Vapiano: Mit Pizza und Pasta an die Börse

Lernen Sie in diesem Artikel von Tobias Schöneich mit Vapiano den jüngsten Börsen-Debütanten auf dem deutschen Börsen-Parkett kennen: (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Heute feierte mit Vapiano ein erst 2002 gegründetes und auf die Zubereitung und den Verkauf von Pizza und Pasta spezialisiertes Unternehmen sein Börsendebüt.

Bevor ich gleich auf die jüngsten Zahlen und auf die Details zum Börsengang von Vapiano eingehe, möchte ich Ihnen den Konzern kurz vorstellen.

Vapiano im Portrait

Vapiano ist in der System-Gastronomie tätig, wurde 2002 in Hamburg gegründet und hat seinen Sitz in Bonn.

In den Restaurants der Vapiano-Kette werden italienische Speisen (vorwiegend Pizza und Pasta) nach dem sogenannten Fast-Casual-Prinzip angeboten.

Zur Erläuterung:

Ein Fast-Casual-Restaurant ist ein Restaurant, das durch frische Produkte und einen schnellen, reduzierten Service charakterisiert wird.

Es ist damit, wenn Sie so wollen, eine moderne und gesundheitsbewusstere Form von Fast Food.

Größter Anteilseigner von Vapiano ist seit 2011 die Vermögens-Verwaltung Mayfair, die in Hamburg ansässig ist und den Erben der Tchibo-Gründer gehört.

Die Vapiano-Restaurants werden zu rund 1/3 selbst, mehrheitlich aber von Franchise-Partnern oder als Joint Venture betrieben.

Einschließlich Franchise-Partnern kam Vapiano zuletzt auf 180 Standorte in 31 Ländern.

Man zählte viele Jahre zu den am schnellsten wachsenden Vertretern der Branche.

Aktuelle Zahlen und Details zum Börsengang

Die Vapiano SE erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr mit rund 5.500 Mitarbeitern einen Umsatz von 249 Mio. €.

Der Geschäftsbericht und die beiden Seiten einer BilanzSchlussgong-Bilanz-Serie Teil 2: Erfahren Sie, was ein Geschäftsbericht beinhaltet und was es mit den beiden Seiten einer Bilanz auf sich hat. › mehr lesen

Von 2014 – 2016 war der Umsatz nach Firmen-Angaben jährlich um rund 28% gewachsen.

Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) lag zuletzt bei 28,6 Mio. €. Damit kommt Vapiano auf eine EBITDA-Gewinnmarge von rund 11,5%.

Bis Ende 2020 (also auf Sicht von 3,5 Jahren) soll sich die Zahl der Restaurants von zuletzt 185 auf  dann 330 beinahe verdoppeln.

Vapiano: Details zum Börsengang

Kommen wir nun zu den Details des Börsengangs:

Die vor dem Börsengang gesetzte Preisspanne für die Vapiano-Aktien lag bei 21 – 27 €.

Der tatsächliche Emissions-Preis (also der Preis, zu dem die Aktien schließlich an den Mann bzw. die Frau gebracht wurden) lag bei 23 €.

Der 1. Börsenkurs lag bei 23,95 € und damit über dem Emissions-Preis.

Im weiteren Verlauf des heutigen Handelstages rutschte die Vapiano-Aktie dann aber zeitweise unter den Emissions-Preis.

Im Zuge des Börsengangs wurden 3,7 Mio. Aktien platziert und insges. 184 Mio. € eingenommen. Davon fließen Vapiano direkt 85 Mio. € zu.

Fazit

Wie fast immer im Zusammenhang mit Neuemissionen (Börsengängen), rate ich auch hier zumindest in der Startphase vom Kauf der Vapiano-Aktie ab.

Der Grund: Ich empfehle in den meisten Fällen, sich nicht an Börsengängen zu beteiligen bzw. Aktien unmittelbar nach einem Börsengang zu erwerben.

Stattdessen sollten Sie die Aktie ggf. etwas später kaufen, wenn erste Quartals-Berichte vorliegen und das Geschäft nach Beendigung der Börsengang-Werbemaßnahmen besser beurteilt werden kann.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.