Invest Messe Stuttgart, von 05. bis 06. April 2019

VDAX: 0,04 Punkte für einen tollen Aktienherbst

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Ein kleiner Schritt kann jetzt im VDAX eine sehr positive Entwicklung einleiten. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Die Verunsicherung der Marktteilnehmer war im August nicht nur mit den Händen zu greifen. Sie ist auch in Charts abzulesen.

Mein liebster Gradmesser für die Verunsicherung der Investoren ist bekanntlich die Volatilität, also die Schwankungsbreite des Marktes. Für die DAX-Aktien wird diese durch den Volatilitätsindex VDAX nachgehalten.

Falls Sie sich jetzt fragen, wie sich aus der Schwankungsbreite eines Marktes eine Verunsicherung der Marktteilnehmer ableiten lässt, hier die Antwort:

Wenn Sie als Anleger Vertrauen in den Markt und damit in Ihre Investments haben, dann gibt es für Sie keine Gründe, ständig darüber nachzudenken, ob selbige noch opportun sind oder nicht.

Aus Verunsicherung wird Volatilität

Etwas anders sieht es jedoch aus, wenn Sie beispielsweise durch die Nachrichtenlage verunsichert werden. So hatte die Syrien-Krise vor wenigen Wochen massiv für eine Beunruhigung der Anleger gesorgt.

Wenn Anleger jedoch unsicher sind, ob sie ihre Investments durchhalten sollen, dann neigen viele dazu, vorschnell den Verkaufsknopf zu drücken, um Verluste oder deren Ausdehnung zu vermeiden.

Das auf diese Weise vermehrte Angebot an Aktien sorgt zum einen für einen unruhigeren, sprich: volatileren Handel. Es führt aber auch zu meist fallenden, oftmals sogar dynamisch sinkenden Kursen.

Höhere Marktschwankungen sind somit Ausdruck einer größeren Verunsicherung der Marktteilnehmer und bringen oftmals auch nachgebende Notierungen mit sich.

Geringe Volatilität deutet auf große Zuversicht der Investoren und wird in aller Regel von steigenden Kursen begleitet.

Ein steigender VDAX zeugt somit von zunehmender Verunsicherung, ein fallender von wachsendem Vertrauen der Marktteilnehmer.

VDAX: Auch mit Charttechnik analysierbar

Das Schöne am VDAX ist: Er wird täglich zum Börsenschluss ermittelt und fortgeschrieben. Der daraus resultierende Kursverlauf lässt sich wiederum mit Hilfe der Charttechnik analysieren.

Schauen wir für einen besseren Überblick zunächst einmal auf das große Bild.

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VDAX: Überblick über den Verlauf der letzten Jahre

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Seit dem Herbst-Crash 2011 tendiert der VDAX abwärts. Doch Ende Mai, kurz nach dem Erreichen eines neuen Allzeithochs, brach der Indikator plötzlich aus diesem Abwärtstrend nach oben aus.

–       Am 24. Juni erreichte er einen Spitzenwert von 22,07 (grauer Kreis) – der DAX fiel in dieser Phase deutlich zurück.

–       Bis Mitte Juli kehrte große Zuversicht zurück – der DAX zog mächtig an.

–       Im August dann erneut (Syrien-Krise) eine Zuspitzung im VDAX, wenn auch mit einem klar niedrigeren Ausschlag – der deutsche Leitindex verlor in kurzer Zeit rund 300 Zähler.

–       Seit Ende August haben sich die Marktteilnehmer wieder beruhigt – der DAX erreichte daraufhin eine neue historische Bestmarke.

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VDAX: Noch 0,04 Punkte bis zu einem goldenen Aktienherbst

Wenn wir nun einmal in den Chart hinein zoomen, dann sehen wir, dass sich vom Top im Juni ein Abwärtstrend ausgebildet hatte (linke gestrichelte violette Linie), der Mitte August nach oben verlassen wurde.

Der gelbe Kreis deutet auf eine aktuell interessante Entwicklung hin: Der VDAX ist gestern mit 14,53 fast an das Augusttief bei 14,50 heran gekommen. Kann er dieses nun unterschreiten, dann ändert das die Charttechnik:

In diesem Fall muss nämlich die Abwärtstrend-Linie vom Juni neu justiert und über das Hoch von Ende August gezogen werden. Ich habe das mit der rechten gestrichelten violetten Linie zur Anschaulichkeit schon einmal für Sie eingezeichnet. Warum das wichtig ist?

Nun, es würde den Trend-Bruch von Mitte August negieren – er verschwände und hätte sich als Fehlsignal entpuppt.

Wichtiger ist indes: Der alte Abwärtstrend ab Juni wäre – wenn auch mit flacherem Verlauf – wiederhergestellt. Damit würde dann auch der zwischenzeitlich in Frage gestellte Ausbruch aus dem Aufwärtstrend-Kanal (grüne Linien) wieder bestätigt.

Alles in allem würden damit die Weichen für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung im DAX gestellt.

Es fehlen also nur noch 0,04 Punkte für einen tollen Aktienherbst!


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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.