Value des Monats: Teva Pharmaceutical

Teva Pharmaceutical Industries Ltd. mit Sitz in Israel gehört zu den 15 größten Pharmakonzernen. Im Kerngeschäft mit Nachahmerpräparaten (sogenannten Generika) ist Teva der mit Abstand größte Anbieter. Ein Drittel des Konzernumsatzes erwirtschaftet das Unternehmen mit Markenprodukten und patentgeschützten Medikamenten wie Copaxone (Multiple Sklerose) und Azilect (Parkinson).

Teva beschäftigt rund 40.000 Mitarbeiter in 60 Ländern rund um den Globus. 62% des Umsatzes stammen aus Nordamerika, 25% aus Europa und 14% aus anderen Regionen wie Lateinamerika, Osteuropa, Israel und Russland.

Die Aktien der Gesellschaft gehören zu den meist gehandelten Werten in Israel und sind in Form von ADR-Aktien an der US-Börse Nasdaq, in London sowie in Frankfurt gelistet.  

Teva auf der Überholspur

Die Rendite von Teva kann sich sehen lassen. Wer vor 9 Jahren in die Aktie investierte, als sie in den Nasdaq-100-Index aufgenommen wurde, kann sich heute über mehr als 225% Kurszuwachs freuen. Der Nasdaq legte seitdem um knapp 60% zu. Auch in den letzten Jahren, als Pharmawerte schlechter als der Markt liefen, hat Teva den Index klar hinter sich gelassen. Kein Wunder, jagt das Unternehmen doch von einem Rekord zum nächsten. 2010 wurde der Konzernumsatz bereits zum 12. Mal in Folge auf 16,1 Mrd $ (+16%) gesteigert. Der Gewinn erreichte einen Rekordwert von 3,3 Mrd $ (+67%).

Generikasegment ein Wachstumsmarkt

Teva’s Kerngeschäft mit Generika weist seit Jahren höhere Wachstumsraten als der gesamte Pharmamarkt auf. Angesichts der kommenden Flut von Patentabläufen wird sich dies auch nicht ändern. Allein bis 2015 verlieren Medikamente mit einem Umsatzvolumen von 150 Mrd $ den Patentschutz. Das ist viel Wasser auf die Mühlen der Generikaanbieter, die die Präparate dann kopieren und günstiger verkaufen. Auch auf lange Sicht ist aufgrund der älter werdenden Bevölkerung und der Fortschritte in der Forschung ein anhaltendes Wachstum von Generika zu erwarten.

Teva mit Abstand die Nummer 1

Größe ist im Generikamarkt ein entscheidender Wettbewerbsfaktor, da größere Anbieter niedrigere Stückkosten haben, können sie damit einen Wettbewerbsvorteil erzielen. Dies hat eine Branchenkonsolidierung nach sich gezogen, die in den USA und Westeuropa bereits weit vorangeschritten ist. Nur noch ein halbes Dutzend Anbieter dominieren hier das Marktgeschehen. Teva ist sowohl in den USA als auch in Westeuropa mit Abstand die Nummer 1. Der nächstgrößere Konkurrent ist die zur Novartis Gruppe gehörende Sandoz mit einem Umsatz von 8,5 Mrd $, gefolgt von Mylan (5,5 Mrd $), Watson Pharmaceuticals (3,6 Mrd $) und Stada (2,5 Mrd $).

Teva im Kennzifferncheck

Messbare Qualitätskriterien ? Kennziffern-Check

1.         Hohe EK-Quote > 30%                                            erfüllt

2.         Hohe EK-Rendite > 25%                                          nicht erfüllt

3.         Hohes Gewinnwachstum > 10%                              erfüllt

4.         Hohe einbehaltene Gewinne > 50%                        erfüllt

5.         Rendite einbehaltener Gewinne (10 J.) > 15%         erfüllt

6.         Hohe Umsatzrendite > 10%                                     erfüllt

7.         Hohe Cashflow-Marge > 20%                                   erfüllt

8.         Niedrige Sachinvestitionen vom Cashflow < 40%     erfüllt

Lukratives Geschäft

Neben Generika hat Teva auch erfolgreiche Eigenentwicklungen wie Copaxone (Multiple-Sklerose) auf den Markt gebracht und vertreibt Markenprodukte aus dem Gesundheitsbereich, die rund ein Drittel zum Umsatz beitragen. So kommt das Unternehmen auf eine Umsatzrendite von über 20%. Auch im Generikasegment ist die Umsatzrendite nach unseren Schätzungen klar zweistellig. Während die Gewinnmarge in der Vergangenheit starken Schwankungen durch Sonderaufwendungen im Zusammenhang mit Übernahmen ausgesetzt war, betrug die Cashflowmarge in nahezu jedem Jahr über 20%.

Dynamischer Wachstumskurs

Teva‘s aggressive Expansionsstrategie, die auf organisches Wachstum und Akquisitionen setzt, hat zu einem Anstieg des Umsatzes von 1,8 Mrd $ im Jahr 2000 auf 16,1 Mrd $ im abgelaufenen Jahr geführt. Dies entspricht einer Zuwachsrate von 31% pro Jahr. Der Gewinn wurde seit 2000 um 37% p.a. auf 3,3 Mrd $ gesteigert. Und die Zeichen stehen weiter auf Wachstum: Bis zum Jahr 2015 soll der Umsatz nach eigenen Planungen auf 31 Mrd $ und der Gewinn auf 6,8 Mrd $ gesteigert werden.

Nach der Kursschwäche günstig bewertet

Im Gegensatz zur langfristig überdurchschnittlichen Kursentwicklung hinkt Teva dem Markt seit gut einem Jahr hinterher. Der Grund für die Kursschwäche sind Befürchtungen über zunehmende Konkurrenz für Teva’s Multiple-Sklerose-Medikament Copaxone, das 2014 den Patentschutz für seine erste Version verliert. Das KGV von Teva ist dadurch auf attraktive 9,5 gesunken.

Bei einem geschätzten Copaxone-Anteil von 25 bis 30% am Konzerngewinn wird das übrige Geschäft mit Generika, Markenprodukten und patentgeschützten Mitteln mit einem KGV von rund 13 bewertet, was immer noch einen günstigen Wert darstellt. Dabei will Teva den Umsatz mit Markenprodukten und patentgeschützten Medikamenten bis 2015 mehr als verdoppeln. Teil dieser Strategie ist die jüngste Übernahme des Biotechkonzerns Cephalon für 6,8 Mrd $, womit die Forschungs- und Produkt-Pipeline deutlich gestärkt wurde.

Kurspotenzial von 17% p.a.

Teva’s Wachstumsziele implizieren ein Gewinnwachstum von 15% pro Jahr. Auf Basis unserer DNCF-Rechnung, der ein geringeres Wachstum zugrundeliegt, sind Teva-Aktien bei rund 78 $ fair bewertet. Dies entspricht bei einem KGV von 15,6 einer Sicherheitsmarge von 64%. Bei einem angenommenen Gewinnwachstum von 15% p.a. und einem KGV von 15,6 liegt das langfristige Kurspotenzial der Teva-Aktien bei 17% jährlich. Damit würden Sie Ihre Investition  in nur viereinhalb Jahren verdoppeln.

3. August 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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