Varta: Batteriespezialisten meldet kräftige Wachstumsraten

Varta Aktie Batterie Technologie RED – shutterstock_437628544

Der Batteriekonzern Varta überzeugt mit kräftigem Umsatz- und Gewinnsprung: Der Kurs setzt zu alten Höhen an, aber die Meinungen der Analysten gehen auseinander. (Foto: ricochet64 / shutterstock.com)

Nach einer phänomenalen Kursentwicklung der Varta-Aktie im letzten Jahr (Kurs +400% in 2019), brauchen Anleger in diesem Jahr starke Nerven. Von Januar bis März sackten die Papiere von 120 bis auf 54 Euro in den Keller. Wer zu diesem Zeitpunkt das Handtuch geworfen hat, dürfte sich inzwischen aber grün und blau ärgern. Mit starken Zahlen im Rücken haben sich die Papiere inzwischen wieder deutlich berappelt und fast wieder das Jahresanfangsniveau erreicht.

Ist der jüngste Kursaufschwung fundamental gerechtfertigt? Wie steht es um die Prognose der Firma und wie schätzen die Analysten das zukünftige Potenzial der Aktie ein?

Varta im Portrait

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen den Batteriespezialisten gerne näher vorstellen: Die VARTA AG ist ein Unternehmen mit Sitz in Ellwangen, Jagst. Das Unternehmen produziert und vermarktet ein umfassendes Batterie-Portfolio von Mikrobatterien, Haushaltsbatterien, Energiespeichersystemen bis zu kundenspezifischen Batterielösungen für eine Vielzahl von Anwendungen. Als Muttergesellschaft der Gruppe ist sie in den Geschäftssegmenten „Microbatteries & Solutions“ und „Household Batteries“ tätig.

Das Segment „Microbatteries & Solutions“ fokussiert sich auf das OEM-Geschäft für Mikrobatterien sowie auf das Lithium-IonenBatteriepack-Geschäft.

Das Segment „Household Batteries“ umfasst das Batteriegeschäft für Endkunden darunter Haushaltsbatterien, Akkus, Ladegeräte, Portable Power (Power Banks) und Leuchten sowie Energiespeicher. Mit fünf Produktions- und Fertigungsstätten in Europa und Asien sowie Vertriebszentren in Asien, Europa und den USA sind die operativen Tochtergesellschaften der VARTA AG derzeit in über 75 Ländern weltweit tätig. Als international agierendes Unternehmen kann die VARTA AG auf eine über 130 jährige Unternehmensgeschichte zurückblicken.

Boom bei kabellosen Kopfhörer sorgt für starken Rückenwind

Zuletzt hat der Boom bei kabellosen Kopfhörer und der Rückkauf des traditionellen Batteriegeschäfts die Umsätze beflügelt. Sie müssen wissen: Der Konzern beliefert unter anderem Apple und Samsung. Den Marktanteil geben die Schwaben mit mehr als 50 % an.

In den ersten neun Monaten kletterten der Umsatz auf 630 Millionen Euro, was einem Zuwachs um 160% entspricht. Allerdings ging ein Großteil dieser Entwicklung auf das Konto des Zukaufs. Rein organisch (also ohne Akquisitionen) hätte das Umsatzwachstum bei 70% gelegen.

Gewinn deutlich verbessert

Das operative Ergebnis kletterte unterdessen um 181% auf 176,8 Millionen Euro. Ohne die Haushaltsbatterien lag das Plus bei 128%. Die operative Gewinnmarge betrug entsprechend nun 28 %, was einem Anstieg um 2,1 Prozentpunkte zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum entspricht. Unter dem Strich stand mit 78,3 Millionen Euro mehr als doppelt so viel Gewinn in den Büchern wie vor einem Jahr (33 Millionen Euro).

Massiver Ausbau der Produktionskapazitäten geplant

Für die Zukunft peilt Firmenboss Herbert Schein eine deutliche Effizienzsteigerung an. Geplant ist eine Steigerung der Produktionsgeschwindigkeit um 50% im kommenden Jahr. Zudem soll die Energiedichte der Lithium-Ionen-Batterien weiter verbessert werden. Bis zum Jahr 2021 sollen die Produktionskapazität insgesamt auf 300 Millionen Batterien ausgebaut werden.

Prognose wird nochmals angehoben

Mit Vorlage der Zahlen hob der Batteriekonzern auch seine Jahresprognose nochmals an. Kurz zum Hintergrund: Nach dem robusten Jahressstart passt der Ellwangener Konzern bereits vor einigen Monaten seine Umsatzprognose von 780 bis 800 Millionen Euro auf 810 bis 830 Millionen Euro an. Nun sollen 840 bis 860 Millionen Euro an Umsatz durch die Bücher gehen.

Beim bereinigten operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sollen nun 230 bis 235 Millionen Euro hängenbleiben. Bislang peilte der Konzern hier 215 Millionen Euro an.

Analysten weiter uneins

Während sich Varta selbst zuversichtlich zeigt und im nächsten Jahr wohl die Umsatzmilliarde knacken wird, sind die Analysten eher zurückhaltend. Während Skeptiker zunehmenden Wettbewerb und Margendruck fürchten, verweisen die Befürworter der Aktie auf das langfristige Marktpotenzial. Das durchschnittliche Votum der Experten liegt derzeit bei Halten, wobei die einzelnen Kurszielen zwischen 80 und 160 Euro variieren (aktueller Kurs: 114,5 Euro).

Apple führt Aktiensplit durch - was bedeutet das?

Apple führt Aktiensplit durch - was bedeutet das?Plötzlich ist eine Aktie von Apple nicht mehr 400 € sondern nur noch 100 € wert. Was ist da denn über Nacht passiert? Keine Sorge - das ist kein massiver… › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Rene König. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz