Va-Q-tec: Dämmstoff-Spezialist peilt Sprung aufs Parkett an

Lange war es still auf dem Markt für Neuemissionen. Jetzt scheint sich die Stimmung aber wieder aufzuhellen.

Während im September mit der E.ON-Abspaltung Uniper ein wahres Schwergewicht den Börsengang anpeilt, steht mit dem Va-Q-tec ein kleines Technologie-Unternehmen bereits in den Startlöchern.

Technologie-Führer für thermische Isolation

Bei va-Q-tec handelt es sich um eine spannende Geschichte. Die Hightech-Schmiede wurde 2001 von 2 promovierten Physikern aus dem Würzburger Zentrum für angewandte Energieforschung herausgegründet.

Dabei haben sich die Gründer auf besonders effektives Dämmmaterial spezialisiert. Der Würzburger Mittelständler dämmt alles, was mit einer schützenden Hülle energieeffizient wird.

Va-Q-tec isoliert beispielsweise Kühlschränke, Rohre, ummantelt Autobatterien, Kraftstofftanks oder auch Container.

Dabei ist die Innentemperatur der Container nahezu frei wählbar und für 5 Tage garantiert. So kann z. B. die pharmazeutische Industrie Medikamente gekühlt in heiße Regionen liefern.

Börsengang könnte rund 45 Mio. € einbringen

Bislang hält der Private-Equity-Investor Zouk Capital 33% der Anteile, weitere 20% entfallen auf nicht näher genannte sonstige Anteils-Eigner. Die Gründer und das Management halten die restlichen 47% der Aktien.

Im Rahmen des Börsengangs wollen die bisherigen Eigentümer sowohl Aktien aus Altbesitz abgeben als auch neue Papiere ausgeben. Daraus sollen dem Technologie-Unternehmen etwa 45 Mio. € zufließen.

Nach dem Börsengang soll der Streubesitz auf insgesamt 50% steigen.

Hohes Wachstum, aber Gewinne noch Fehlanzeige

Aktuell befindet sich va-Q-tec im Aufschwung, das Wachstums-Tempo hat zuletzt mit steigender Unternehmens-Größe noch zulegen können.

Im 1. Halbjahr 2016 kletterten die Erlöse um 60% auf 15,6 Mio. €. Im Gesamtjahr 2015 standen Umsatz-Erlöse von 22,5 Mio. € zu Buche (+23% zum Vorjahr).

Von 2013 auf 2014 waren die Erlöse lediglich um rund 14% angestiegen.

Gleichwohl tut sich das Hightech-Unternehmen schwer mit dem Sprung in die Gewinnzone: Im 1. Halbjahr 2016 erzielte das Unternehmen ein Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 2,2 Mio. €.

Durchwachsener ist die Bilanz beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit): Dieses lag im 1. Halbjahr 2016 mit 0,4 Mio. € wiederholt in der Verlustzone.

Börsengang soll Bilanz-Relation verbessern und weiteres Wachstum sichern

Auf Grund der Verluste ist das Eigenkapital zuletzt auf 9,5 Mio. € zusammengeschmolzen. Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 20%.

Für Sie zum Vergleich: Im Jahr 2013 lag die Eigenkapitalquote noch bei 43%. Ein gelungener Börsengang würde die Eigenkapital-Position von va-Q-tec deutlich aufbessern.

Die Erlöse aus dem Börsengang will va-Q-tec in den Ausbau des Container- und Boxen-Geschäfts sowie die Erweiterung von Produktions-Kapazitäten stecken.

Damit will das Management die Basis für die nächste Wachstums-Stufe legen. Ob der Börsengang auch für Anleger interessant ist, muss noch abgewartet werden.

Genaue Zahlen zur Bewertung der Firma und der angepeilten Preisspanne stehen bislang noch nicht fest.

14. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Richard Mühlhoff. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt