Varta-Aktie: Übernahme soll Umsatzvolumen verdoppeln

Mann Kurse Zettel Rechner Tisch – Rawpixel.com – shutterstock_613049738

Batteriespezialist kauft Geschäft mit Haushaltsbatterien zurück. Behörden spielen Varta in die Hände und machen niedrigen Kaufpreis möglich. Mega-Deal katapultiert Varta in nächste Dimension (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Während sich in den letzten Jahren viele Börsengänge als Rohrkrepierer entpuppten, konnten sich die Anleger des Batterieherstellers Varta die Hände reiben. Im Oktober 2017 kamen die Papiere zu 17,50 Euro an den Markt. Mittlerweile notiert die Aktie mit 45 Euro je Anteilschein deutlich höher und nur knapp unter ihrem Rekordhoch. Sogar das schwache Börsenjahr 2018 ließ Varta kalt. Währen der DAX 18% in den Keller stürzte, kletterten die Varta-Aktie um 17% nach oben.

Jetzt hat Varta eine bedeutende Übernahme bekanntgegeben, die den Umsatz auf einen Schlag verdoppelt. 17 Jahre nach der Zerschlagung der ehemaligen Varta AG in drei Teile will Varta das Geschäft mit Haushaltsbatterien und Taschenlampen wieder zurückkaufen.

Varta – der Batteriespezialist

Bevor ich auf die aktuelle Übernahme eingehe, möchte ich Ihnen den Konzern aus Ellwangen erst einmal näher vorstellen. Varta ist über ihre operativen Tochtergesellschaften VARTA Microbattery GmbH und VARTA Storage GmbH in den Geschäftssegmenten Microbatteries und Energy Storage Solutions tätig.

Als einer der zwei weltweit größten Hersteller von Mikrobatterien für Hörgeräte (gemessen am Produktionsvolumen) ist die VARTA Microbattery GmbH ein Pionier im Mikrobatteriesektor. Daneben ist die VARTA Microbattery GmbH bestrebt, ihre Expertise im Bereich der Mikrobatterien für Hörgeräte auf den Wachstumsmarkt für wiederaufladbare Mikrobatterien für die Unterhaltungselektronik und eine Vielzahl an industriellen Anwendungen zu übertragen.

Durch ihre Tochtergesellschaft VARTA Storage GmbH fokussiert sich die Gruppe auf das Design, die Systemintegration und die Montage von stationären Lithium-Ionen-Energiespeichersystemen für Haushalte und maßgeschneiderte Batteriespeichersysteme für OEM-Kunden. Mit vier Produktions- und Fertigungsstätten in Europa und Asien sowie Vertriebszentren in Asien, Europa und den USA sind die operativen Tochtergesellschaften der Gruppe derzeit in über 75 Ländern weltweit tätig.

Varta kauft Geschäft mit Haushaltsbatterien zurück

Die gerade gemeldete Übernahme ist für Varta nicht nur ein wichtiger Meilenstein, sondern auch ein Schnäppchen. Der bisherige Eigentümer der Varta Consumer Batteries, die Engergizer Holdings, war von der EU-Kommission verpflichtet worden, die Einheit innerhalb von sechs Monaten zu verkaufen. Energizer Holdings hatte die Sparte zusammen mit der Marke Rayovac von Spectrum Brands für 2 Milliarden Dollar gekauft. Der Deal ging aber nur der Bedingung des Weiterverkaufs von Varta Consumer Batteries durch.

Jetzt stand der Verkäufer unter Zeitdruck, was sich im Preis widergespiegelt hat. Laut dem Finanzchef Steffen Munz lag der Kaufpreis deutlich unter den momentan üblichen Bewertungskennziffern für Unternehmen im Batteriesektor.

Varta zahlt 100 Millionen Euro und bekommt 300 Millionen Euro Umsatz

Varta zahlt für das Batteriegeschäft netto „nur“ rund 100 Millionen Euro. Dafür erhält der Ellwanger Konzern so einiges: Zu Varta Consumer Batteries gehören Gesellschaften in mehr als 20 Ländern mit dem Hauptproduktionsstandort in Dischingen. Zum Produktportfolio zählen Batterien, Akkus, Ladegeräte, Portable Power (Power Banks) und Leuchten.

Für das Geschäftsjahr 2019 wird ein Umsatz von rund 300 Millionen Euro erwartet. Der bisherige Eigentümer Energizer Holdings wird die Marke Varta über eine Lizenzvereinbarung im Retail-Vertrieb in den USA und Asien weiter nutzen.

EBITDA soll 100 Millionen Euro-Marke knacken

Zusammen dürfte das kombinierte Geschäft in 2019 auf rund 615 Millionen Euro kommen. Beim operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) will der Konzern erstmals die 100 Millionen Euro-Marke knacken. Mit dem stabilen Geschäft der Haushaltsbatterien soll vor allem das wachstumsstarke Segment der Lithium-Ionen-Batterien vorangetrieben werden.

Wall Street – Alles dreht sich ab jetzt um den S&P 500

Wall Street – Alles dreht sich ab jetzt um den S&P 500In der letzten Woche hat sich der S&P 500 Index seinem Rekordhoch bei 3.400 Punkten angenähert. Bislang konnte aber kein Ausbruch vollzogen werden. Allerdings ist diesen Aspekt gilt es ebenfalls… › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Rene König. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz