Varta: Börsen-Neuling nach Zahlen gefragt

Lesen Sie hier, wie sich Börsen-Neuling Varta in den ersten 9 Monaten des laufenden Geschäftsjahres geschlagen hat und wie es weitergeht: (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Vor gut 1 Monat schaffte der mittelständische Batterie-Spezialist Varta den Gang aufs deutsche Börsen-Parkett.

Heute legte das Unternehmen seine Zahlen für die ersten 9 Monate des laufenden Geschäftsjahres vor und bestätigte den Ausblick für das Gesamtjahr.

Sie werden gleich eine Zusammenfassung der heute veröffentlichten Zahlen und meine Einschätzung zur Varta-Aktie lesen.

Zunächst möchte ich Ihnen einige Hintergründe zum Varta-Börsengang an die Hand geben und Ihnen den Konzern kurz vorstellen:

Hintergründe zum Börsengang

Das Thema Elektromobilität elektrisierte in diesem Jahr die Anleger.

So kam es dann auch, dass nach dem sehr erfolgreichen Börsengang der Aumann AG (im Bereich Elektromobilität tätiger Maschinenbauer) auch bei Voltabox (Batterie-Hersteller im Bereich Elektromobilität) deutliche Zeichnungs-Gewinne drin waren.

Darauf setzten wohl auch die Zeichner der Varta-Aktie, schließlich stellt Varta Batterien her.

Was einige Anleger dabei übersehen haben: Varta stellt hauptsächlich Batterien für Hörgeräte und andere kleine Geräte her.

Dennoch ging der Plan auf: Auch bei Varta waren Zeichnungs-Gewinne von über 30% drin.

Der Zeichnungs-Preis der Varta-Aktie lag bei 17,50 €, die Erstnotiz lag bei 24,25 €. Das bedeutete einen Zeichnungs-Gewinn von 38,6%.

In der Folge sackte die Varta-Aktie aber wieder ab und rutschte zwischenzeitlich unter die 20-€-Marke.

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Börsen-Neuling Varta im Portrait

Varta stellt u. a. wiederaufladbare Lithium-Ionen-Mikrobatterien her. Diese werden in mobilen Geräten (u. a. in Hörgeräten) immer stärker verbaut.

Mit 5 Produktions- und Fertigungsstätten in Europa und Asien sowie Vertriebs-Zentren in Asien, Europa und den USA sind die operativen Tochtergesellschaften der Varta AG Gruppe derzeit in über 75 Ländern weltweit tätig.

Zusammenfassung der 9-Monats-Zahlen

Varta steigerte den Umsatz in den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres 2017 um 12,1% auf 180,2 Mio. €.

Der operative Gewinn (EBIT) legte – deutlich überproportional zum Umsatz – um 104,1% auf 26,5 Mio. € zu.

Der Vorsteuer-Gewinn (EBT) kletterte um 116,4% auf 23,3 Mio. € und der Netto-Gewinn um 104,5% auf 17,7 Mio. €.

Aufgrund des sehr erfreulichen Quartals-Berichts rechnet die Varta AG für das Gesamtjahr 2017 weiterhin mit einem „signifikant positiveren“ Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr.

Fazit

Meine Einschätzung: Angesichts des zu erwartenden Netto-Gewinns für dieses Jahr ergibt sich aktuell ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 30.

Für ein Unternehmen mit einem Umsatz-Wachstum von zuletzt 12% und einer Netto-Marge von knapp 10% ist das aus meiner Sicht zu viel.

Einem dynamischen Wachstumswert würde ich eine solche Bewertung zugestehen – nicht aber einem solide wachsenden Konzern wie Varta.

Daher ist die Varta-Aktie auf dem aktuellen Bewertungs-Niveau für mich eher ein Kandidat für die Beobachtungsliste als ein Kaufkandidat.

Sollte das Papier zu einem späteren Zeitpunkt auf einem günstigeren Bewertungs-Niveau zu haben sein, könnte ein Kauf durchaus vielversprechend sein.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.