre ausüben kann, nicht näher definiert.

So heißt es in der Mitteilung der Citigroup an ihre Kunden wörtlich:

“Seen on a recent Citibank statement: ‘Effective April 1, 2010, we reserve the right to require (7) days advance notice before permitting a withdrawal from all checking accounts. While we do not currently exercise this right and have not exercised it in the past, we are required by law to notify you of this change.’ “

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“Ab dem 1. April 2010 behalten wir uns eine Frist von sieben (7) Tagen vor, bevor wir Abhebungen von einem Girokonto zulassen. Derzeit machen wir zwar von dem Recht keinen Gebrauch und haben es auch in der Vergangenheit nicht angewendet, sind aber per Gesetz dazu verpflichtet, Sie über diese Änderung zu informieren. ”

USA will ‘Bank run’ verhindern

Laut Citigroup stammt die Vorschrift von der FDIC und findet bei allen Geldhäusern, welche mit dem US-Einlagensicherungsfonds zu tun haben, Anwendung. Folglich müssen in naher Zukunft alle betroffenen Institute ihren Kunden den Hinweis auf mögliche Einschränkungen bei der Abhebung von Bargeld geben.

Vielen Insidern ist aber klar, was mit der Maßnahme bezweckt werden soll: So wird mit dieser neuen Regelung ein möglicher Bankrun verhindert. Der Bankrun wird nunmehr illegal.

Als “technisch bedingt” wird die Maßnahme allen Kunden verkauft. Doch zeigen in den USA immer mehr der Sparer Besorgnis diesbezüglich. Aktuell ist noch unklar, ob es im Vorfeld der Bargeld-Abhebe-Restriktionen in den USA bei den Banken zu einem erhöhten Geldabfluss gekommen ist. Doch Fakt ist, dass die neue Regelung für Unruhe sorgt. So titelt selbst FOX Business-News: “Citi Notice Causes Customer Angst”.

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Michael Mross
Von: Michael Mross.