Varta: An der Aktie des Batteriespezialisten scheiden sich die Geister

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Varta: Batteriespezialist mit satten Wachstumsraten und erhöhter Prognose. Anleger gehen dennoch auf die Seitenlinie (Foto: ricochet64 / shutterstock.com)

Die Aktie des Anlegerlieblings Varta (Kurs +400% in 2019) steht auch in diesem Jahr bei den Investoren hoch im Kurs. Nach einer massiven Korrektur zum Jahresbeginn (-56%) hat sich das Blatt seit März wieder gewendet. Nach der Prognoseanhebung vor wenigen Tagen erreichten die Papiere sogar kurzfristig wieder ihr altes Rekordhoch, bevor der Kurs mit Vorlage der Quartalszahlen wieder deutlich bröckelte.

Varta im Portrait

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen den Batteriespezialisten gerne näher vorstellen: Die VARTA AG ist ein Unternehmen mit Sitz in Ellwangen, Jagst. Das Unternehmen produziert und vermarktet ein umfassendes Batterie-Portfolio von Mikrobatterien, Haushaltsbatterien, Energiespeichersystemen bis zu kundenspezifischen Batterielösungen für eine Vielzahl von Anwendungen. Als Muttergesellschaft der Gruppe ist sie in den Geschäftssegmenten „Microbatteries & Solutions“ und „Household Batteries“ tätig.

Das Segment „Microbatteries & Solutions“ fokussiert sich auf das OEM-Geschäft für Mikrobatterien sowie auf das Lithium-IonenBatteriepack-Geschäft.

Das Segment „Household Batteries“ umfasst das Batteriegeschäft für Endkunden darunter Haushaltsbatterien, Akkus, Ladegeräte, Portable Power (Power Banks) und Leuchten sowie Energiespeicher. Mit fünf Produktions- und Fertigungsstätten in Europa und Asien sowie Vertriebszentren in Asien, Europa und den USA sind die operativen Tochtergesellschaften der VARTA AG derzeit in über 75 Ländern weltweit tätig. Als international agierendes Unternehmen kann die VARTA AG auf eine über 130 jährige Unternehmensgeschichte zurückblicken.

Rasantes Wachstum – Umsatz klettert um 158% in die Höhe

Im ersten Halbjahr zeigte Varta eine hohe Geschäftsdynamik. Der Umsatz schoss regelrecht um 158% auf 390,7 Millionen Euro nach oben. Allerdings ging ein Großteil des Wachstums auf das Konto eines Zukaufs. Ohne die Akquisition hätte das Umsatzwachstum „nur“ bei 66,5% gelegen.

Auch ergebnisseitig zeigten die Ellwangener eine deutliche Verbesserung: Im Jahresvergleich erhöhte sich das bereinigte Vorsteuerergebnis (EBITDA) auf 102,1 Millionen Euro (+174%). Entsprechend verbesserte sich die EBITDA-Marge auf 26,1% (vs. 24,6% im Vorjahreszeitraum).

Lithium-Ionen-Geschäft sorgt für kräftigen Rückenwind

Zu den guten Ergebnissen trugen laut Firmenboss Herbert Schein alle Geschäftsbereiche bei. Die höchsten Wachstumsraten konnten allerdings im Lithium-Ionen-Geschäft verbucht werden. Zugleich setzt das Unternehmen mit dem massiven Ausbau der Produktionskapazitäten auf 300 Millionen Batterien bis Ende 2021 auf weiteres Wachstum und zeigt sich zuversichtlich.

Prognose wird nach oben geschraubt

Nach dem robusten Jahressstart passt der Ellwangener Konzern nun seine Planung an: Bislang hatte Varta beim Umsatz 780 bis 800 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Jetzt sollen 810 bis 830 Millionen Euro an Umsatz durch die Bücher gehen.

Beim bereinigten operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sollen nun 210 bis 215 Millionen Euro hängen bleiben. Für Sie zum Vergleich: Zuvor war der Batteriespezialist nur von 175 bis 185 Millionen Euro ausgegangen. Sollte Varta das obere Ende der neuen Planungsspanne erreichen, würde ein EBITDA-Anstieg von 121% erreicht.

Vor allem der hohe Auftragsbestand sorgt bei Firmenboss Schein für Zuversicht. Im Zuge der erhöhten Planung passt Varta auch seine Kalkulation für die Investitionen an. Für die geplante Erweiterung der Produktionskapazitäten von bisher 200 auf 300 Millionen Zellen sollen die Investitionen für 2020 statt 300 bis 330 Millionen Euro nun 320 bis 360 Mill. Euro betragen.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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