Invest Messe Stuttgart, von 05. bis 06. April 2019

V-DAX: 10.000 Punkte im DAX sind möglich

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Der niedrige V-DAX zeigt, dass 10.000 Punkte im DAX möglich sind, belegt unser Börsenexperte Rainer Heißmann. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

„Der V-DAX zeigt: 10.000 Punkte im DAX sind möglich“, habe ich im März 2012 geschrieben. Jetzt, rund 1,5 Jahre später lohnt es sich mal nachzusehen, was daraus geworden ist. Nun:

Der DAX steht nicht bei 10.000 Punkten, aber ich bekräftige meine Meinung und halte 10.000 Punkte im DAX weiterhin für wahrscheinlicher als eine Trendumkehr.

Und immerhin: Im März 2012, als ich die obige Prognose abgab, notierte der DAX um 7.000 Punkte und fiel später sogar noch auf unter 6.000 Punkte zurück.

Die Prognose galt aber die ganze Zeit und auch für heute ist sie weiter aktuell, denn: Auch der V-DAX spricht dafür, dass meine Prognose eintritt:

V-DAX bildet Marktstimmung ab

Der V-DAX wird anhand gekaufter Call- und Put-Optionen an der Terminbörse Eurex berechnet.

Je höher der Anteil gekaufter Call-Optionen ist, desto mehr setzen die Anleger auf steigende Märkte. Umgekehrt gehen sie bei einem hohen Anteil gekaufter Put-Optionen von tendenziell fallenden Märkten aus.

Die gehandelten Call- und Put-Optionen werden zueinander ins Verhältnis gesetzt. Daraus wird der V-DAX berechnet. Die Notierungen werden in einem Chart fortgeschrieben.

Die Bewegungen des V-DAX und anderer Volatilitäts-Indizes, wie z.B. der VIX (auf den US-Aktienindex S&P500), sind fast immer gegenläufig zu den Aktien-Indizes. Das heißt:

Der V-DAX fällt, wenn steigende Aktienkurse erwartet werden. Umgekehrt legt der V-DAX immer dynamischer zu, wenn Anleger eine Abwärtsbewegung bis hin zum Crash erwarten oder dieser eintritt.

V-DAX signalisiert steigende Aktienkurse

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Der Chart zeigt den V-DAX auf Basis seiner Wochenschlusskurse. Er notiert aktuell „im grünen Bereich“. Das gilt, weil ich diesen Bereich grün markiert habe aber auch im übertragenen Sinn.

Die Anleger sind ruhig gestimmt und erwarten steigende Märkte. Die sehr hohen Notierungen im Jahr 2008 waren auf dem Höhepunkt der Banken- und Finanzkrise und dem daraus resultierenden Crash der Aktienmärkte.

Danach kam es zur Marktberuhigung. Beim Hochkochen der Griechenland-Diskussion im August 2011 kam es wieder zu einem Ansteigen des V-DAX. Der DAX verlor seinerzeit von 7.600 bis auf knapp unter 5.000 Punkte.

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Danach notierte der V-DAX rückläufig und signalisierte steigende Aktienkurse. Der DAX hat entsprechend von 5.000 auf über 8.000 Punkte zugelegt.

V-DAX zeigt: Investoren werden ruhiger

Aus dem Chart lässt sich eine einfache Schlussfolgerung ziehen: Die Stimmung der Anleger ist positiv. Sie erwarten keinen großen Kurseinbruch.

V-DAX unterstreicht Kursziel von 10.000 Punkten im DAX

Da ein niedriger V-DAX typischerweise mit einem steigenden DAX einhergeht, unterstreicht der V-DAX das Kursziel des DAX, das ich bei 10.000 Punkten sehe (wenn vermutlich auch nicht im Jahr 2013).

Wichtig: Am Ende eines Kommentars, der steigende Kurse „verspricht“, die „Mahnung“:

Vergessen Sie Put-Optionen nicht!

Denn Überraschungen und Trendwechsel sind auch beim V-DAX und dann beim DAX jederzeit möglich.

Zum guten Schluss: Heute vor 159 Jahren, also am 20.08.1854, verstarb der deutsche Philosoph Friedrich Wilhelm Joseph Ritter von Schelling. Er schrieb:

„Das gerade bildet die Halbwisser, die Halbaufgeklärten, die ohne alle tiefere Bildung, ja ohne die geringste Ahnung, wie viel dazu gehört, um über irgendeine die Menschheit interessierende Frage ein wahres oder erleuchtetes Wort zu sagen, über die tiefsten Gegenstände abzuurteilen.“

Ich übertrage es auf das Börsengeschehen:

Das gerade bildet die Halbwisser, die Halbaufgeklärten: Sie sind ohne alle Börsenerfahrung in allen Börsenzeiten.

Sie haben nicht die geringste Ahnung, wie viel dazu gehört, um über das Auf und Ab der Märkte ein wahres oder erleuchtetes Wort zu sagen. Aber sie urteilen die Arbeit der Börsen-Profis ab, die bewiesen haben, dass sie es können.

In der Hoffnung, an dieser Stelle „über das Auf und Ab der Märkte viele wahre Worte und immer mal wieder sogar ein erleuchtetes Wort zu sagen“, sende ich beste Grüße

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet


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Rainer Heißmann
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen. Mit Heißmanns Börsenkommentar bringt er wochentäglich die Börse auf den Punkt. Seine Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie jedem verständlich und nachvollziehbar werden.