Invest Messe Stuttgart, von 05. bis 06. April 2019

VDAX: Jetzt wird es noch einmal richtig spannend

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Der VDAX hat sich überraschend schnell in eine viel versprechende Ausgangslage manöv-riert. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Als ich in Chartanalyse-Trends am 27. Juni für Sie den Volatilitätsindex VDAX analysierte, beschrieb ich Ihnen, warum mir dieser etwas Magengrummeln bereitete.

Mit Volatilität bezeichnen wir bekanntlich die Schwankungsbreite eines Marktes. Ich nenne es auch gern den „Grad der Verunsicherung der Marktteilnehmer“.

Falls für Sie der Begriff Volatilität noch Neuland ist, dann sollten Sie meinen nun folgenden kleinen Exkurs lesen. Als Profi springen Sie lesetechnisch einfach zur nächsten Überschrift.

Exkurs Volatilität

Wenn Sie als Anleger vom Anstieg des Aktienmarktes überzeugt sind, dann investieren Sie in Dividendentitel. Und Sie bleiben auch solange investiert, bis Ihre Überzeugungen schwinden.

Erst wenn Zweifel aufkommen, beginnen Sie damit, hier und da Gewinne mitzunehmen. Wird Ihre Unsicherheit größer, betätigen Sie auch den Verkaufsknopf aktiver.

Erhöhte Verkaufsaktivität führt indes zwangsläufig zu hektischerem Handel und damit zu größeren Kursschwankungen. Die Volatilität misst diese Kursschwankungen. Und der VDAX tut dies für die 30 im DAX geführten Aktien.

Halten wir also fest:

Geringe oder abnehmende Unsicherheit spiegelt sich in einer niedrigen bzw. fallenden Volatilität wider.

Große oder zunehmende Unsicherheit schlägt sich in einem hohen bzw. steigenden Volatilitätswert nieder.

Diese beiden Zustandsarten habe ich in dem weiter unten folgenden Chart für die letzten Monate einmal farblich hervorgehoben. So können Sie die VDAX-Bewegungen mit der DAX-Entwicklung besser abgleichen.

VDAX: Die Ausgangslage Ende Juni

Hier noch einmal die Gründe, die mir bei meiner VDAX-Analyse Ende Juni Sorgenfalten ins Gesicht zeichneten:

„Interessant ist, dass wir auch auf den VDAX Prinzipien der Charttechnik, wie Trend-Linien oder Widerstand und Unterstützung anwenden können.

So weckt das Andocken an die obere Begrenzung des Aufwärtstrend-Kanals (grüne Linien) die Erwartung, dass wir die laufende Korrektur weitgehend ausgestanden haben.

Andererseits gefällt mir die Überwindung des Widerstandes um 18,9 herum (pinkfarbene Linie) gar nicht.

Sie könnte eine Trend-Wende im DAX andeuten. Eine Einschätzung, die von dem inzwischen klar vollzogenen Bruch des seit Oktober 2011 bestehenden Abwärtstrends (violette Linie) bereits dokumentiert wird.

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Aus Sicht der Charttechnik wird der Trend-Bruch erst wieder dadurch „geheilt“, dass der VDAX ein neues Tief markiert. Das bisherige Tief liegt bei 12,29.“

Schauen wir nun auf die Entwicklung des VDAX in den letzten 4 Wochen:

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Volatilitätsindex VDAX: Spannende Ausgangslage

Die beschriebene „Heilung“ ist zwar noch nicht eingetreten, dafür hat sich das Bild aber überraschend schnell zum Positiven verändert.

Bei meiner letzten Analyse war der VDAX gerade vom oberen Rand des Aufwärtstrend-Kanals (grüne Linien) abgeprallt und lief auf die Unterstützung zu, die aus dem ehemaligen Widerstand um 18,9 entstanden war.

Wie Sie sehen, hat der VDAX danach zunächst 2 weitere Male auf dieser Unterstützung aufgesetzt, brach dann jedoch nach unten durch.

Tatsächlich wurde Ende vergangener Woche sogar die untere Begrenzung des Aufwärtstrend-Kanals erreicht.

Jetzt wird es noch einmal richtig spannend

Damit wird es nun noch einmal „richtig“ spannend:

Prallt der VDAX diesmal an der unteren Begrenzung des Aufwärtstrend-Kanals nach oben ab, wird der DAX wohl in seine Juni-Lethargie zurückfallen.

Gelingt ihm hingegen der Bruch des Aufwärtstrends, nimmt der deutsche Leitindex mindestens noch einmal Kurs auf das bisherige Jahreshoch bei 8.557 Punkten.

Schafft der VDAX sogar, das Tief bei 12,29 zu unterbieten, dann wird zunächst rein formal der seit Oktober 2011 bestehende Abwärtstrend wieder aufgenommen. Die Trend-Linie muss neu justiert werden und verläuft danach etwas flacher als zurzeit.

Für den DAX dürfte ein neues Mehrjahrestief im VDAX frische Allzeithochs zur Folge haben.

Insofern kann ich heute meine Schlussworte vom 27. Juni im Wortlaut wiederholen:

„Deshalb sollten Sie die Entwicklung des VDAX nicht außer Acht lassen. Ich habe stets ein Auge darauf, um zu sehen, wie hoch der Angstpegel der Investoren gerade ist und um meine charttechnischen Schlüsse für die Beurteilung des DAX daraus zu ziehen.“


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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.