Invest Messe Stuttgart, von 05. bis 06. April 2019

Vapiano Aktie: Chefwechsel nach zweiter Gewinnwarnung

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Die Gastronomiekette Vapiano hat nach der 2. Gewinnwarnung binnen weniger Monate den Chef ausgetauscht. Die Aktie schwächelt. (Foto: Tobias Arhelger / shutterstock.com)

Wann haben Sie zuletzt auswärts Pizza gegessen – und wo? Die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, dass Sie in einer der großen, italienisch angehauchten Systemgastronomie-Ketten gelandet sind: Vapiano oder L’Osteria. Und zwar unabhängig davon, ob Sie in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln oder München essen gegangen sind.

Dem klassischen Italiener an der Ecke droht dasselbe Schicksal wie einst dem Tante-Emma-Laden: Verdrängung durch Filialisierung, standortübergreifende Harmonisierung, Standardisierung. Im Einzelhandel haben sich längst die Ketten durchgesetzt, in der Gastronomie ist in den letzten Jahren derselbe Trend erkennbar.

Die Folge: Deutsche Innenstädte sehen sich immer ähnlicher. Allein anhand des Shopping-, Café- oder nun eben auch Pizza-Angebots lässt sich kaum noch differenzieren, in welcher Ecke der Republik man sich gerade befindet. Dies trifft zumindest auf Großstädte und Ballungsräume rund um die Metropolen zu.

Vapiano Aktie: Zweite Gewinnwarnung innerhalb weniger Monate

Doch die Expansion hat auch ihre Schattenseiten. Das bekommt ausgerechnet Pionier Vapiano mehr und mehr zu spüren. Erst vor wenigen Tagen musste die Kette eine erneute Gewinnwarnung herausgeben, es war bereits die zweite in diesem Jahr. Als Begründung wurde darauf verwiesen, dass sich die Geschäfte in neu eröffneten Filialen sowie die Umsätze in Europa schwächer entwickelten als erwartet.

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Anstelle der bislang erwarteten 385 bis 400 Millionen Euro Umsatz erwartet das Unternehmen nun lediglich noch 375 bis 385 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wurde ebenfalls nach unten korrigiert von vormals 42 bis 47 Millionen auf nur noch 34 bis 38 Millionen Euro. Im Verhältnis zum Vorjahr liegt man damit zwar im Plus, aber die hochgeschraubten Erwartungen können nicht erfüllt werden – und genau das ist Gift aus Sicht von Anlegern.

Vapiano war vor anderthalb Jahren als erste der Ketten an die Börse gegangen. Der Schritt ans Parkett wurde damals als Aufbruchssignal für die Branche verstanden. Mittlerweile zeigt sich jedoch, dass das Unternehmen strategische Fehler gemacht hat – etwa durch zu hohes Tempo bei neuen Filialeröffnungen.

Neuer Chef soll Gastro-Kette aus der Krise führen

Die Vapiano Aktie ist unter die Räder geraten und nicht einmal mehr ein Drittel der 23 Euro wert, zu denen sie beim Börsengang ausgegeben wurde. Für einen heftigen Kursrutsch hatte die eingangs erwähnte Gewinnwarnung Anfang September gesorgt. Damals stürzte das Papier innerhalb weniger Tage zunächst von 18 auf 12 und schließlich auf unter 10 Euro. Zuletzt wurde es für 7,40 Euro gehandelt.

Vapiano selbst hat inzwischen die Reißleine gezogen und kurzfristig den Chef ausgetauscht. Seit Anfang Dezember leitet Cornelius Everke nun die Geschicke der Kette als Vorstandsvorsitzender. Er war bislang als Vorstand für die internationalen Märkte verantwortlich.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.