USU Software legt solide Halbjahreszahlen vor

Der mittelständische Software-Spezialist USU Software hält an seinen Zielen für dieses Jahr und die Folgejahre fest. Was macht die Aktie? (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Im deutschen Mittelstand sind viele Software-Unternehmen beheimatet, die in kleineren Nischen sehr erfolgreich sind und sich aufgrund ihrer Spezialisierung nicht mit den großen Software-Konzernen messen müssen. Eines dieser Unternehmen ist die USU Software AG, die Sie schon kennen dürften, wenn Sie meinen Newsletter regelmäßig verfolgen.

USU hat vor einiger Zeit seine Zahlen für das 1. Halbjahr vorgelegt. Vor allem dank eines starken Beratungsgeschäftes stieg der Umsatz in den ersten 6 Monaten des laufenden Jahres um 7,5% auf 41,8 Mio. Euro. Während die Auslandsumsätze im 1. Quartal dieses Jahres noch deutlich über dem Vorjahreswert lagen, wurde hier im 2. Quartal ein Rückgang verzeichnet.

Hintergrund dieses temporären Umsatzrückgangs im Ausland sind im Wesentlichen der verstärkte Trend zu Software-as-a-Service (SaaS)-Projekten (es findet eine Verschiebung von Softwareverkäufen hin zu Softwarevermietung statt) und mehrere Projektverschiebungen mit einem vergleichsweise hohen Projektvolumen.

Der Vorstand der USU Software AG erwartet jedoch eine deutliche Steigerung der Auslandsumsätze im 2. Halbjahr 2018 und hat daher die Zukunftsinvestitionen in das Auslandsgeschäft zielgerichtet fortgeführt.

Stärkeres 2. Halbjahr erwartet

Nach dem verhaltenen 1. Halbjahr 2018 erwartet der USU-Vorstand eine deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerung in den Folgequartalen und geht davon aus, auf Gesamtjahressicht im Geschäftsjahr 2018 den positiven Wachstumstrend der Vorjahre fortzusetzen, wobei der Trend in Richtung SaaS-Geschäft das Wachstum etwas verlangsamt.

Ab dem 3. Quartal werden sich die zuletzt belastenden Auslandsinvestitionen zunehmend positiv auswirken und auch die Projektverschiebungen aus dem 2. Quartal werden insbesondere im 3. Quartal und im Abschlussquartal 2018 zu einem positiven Auslandsgeschäft beitragen.

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Darüber hinaus wird sich laut USU-Management auch die Portfolioerweiterung um das Thema Knowledge Management (Wissensmanagement) in den Auslandsmärkten, und hier insbesondere in den USA, positiv niederschlagen.

Zugleich soll sich aber auch das Inlandsgeschäft erfolgreich weiterentwickeln und zu einem weiteren Ausbau des Produktgeschäftes führen. Nicht zuletzt wird auch das Servicegeschäft im Zuge der Fokussierung auf das Thema Digitalisierung weiter zulegen.

In Summe geht der Vorstand daher davon aus, auch im Gesamtjahr 2018 wieder deutlich stärker als der IT-Markt zu wachsen und so die schwächere Entwicklung des ersten Halbjahres mehr als wettzumachen.

Die Planung für 2018 sieht entsprechend weiterhin vor, den Umsatz auf 93 bis 98 Mio. Euro zu steigern und einen bereinigten operativen Gewinn (bereinigtes EBIT) zwischen 7,5 und 10 Mio. Euro zu erwirtschaften.

Zudem bekräftigte der Vorstand die Mittelfristplanung 2021 von 140 Mio. Euro Umsatz und einem bereinigten EBIT von 20 Mio. Euro. Im Fokus der strategischen Planung stehen dabei die 3 etablierten Wachstumssäulen der USU-Gruppe: der Ausbau der Internationalisierung, die Entwicklung und Markteinführung neuer Produktinnovationen sowie anorganisches Wachstum durch Übernahmen.

Geht der Plan auf, winken deutlich höhere Kurse. Kurse von knapp über 30 Euro, die die Aktie im vergangenen Jahr bereits erreicht hatte, sollten dann durchaus drin sein.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.