Varta-Börsengang im Blickpunkt

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Erfahren Sie in diesem Beitrag alles Wissenswerte rund um den Börsengang des Batterie-Herstellers Varta vom vergangenen Donnerstag: (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Zuletzt hatte ich an dieser Stelle einige Male über bevorstehende oder gerade frisch über die Bühne gegangene Börsengänge berichtet.

Ein Börsengang, den ich Ihnen bereits angekündigt hatte, war der von Varta.

Dieser fand am vergangenen Donnerstag statt, hatte aber ursprünglich bereits vor 1 Jahr steigen sollen.

Varta ist zwar ein Batterie-Hersteller, hat allerdings mit dem Boom-Thema Elektromobilität und Batterien für E-Autos nichts zu tun.

Dennoch deuten die sehr hohe Nachfrage nach Varta-Aktien und die hohe Bewertung darauf hin, dass einige Anleger dies vielleicht nicht wissen.

2 umjubelte IPOs im Bereich Elektromobilität in 2017

Im laufenden Jahr gab es gleich 2 vielumjubelte Börsengänge aus diesem Segment:

  1. Im Frühjahr ging der Spezialmaschinenbauer Aumann, der stark vom Trend der Elektromobilität profitiert, an die Börse, und die Aumann-Aktie legte seither erheblich zu.
  2. Und kürzlich folgte der Börsengang von Voltabox, einem Hersteller von Batterien für Spezialfahrzeuge.

Beide Börsengänge sorgten für einigen Wirbel und bei beiden waren deutliche Zeichnungs-Gewinne zu erzielen.

Daher drängt sich mir der Verdacht auf, dass einige Anleger bei Varta auf eine ähnliche Entwicklung gesetzt haben.

Und tatsächlich: Auch bei Varta waren deutliche Zeichnungs-Gewinne drin.

Die Varta-Aktie, die zum Ausgabepreis von 17,50 € platziert wurde, erreichte eine Erstnotiz von 24,25 €. Das bedeutete einen Zeichnungs-Gewinn von 38,6%.

In der Folge machten jedoch zahlreiche Anleger Kasse und der Kurs sackte auf knapp über 19 € ab. Aktuell notiert die Varta-Aktie bei gut 22 €.

Varta im Kurzportrait

Kommen wir nun dazu , was hinter dem Unternehmen steckt:

Varta stellt u. a. wiederaufladbare Lithium-Ionen-Mikrobatterien her. Diese werden in mobilen Geräten immer stärker verbaut.

Die 150 Mio. €, welche Varta im Zuge des Börsengangs eingenommen hat, sollen in diese beiden Bereiche fließen:

  • zum einen in die Ausweitung der Produktions-Kapazität von wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Mikrobatterien (80 Mio. €)
  • und zum anderen in den Aufbau einer neuen Produktions-Linie für Zink-Luft-Hörgeräte-Batterien(rund 30 Mio. €).

Laut Wertpapier-Prospekt hat Varta im 1. Halbjahr 2017 einen Umsatz von 119,7 Mio. € erzielt – und damit immerhin 12% mehr als im Vorjahr.

Hierbei profitierte Varta von seiner starken Positionierung in konjunkturunabhängigen Wachstumsmärkten.

Sehr ambitionierte Bewertung

Angesichts des zu erwartenden Netto-Gewinns für dieses Jahr ergibt sich aktuell ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 30.

Für ein Unternehmen mit einem Umsatz-Wachstum von zuletzt 12% und einer Netto-Marge von 9% ist das aus meiner Sicht zu viel.

Einem dynamischen Wachstumswert würde ich eine solche Bewertung zugestehen – nicht aber einem eher soliden Konzern wie Varta.

Fazit

Auf dem aktuellen Bewertungs-Niveau ist die Varta-Aktie aus meiner Sicht für sicherheitsorientierte Value-Investoren uninteressant.

Wenn Sie die Aktie zu einem späteren Zeitpunkt mit einer günstigeren Bewertung bekommen können, kann sich dieses Investment aber durchaus lohnen.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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