Vapiano vor der Pleite: Ich habe mehrfach gewarnt!

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Bei der Restaurantkette Vapiano liegt der Insolvenzgrund Zahlungsunfähigkeit vor. Nun soll die Politik helfen. Ich habe Sie rechtzeitig gewarnt. (Foto: Tobias Arhelger / shutterstock.com)

Wir leben aktuell in extrem schwierigen Zeiten. Auch wenn es zuletzt einige ermutigende Signale gab, die Lage im ursprünglichen Krisenland China scheint sich schnell und deutlich zu erholen, so ist dennoch schon heute klar, dass es einige Unternehmen nicht mehr geben wird, wenn die Corona-Krise vorbei ist.

Zu diesen Unternehmen dürfte auch die deutsche Restaurant-Kette Vapiano zählen, die vor wenigen Tagen mitgeteilt hat, dass man aufgrund der Corona-Krise weitere drastische Umsatzeinbußen verzeichnet und einen weiteren Rückgang des Ergebnisses. Aktuell, so das Unternehmen, erziele man fast keine Umsätze mehr, während die Gehälter, Mieten und Betriebskosten weiter anfallen.

Dies bedeutet nunmehr einen weiteren Umsatzrückgang, einen weiteren signifikanten Anstieg des Liquiditätsbedarfs und Rückgang des bereinigten Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) sowie des Konzerngesamtergebnisses im 1. und 2. Quartal 2020 gegenüber dem Niveau des jeweiligen Vorjahreszeitraums.

Insolvenzgrund Zahlungsunfähigkeit eingetreten

Darüber hinaus teilte Vapiano mit, dass aufgrund des drastischen Umsatz- und Einnahmenrückgangs am vergangenen Freitag der Insolvenzgrund der Zahlungsunfähigkeit eingetreten sei.

Nach geltender Rechtslage ist der Vorstand von Vapiano verpflichtet, ohne schuldhaftes Zögern, spätestens aber innerhalb von 3 Wochen (seit Erkennen der Zahlungsunfähigkeit am vergangenen Freitag) den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen. Aktuell, so das Unternehmen, prüfe man sorgfältig, ob die Einleitung eines Insolvenzverfahrens in der genannten Frist abgewendet werden kann.

Bundesregierung soll helfen

Vapiano richtete sich ebenfalls am vergangenen Freitag mit einem dringenden Appell an die deutsche Politik und forderte diese auf, die angekündigten schnellen und unbürokratischen Hilfen und Unterstützungsprogramme für Unternehmen, die von den wirtschaftlichen Folgen von COVID-19 besonders stark betroffen sind, zeitnah umzusetzen.

Das Instrument des KfW-Unternehmerkredites zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen sei zum jetzigen Zeitpunkt (am vergangenen Freitag) offenbar nicht verfügbar, da eine Antragstellung über die dafür zuständigen Hausbanken derzeit (ebenfalls Stand vergangener Freitag) noch nicht möglich sei.

Meine Einschätzung: Keine Rettung von Zombieunternehmen

Das Problem: Bei Vapiano sind die ersten Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus nach meiner Einschätzung nur der Tropfen gewesen, der das Fass zum überlaufen brachte.

Das Unternehmen hat bereits seit längerer Zeit erhebliche Ertragsprobleme! So hart es klingen mag: Ich plädiere dafür, Vapiano nicht zu retten und auch andere Zombieunternehmen (Unternehmen, die auch in der Zeit vor Corona nur aufgrund des billigen Geldes überleben konnten) nicht mit Steuermitteln zu retten.

Die Politik sollte sich stattdessen darauf beschränken, die Unternehmen und Selbständigen zu unterstützen, die ein tragfähiges Geschäftsmodell haben, das ohne Corona nicht in Schieflage war bzw. geraten wäre.

Zusätzlich sollte der Staat Geld in Zukunftstechnologien investieren (Aufbau 5G-Netz für ein leistungsstarkes Internet in Deutschland, 3-D-Druck für die verstärkte Produktion vor Ort, Ausbau Wasserstoffkapazitäten für eine erfolgreiche Energiewende etc.)

Lassen Sie mich abschließend noch sagen, dass ich hier im Schlussgong in den vergangenen Jahren mehrfach vor einer Investition in die Vapiano-Aktie gewarnt habe. Ich hoffe, Sie sind meinem Rat gefolgt.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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