VDAX: Die vertrauenerweckende Reduzierung des Verunsicherungsgrades

„Der VDAX gibt die implizite Volatilität des deutschen Aktien-Leitindex DAX über 45 Tage in Prozentpunkten an. …

Grundlage der Berechnung sind die Preise einer fiktiven Option auf den DAX. Der VDAX wurde am 5. Dezember 1994 eingeführt.

Seit dem 14. Juli 1997 berechnet die Deutsche Börse AG den VDAX mit Hilfe der Black-Scholes-Formel.“

Wenn Sie nicht gerade absoluter Börsen-Profi sind oder sich auf die Analyse von und den Handel mit Optionen spezialisiert haben, werden Sie mit dieser Erläuterung auf Wikipedia vermutlich ebenso wenig anfangen können wie mit der Überschrift meines Beitrages.

Immerhin: Wenn Sie bis hierhin gelesen haben, konnte ich offensichtlich Ihr Interesse wecken. Und tatsächlich habe ich eine für Sie sehr wertvolle Information.

Was bedeutet eigentlich Volatilität?

Doch um zu verstehen, warum das soeben vom VDAX generierte Signal für Ihre Investments von Bedeutung ist, sollten Sie nichtsdestotrotz eine Vorstellung davon haben, was dieser Volatilitätsindex beschreibt.

Am einfachsten ist vielleicht dies: Stellen Sie sich doch einmal die Frage, was Sie tun würden, wenn Sie ganz sicher wären, dass der DAX in den kommenden 12 Monaten kräftig steigen würde?

Nun vermutlich würden Sie heute noch DAX-Aktien kaufen und diese Positionen im vor uns liegenden Jahr nicht mehr anrühren, um sich so den größtmöglichen Profit Ihres Investments zu sichern.

Und wie würden Sie reagieren, wenn Ihr Vertrauen bezüglich der künftigen Aktienmarkt-Entwicklung plötzlich erschüttert würde?

Mit hoher Wahrscheinlichkeit würden Sie Ihre Positionen verkaufen, um Ihren Gewinn abzusichern und / oder das Risiko einer Wertminderung zu vermeiden.

Eine Sache des Vertrauens

Nun sind Sie natürlich nicht der einzige Investor. Mit Ihnen durchleben die meisten Anleger ähnliche Emotionen und Änderungen ihres Vertrauens oder ihrer Unsicherheit bezüglich der Aktienmarkt-Entwicklung.

Die hier beschriebenen beiden Szenarien stellen die Extreme dar. Dazwischen existieren selbstverständlich zahlreiche Facetten.

Und die Übergänge von einem Extrem zum anderen sind selten abrupt, sondern zumeist fließend.

Je mehr Investoren zu Verkäufen neigen, umso höher fallen die Kursschwankungen an den Aktienmärkten aus und umgekehrt.

Diese Schwankungs-Breite bezeichnen wir als Volatilität. Und die wird – anhand der eingangs genannten Formeln – im Volatilitäts-Index VDAX gemessen.

Sehr vereinfachend können wir also sagen: Der VDAX misst den Grad der Verunsicherung der Marktteilnehmer:

Je höher der Wert dieses Indikators, desto größer der Grad der Verunsicherung. Ein niedriger Wert hingegen dokumentiert großes Vertrauen der Marktteilnehmer.

Folglich signalisiert beispielsweise ein fallender VDAX eine abnehmende Volatilität und mithin wachsendes Vertrauen der Investoren in die Entwicklung der Aktienmärkte.

Und exakt das sehen wir seit wenigen Tagen im VDAX:

Volatilitätsindex VDAX-22-03-2016

Volatilitätsindex VDAX beendet 21-monatigen Aufwärtstrend.

VDAX beendet 21-monatigen Aufwärtstrend

Präziser formuliert beobachten wir, dass der VDAX in der vergangenen Handelswoche seinen seit Juli 2014 andauernden Aufwärtstrend nach unten durchbrochen hat (blauer Kreis).

Es handelt sich also nicht allein um eine signifikante Verringerung des seit Jahresbeginn sehr hohen Verunsicherungs-Grades unter den Anlegern.

Vielmehr wurde soeben ein 21 Monate andauernder Trend beendet.

Wenn das mal nicht vertrauenerweckend ist!

22. März 2016

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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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