Valeo: Diese Aktie sollten Sie kennenlernen

Automobil-Zulieferer können Anlegern Chancen bieten. Wir haben die Aktie von Valeo in diesem Artikel ganz genau für Sie analysiert. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die Automobil-Branche steht vor einem Umbruch; die Elektromobilität wird in den kommenden Jahren Vieles verändern.

Mancherorts sind Zulieferer, welche sich auf Antriebe spezialisiert haben, bereits am Zittern, viele Mitarbeiter bangen schon heute um ihren Job.

Doch so plötzlich kommt die Revolution dann auch wieder nicht. Viele Unternehmen haben sich bereits vorbereitet.

Am besten sind sowieso Zulieferer aufgestellt, die mit Antrieben nichts oder nur wenig zu tun haben, so wie Valeo.

Das steckt hinter Valeo

Valeo ist Frankreichs viertgrößter Produzent von Automobil-Zubehör-Artikeln. Dazu gehören:

  • Scheibenwischer,
  • Kupplungen,
  • Schaltungen,
  • Beleuchtung,
  • Signalisation,
  • Sicherheits-Systeme,
  • Motoren-Kühlsysteme,
  • Alternatoren und Starter
  • sowie Heizungen und Klima-Anlagen.

Rund 50% des Umsatzes werden in Europa erwirtschaftet.

Ziele dürften 2017 erreicht werden

Valeo hat im 2. Quartal ein kräftiges Wachstum verbucht und deutlich mehr verdient als im Vorjahr: Der Umsatz kletterte um 12% auf 4,7 Mrd. € und im 1. Halbjahr um 16,4% auf rund 9,5 Mrd €.

Die operative Marge erreichte unverändert 8,0%, ausgehend von einem um 17% höheren operativen Ergebnis von 754 Mio. €.

Unter dem Strich stieg der Gewinn um 20% auf 506 Mio. € und erreichte damit 5,3% des Umsatzes.

Der Auftrags-Eingang wuchs um 16% auf 14,9 Mrd. €. Zusätzlich kamen durch das Joint Venture von Valeo Siemens eAutomotive 3,0 Mrd. € an Aufträgen dazu.

Die Ergebnisse unterstreichen das Wachstums-Potenzial des innovativen Portfolios, das sich auf die Reduktion der CO2-Emissionen und das innovative Fahren konzentriert.

Nach monatelangem Ringen hat die Europäische Kommission der geplanten Übernahme von FTE durch Valeo grünes Licht erteilt.

Bedingung ist der Verkauf des Geschäfts mit passiven hydraulischen Aktoren von Valeo an den italienischen Zulieferer Raican, vom Verkauf ausgenommen sind die Aktivitäten in Südkorea.

Kern des Problems aus Sicht der Kartell-Behörden war folgendes:

Durch den Zusammenschluss hätte Valeo im Bereich passiver, hydraulischer Aktoren-Module einen für die Wettbewerbs-Situation in Europa kritisch hohen Marktanteil erreicht.

Für 2017 bestätigte Valeo seine Ziele unter der Voraussetzung, dass die globale Automobil-Produktion um 1,5 – 2,0% steigt und die Rohmaterial-Kosten stabil bleiben.

Erwartet werden ein den Markt übertreffendes Umsatz-Wachstum sowie ein leichter Anstieg der EBIT-Marge.

Gute Rahmendaten plus Dividende

Uns gefällt die Valeo-Aktie sehr. Risiken sehen wir in der bevorstehenden Integration von FTE. Doch grundsätzlich stimmt es bei den Franzosen:

Die Zahlen werden immer besser und auch die Aufträge überzeugen. Zudem gibt es eine Dividende von 2,1%.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.