USA vs. China: Dieser Handelskrieg hält die Welt in Atem

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Die Lage zwischen China und den USA verschärft sich weiter durch die massiven Strafzölle. Das hat auch Folgen für deutsche Firmen. (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

Wir stehen vor einer großen Wende in der internationalen Handelspolitik. Jahrzehntelang haben die USA massiv von China profitiert und umgekehrt. Der Deal war ganz einfach: China flutete den US-Markt mit billigen Waren. Auf der anderen Seite kaufte das Land massenweise US-Staatsanleihen umso seine eigenen Währungsreserven aufzubauen.

Doch durch die jetzt ausgesprochenen Strafzölle von Seiten der USA in Richtung China bekommt das Bild Risse. Zum einen sind die Chinesen auch jetzt schon aktiv bei Strafzöllen gegenüber den USA. Zum anderen lösen sie bestehende Reserven in US Staatsanleihen auf.

Noch sind das keine Riesensummen – doch das kann sich sehr schnell ändern und dann wird diese fragile Konstruktion, die sich über Jahrzehnte bewährt hat sehr schnell zusammenbrechen. Noch ist tatsächlich nicht absehbar welche massiven Folgen wir neuen Strafzölle haben werden. Aber das massive Strafzölle zwischen den USA und China auf jeden Fall Auswirkungen auf den Welthandel haben werden, ist jetzt schon klar.

Deutschlands Exportabhängigkeit ist jetzt eine große Gefahr

Gerade Deutschland als stark exportorientiertes Land wird auch davon betroffen sein. Vor allem bleibt uns nichts anderes übrig, als der Eskalation zuzuschauen. Fakt ist jedoch: Sollte der Welthandel als Reaktion auf die bestehenden Strafzölle zwischen verschiedenen Ländern deutlich zurückkommen, wird das auch in Deutschland als Exportnation deutlich treffen. Zuletzt ging es bei den Exporten in Deutschland schon etwas nach unten. Das liegt auch an den schwächeren Zahlen der Automobilindustrie.

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Und tatsächlich ist der Welthandel mittlerweile so verwoben, das eben auch deutsche Hersteller direkt durch die Strafzölle zwischen China und den USA betroffen sind. So verfügt beispielsweise BMW über Produktionsstätten in den USA. Von dort aus werden auch Autos nach China exportiert. Hier sehen Sie schon, dass die Strafzölle direkt auch auf deutsche Unternehmen durchschlagen.

Doch zurück zu den USA. Das Land ist extrem abhängig von dem Kauf der US-Anleihen durch andere Länder. Ein Szenario bedroht das Land ganz besonders. Sollte China tatsächlich aufhören US-Anleihen zu kaufen oder eben auch eine große Masse auf den Markt werfen, dann drohen massiv steigende Zinsen in den USA.

Halten Sie sich eine Tatsache vor Augen: Wir leben jetzt in einer Phase, in der die zwei maßgeblich wichtigsten Volkswirtschaften der Welt in einen Handelskrieg getreten sind. So etwas hat es noch nicht gegeben und vor allem ist es jetzt sehr schwer absehbar, wie massiv die Folgen dieser globalisierten Welt tatsächlich sein werden. Daher sollten Sie sich auf eine deutliche Korrektur an den Märkten gefasst machen – ob nun in den USA oder auch bei uns in Europa.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.