Invest Messe Stuttgart, von 05. bis 06. April 2019

V-DAX und DAX 30 Index zeigen: es geht aufwärts

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V-DAX, DAX 30 Index, wo auch immer Sie hinsehen: Die Zeichen stehen auf steigende Kurse, belegt unser Börsenexperte Rainer Heißmann. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Es geht aufwärts und das Ziel „DAX 30 Index erreicht 10.000 Punkte“ ist unverändert intakt. Ich kann es drehen und wenden wie ich will, ich komme immer zum selben Ergebnis. So auch heute. Da sich der DAX 30 Index aber seit dem Jahr 2009 weit mehr als verdoppelt hat, empfehle ich die Absicherung leicht zu erhöhen.

Wochenschlusskurse zeigen Trends

Viele Leser kennen meine Vorgehensweise zur Trendbestimmung: Dafür nutze ich die Chartdarstellung des Kursverlaufs von Aktien und Indizes per Wochenschlusskurs. Das ist einfach, klar, verständlich und treffsicher.

Diese Chart-Einstellung blendet das Auf und Ab innerhalb des Wochenverlaufs aus. Genau dadurch sind nachhaltige Kursbewegungen zu erkennen, die Trends gut bestimmen lassen. So stelle ich meist an jedem Montag des DAX 30 Index dar.

Heute zeige ich Ihnen den Chart des V-DAX (Volatilitätsindex des DAX) plus den des DAX 30 Indexes, beide auf Basis der Wochenschlusskurse, freitags, 20 Uhr, Börse Frankfurt.

Kurz zum V-DAX:

V-DAX bildet Marktstimmung ab

Der V-DAX wird anhand gekaufter Call- und Put-Optionen an der Terminbörse Eurex berechnet. Je höher der Anteil gekaufter Call-Optionen ist, desto mehr setzen die Anleger auf steigende Märkte. Umgekehrt gehen sie bei einem hohen Anteil gekaufter Put-Optionen von tendenziell fallenden Märkten aus.

Die gehandelten Call- und Put-Optionen werden zueinander ins Verhältnis gesetzt. Daraus wird der V-DAX berechnet. Die Notierungen werden in einem Chart fortgeschrieben.

Die Bewegungen des V-DAX und anderer Volatilitäts-Indizes, wie z.B. der VIX (auf den US-Aktienindex S&P500), sind fast immer gegenläufig zu den Aktien-Indizes. Das heißt:

Der V-DAX fällt, wenn steigende Aktienkurse erwartet werden. Umgekehrt legt der V-DAX immer dynamischer zu, wenn Anleger eine Abwärtsbewegung bis hin zum Crash erwarten oder dieser eintritt.

V-DAX und DAX 30 bieten ein positives Bild

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Auch wenn der V-DAX mal etwas hochzuckt, bedeutet das keine Trendwende im DAX 30 Index. Das sehen Sie auf den ersten Blick in diesem Chart:

Der Chart zeigt die Entwicklung des V-DAX seit Anfang 2011 auf Basis seiner Wochenschluss-Notierungen. Die Kursentwicklung des V-DAX sehen Sie in der schwarzen Linie.

In diesen Chart habe ich zusätzlich die Kursentwicklung des DAX 30 Index (blaue Linie) eingetragen.

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V-DAX hoch und DAX 30 Index runter – sowie umgekehrt

Es ist gut zu erkennen, dass der DAX 30 Index abwärts tendiert, wenn der V-DAX nach oben schnellt. Am Deutlichsten sehen Sie das im Mini-Crash des Jahres 2011. Umgekehrt wird ein fallender V-DAX typischerweise von einem steigenden DAX 30 Index begleitet.

Top-Börsenjahr 2013 hatte zwischenzeitlich  „hohen“ V-DAX

Kurzer Rückblick: Der DAX 30 Index hat im Top-Börsenjahr 2013 von 7.612 Punkte auf 9.552 Punkte, also um 1.940 Punkte, entsprechend rund 25% zugelegt.

Es gab aber im Jahr 2013 auch „Dellen“ im Kursverlauf des DAX 30 Index. Die führten im V-DAX zu höheren Notierungen. Per Wochenschlusskurs lagen die mit über 20% deutlich über dem kleinen „Hüpfer“ den der V-DAX in den letzten 2 Wochen getan hat. Da notierte er mit 18 beziehungsweise 16%.

2014: ganz normaler Kursverlauf

Ob DAX (tendenziell seit Anfang des Jahres leicht fallend) oder V-DAX (zwischenzeitlich kleinere Aufwärtsbewegungen), ich konstatiere ganz normale Kursverläufe und sehe das nächste Kurziel des DAX 30 Index unverändert bei 10.000 Punkten.

Meine Empfehlung: Absicherung leicht anheben

Nun bin ich nicht blauäugig (auch nicht, wenn ich in den Spiegel schaue) und ich weiß, dass sich nicht alle Kursbewegungen der Märkte logisch erklären lassen.

Der DAX 30 Index ist seit dem Jahr 2009 von unter 4.000 bis auf über 9.000 Punkte gestiegen. Da ist eine Korrektur immer möglich, wenngleich ich keine ausgeprägte Korrektur erwarte.

Deshalb habe ich den Lesern des Optionen-Profi empfohlen, die Absicherung 4: 1 (für je 4.000 Euro, für die sie Call-Optionen kaufen, 1.000 Euro in Put-Optionen anzulegen) auf 3 : 1 (für je 3.000 Euro, für die sie Call-Optionen kaufen, 1.000 Euro in Put-Optionen anzulegen) anzupassen.

Eine klare Ausrichtung auf steigende Märkte, aber mit einer Feinjustierung in Richtung etwas mehr Sicherheit. Eine äußerst komfortable Positionierung für den aktuellen Markt.

Zum guten Schluss: Am 10.02.1898, also heute vor 116 Jahren, kam der deutsche Schriftsteller Bertold Brecht zur Welt. Schon vor rund 100 Jahren wusste er zu berichten:

„Bankraub ist eine Unternehmung von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.“

Ich meine, warum 100% klauen und das Risiko einer jahrelangen Haftstrafe eingehen, wenn 25% Eigenkapitalrendite (die kommt von den Kunden) zur Einladung einer Geburtstagfeier ins Kanzleramt führt?

Ich wünsche Ihnen reelle Renditen mit sauberen Börsengeschäften.

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet


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Rainer Heißmann
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen. Mit Heißmanns Börsenkommentar bringt er wochentäglich die Börse auf den Punkt. Seine Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie jedem verständlich und nachvollziehbar werden.