Varta Microbattery: Batterie-Hersteller plant Börsen-Comeback

Lange war es ruhig geworden bei Börsengängen in Deutschland; die Liste der Börsen-Aspiranten ist weiterhin denkbar kurz.

Mit Varta wagt sich jetzt ein Technologie-Konzern hervor, den viele von Ihnen zumindest durch seine Produkte bereits kennen dürften.

Was die heutige Varta mit der Varta von früher gemeinsam hat und warum das Unternehmen wieder an die Börse will, erfahren Sie hier:

Varta – ein deutscher Traditions-Konzern

Bei Varta handelt es sich um einen richtigen Traditions-Konzern.

Die 1904 gegründete Firma war lange der Grundstock der Geschäfte der Industrie-Dynastie Quandt, die auch an BMW beteiligt ist. Im Jahr 2002 wurde der Konzern allerdings in 3 Teile zerschlagen.

Das größere Geschäft mit Autobatterien ging an den US-Konzern Johnson Controls, während die Sparte mit Haushalts-Batterien an Rayovac (heute Spectrum Brands) veräußert wurde.

Der Bereich mit Microbatterien, der jetzt sein Börsen-Comeback plant, ging an die österreichische Montana-Holding des Investors Michael Tojner.

Den Marken-Namen haben sich übrigens weiterhin alle Gesellschaften geteilt.

Gut 200 Mio. € Umsatz und 15% EBITDA-Marge

Mit etwa 2.000 Mitarbeitern setzte der deutsche Batterie-Hersteller in den ersten 9 Monaten 161 Mio. € um. Für das Gesamtjahr rechnen Insider mit einem Jahres-Erlös von 200 Mio. €.

Dabei könnte das Unternehmen auf ein EBITDA, also einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 30 Mio. € kommen.

Pionier im Bereich Mikro-Batterien

Der Varta-Konzern verfügt über 2 Geschäftsbereiche:

  1. Im Geschäftsbereich Microbatteries fokussiert sich die Gruppe auf die Produktion von wiederaufladbaren und Einweg-Mikrobatterien für Hörgeräte sowie Mikrobatterien für Unterhaltungs-Elektronik – insbesondere kabellose Premium-Kopfhörer – und für industrielle Anwendungen.
  2. Im Geschäftsbereich Energy Storage Solutions setzt die Firma hingegen auf Energie-Speichersysteme für Haushalte und gewerbliche Kunden. Die großen Hoffnungen der Gruppe liegen hier auf Batterien, in denen Energie gespeichert werden kann, die auf Solardächern gewonnen wird.

Wachstumsmarkt Hörgeräte

Im Markt für Batterien für Hörgeräte ist Varta ein führender Anbieter. Im Jahr 2015 hat das Unternehmen mehr als 900 Mio. Mikrobatterien, ein Großteil davon für Hörgeräte, an den Mann gebracht.

Damit ist die Firma in einem strukturellen Zielmarkt engagiert. Der weltweite Absatz von Hörgeräten erhöhte sich in den vergangenen 5 Jahren um 4 – 5% pro Jahr.

Alleine im letzten Jahr gingen 12 Mio. Hörgeräte über den Tresen. Dabei liegen die Wachstumstreiber klar auf der Hand:

Bis zum Jahr 2050 dürfte sich der Anteil der über 65-jährigen Menschen nahezu verdoppeln. Zugleich ist die Penetration im Markt für Hörgeräte noch niedrig.

Liegt diese in den industrialisierten Ländern bei 20 – 25%, so beträgt der Anteil in den Entwicklungsländern gerade einmal ein Bruchteil davon.

Auf der anderen Seite dürfte der Energie-Verbrauch deutlich ansteigen. Zusätzliche Hörgeräte-Funktionen wie Streaming könnten den Batterie-Verbrauch massiv nach oben schrauben.

Bruttoemissions-Erlöse von bis zu 200 Mio. € erwartet

Die mit dem Börsengang eingenommenen Mittel sollen für interne Investitionen und in den Bau einer Batterie-Fabrik fließen.

Wenn der Sprung auf das Parkett gelingt, könnte Varta einen Unternehmenswert von 400 – 600 Mio. € erreichen.

Ob sich ein Engagement für Anleger lohnt, wird aber erst die Festlegung der Preisspanne – und somit die Bewertung der Firma – zeigen.

8. November 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

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