VCA-Aktie: Nahrungsmittel-Konzern Mars schluckt Tierklinik-Betreiber in Milliarden-Deal

Wenn Sie an Mars denken, dann kommt Ihnen bestimmt als erstes der Karamell-Schokoriegel in den Sinn.

Vielleicht fallen Ihnen auch noch weitere Produkte des amerikanischen Traditions-Konzerns (Gründung: 1911) ein.

Immerhin ist der verschwiegene Familien-Konzern gleich mit einem ganzen Bündel von populären Produkten weltweit im Geschäft.

Am bekanntesten sind mit Sicherheit die Schokoriegel Twix, Bounty, Snickers und Balisto. Aber auch Miracoli, Uncle Ben’s und der Kaugummi-Hersteller Wrigleys erfreuen sich großer Beliebtheit.

Aber die gerade getätigte Übernahme zeigt Ihnen, dass Mars eben nicht nur im Lebensmittel-Bereich aktiv ist.

Mit dem Zukauf der Tierklinik-Firma VCA mobilisiert der Konzern seine Finanzkraft und baut sein 2., eher unbekanntes Standbein im Tiergeschäft deutlich aus.

Mars macht mobil – nicht nur bei Lebensmitteln

Denn das US-Unternehmen gehört mit Marken wie Pedigree, Sheba, Frolic und Whiskas auch zu den weltweit bedeutendsten Anbietern von Tierfutter.

Seit mehr als 80 Jahren ist der Konzern bereits in der Produktion von Tierfutter unterwegs.

Im Jahr 2014 folgte dann ein strategisch wichtiger Schachzug: Mars schluckte für 2,9 Mrd. Dollar das Geschäft mit Tierfutter von Procter & Gamble.

Damit stieg Mars noch vor Nestle zum weltweit größten Anbieter von Tiernahrung auf.

Im Mars-Konzern ist die Sparte mit Tiernahrung mit 39 Marken in mehr als 50 Ländern das zweitgrößte Segment. Insgesamt macht der Familien-Betrieb rund 35 Mrd. Dollar Jahres-Umsatz.

Einstieg baut Geschäft mit Tierkliniken deutlich aus

Jetzt folgt der nächste Paukenschlag: Mars legt ein Übernahme-Angebot für VCA, einen Betreiber von Tierkliniken, auf den Tisch.

Inklusive 1,4 Mrd. Schulden wird VCA  bei dem Übernahme-Angebot von 93 Dollar immerhin mit 9,1 Mrd. Dollar bewertet.

Das ist ein Aufschlag von 31,4% auf den Schlusskurs vor der Übernahme-Meldung.

Das Objekt der Begierde wurde 1986 gegründet und betreibt fast 800 Tierkliniken und 60 Diagnostik-Labore.

Damit verdoppelt sich die Anzahl der Hospitäler für Tiere im Mars-Konzern auf einen Schlag. Denn mit der Sparte Banfield Pet Hospital betreibt Mars bereits über 900 eigene Tierkliniken.

Beeindruckendes Wachstum bei soliden Margen

Wenn Sie sich die Zahlen von VCA ansehen, wird klar, warum Mars so starkes Interesse an der Tierklinik-Firma hat. Seit 2001 kletterten die Erlöse von 488 Mio. Dollar auf 2,5 Mrd. Dollar.

Aus einem Verlust von 31 Mio. Dollar wurde ein stattlicher Gewinn von 215 Mio. Dollar. Das entspricht immerhin einer Gewinnspanne von 8,6%.

Aktie notiert knapp unter Übernahmepreis

Die Aktie notiert mit knapp über 90 Dollar nur wenige Prozent unter dem Übernahmepreis von 93 Dollar.

Dass der Deal durchgeht, ist sehr wahrscheinlich; der Verwaltungsrat und das Management stehen der Transaktion positiv gegenüber.

Auch die Anleger dürften sich nicht beschweren:

Die Aktie notiert nach einem strammen Marsch von über 300% in den vergangenen 5 Jahren auf einem Rekordhoch. Die Finanzierung ist durch J. P. Morgan ebenfalls gesichert.

Deal ergibt strategisch absolut Sinn

Für die beiden Firmen ist das Zusammengehen absolut sinnvoll:

VCA hat sich durch zahlreiche Akquisitionen selbst zu einem der größten Anbieter im Tierklinik-Markt entwickelt.

Mit dem Zukauf stärkt Mars seine Position mit Produkten und Dienstleistungen für Tiere massiv – ein verlässliches und sehr gut planbares Geschäft.

An der erfolgreichen Entwicklung von VCA dürfte sich vorerst auch nichts ändern, denn die Konzernführung und der Unternehmens-Gründer bleiben weiterhin mit an Bord.

12. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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