Invest Messe Stuttgart, von 05. bis 06. April 2019

Value-Aktie: Stryker verbessert die Lebensqualität

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Stryker kann angesichts der steigenden Lebenserwartung, und einer besseren Gesundheitsversorgung in Schwellenländern optimistisch in die Zukunft blicken. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Wie das Jahr 2009 zeigte, ist auch die Medizintechnik nicht resistent gegen konjunkturelle Krisen, übersteht diese jedoch weit besser als die meisten anderen Wirtschaftszweige.

Stryker konnte den Umsatz im Krisenjahr sogar auf Vorjahreshöhe halten und übertraf bereits 2010 den Vorjahreswert um 9%.

Beständiges Wachstum

Auf längere Sicht ist Stryker sogar ein richtiger Wachstumsriese. Nach dem Gang an die Börse 1979 nahm das Wachstum richtig an Fahrt auf. 1985 erreichte der Umsatz erstmals die Schwelle von 100 Mio. $. Seitdem ist der Umsatz durchschnittlich um 17,4% jährlich auf über 9 Mrd. $ im Jahr 2013 gewachsen. Der bereinigte Gewinn je Aktie erhöhte sich in den letzten 10 Jahren um 14,2% jährlich.

Ausgezeichnete Finanzlage

Auch finanziell steht Stryker sehr gut da. Der freie Cashflow erreicht Jahr für Jahr Spitzenwerte und ließ den Bestand an liquiden Mitteln auf rund 4 Mrd. $ anschwellen. Stryker nahm dies zum Anlass, die Dividende um 25% auf 1,06 $ je Aktie zu erhöhen. Der Konzern hat die Dividende seit 2006 um durchschnittlich 38% jährlich angehoben. Wir erwarten auch, dass das laufende Aktienrückkaufprogramm erneut aufgestockt wird.

Starke Marktstellung

Mit einem Anteil von 15% am globalen Orthopädiemarkt steht Stryker auf Platz 1. Vor allem bei Implantaten für Hüfte und Knie nimmt das Unternehmen eine führende Marktstellung ein. Die drei größten Anbieter kontrollieren hier rund zwei Drittel des gesamten Marktes. Im Bereich medizintechnisches Zubehör für Operationssäle ist das Unternehmen mit einem Marktanteil von 31% mit weitem Abstand Marktführer. Der nächstgrößere Anbieter ist Medtronic mit einem Marktanteil von 9%.

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Hochprofitables Geschäftsmodell

In den vergangenen 10 Jahren erreichte Stryker eine durchschnittliche Umsatzrendite von über 15%. Die Eigenkapitalrendite lag im Durchschnitt der letzten 10 Jahre bei knapp 18%, was angesichts der hohen Eigenkapitalquote einen hervorragenden Wert darstellt. Die Cashflow-Marge überstieg erstmals 2009 die Schwelle von 20% und wird voraussichtlich dieses Niveau halten.

Wachstumsmarkt Medizintechnik

Medizintechnik ist einer der Wachstumsmärkte der Zukunft. Der zunehmende Stellenwert von Gesundheit, die steigende Lebenserwartung, höhere Ansprüche der Patienten und die verbesserte Gesundheitsversorgung in langfristiges Branchenwachstum. In den letzten Jahren ist der Markt für medizintechnische Produkte und Dienstleistungen je nach Teilmarkt um 10 bis 20% gewachsen.

Hier liegt eine Unterbewertung vor

Bei der Ermittlung des fairen Unternehmenswertes sind wir von konservativen Annahmen ausgegangen: Steigt der freie Cashflow in den kommenden 6 Jahren um 10% pro Jahr und danach gleichbleibend um 2,5%, errechnet sich ein Kurs von rund 119 $. Dazu haben wir die liquiden Mittel von 3,25 $ je Aktie addiert, die dem Konzern nach Abzug der Finanzverbindlichkeiten zur Verfügung stehen. Demnach kommen wir auf einen fairen Wert von rund 122 $. Dieser liegt rund 50% über dem aktuellen Kurs.

Langfristig steigt der Kurs

Das 2014-er Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bewegt sich mit 16,8 deutlich unter den historischen Durchschnittswerten. Erreichen Gewinnwachstum, Eigenkapitalrendite und KGV wieder historische Durchschnittswerte, wird sich die Kursrendite in den kommenden 10 Jahren auf 20% jährlich belaufen. Dazu kommt noch die Dividendenrendite. Wir sind jedoch bodenständig und erwarten langfristig eine jährliche Rendite von 16%.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.