Invest Messe Stuttgart, von 05. bis 06. April 2019

VDAX: Keine Entwarnung

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Von der Volatilitäts-Seite kommt noch keine Entwarnung: Vielmehr wurde gestern der laufende Aufwärtstrend bestätigt. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Betrachten wir den DAX auf Schlusskursbasis (es werden nur die Tages-Endstände berücksichtigt), dann ist er seit dem 18. Mai in einer Seitwärts-Bewegung „gefangen“:

Zwischen den Marken 6.271 nach unten und 6.435 nach oben pendelt der deutsche Leitindex hin und her. Das entspricht einer Handelsspanne von 164 Punkten.

Und er pendelt durchaus heftig: Gestern beispielsweise ging es im DAX innerhalb von 15 Minuten um 83 Punkte in die Höhe. Dieser Zuwachs wurde dann in den anschließenden 45 Minuten noch um weitere 12 Zähler ausgebaut.

Das war also schon mehr als die halbe Handelsspanne in nur 1 Stunde. Doch schon in der darauffolgenden Viertelstunde wurden in der Spitze 77 Punkte wieder abgegeben.

Nachrichten-orientierte Aktienmärkte

Ein solches Verhalten ist Beleg für einen stark Nachrichten-orientierten Markt. Die Investoren warten händeringend auf positive Nachrichten und honorieren diese. Und sie verlieren schnell den Mut, wenn negative Meldungen auf sie einstürmen.

Ein solches Verhalten ist daher auch Beleg für die hohe Unsicherheit unter den Marktteilnehmern. Und die messen wir bekanntlich mit der Volatilität, also der Schwankungsbreite eines Marktes. Für die 30 im DAX enthaltenen Aktien tut dies der Volatilitätsindex VDAX für uns.

In meinem Beitrag Dunkle Wolken am Aktienmarkt war ich zuletzt am 9. Mai auf die Thematik VDAX eingegangen. Mein Fazit lautete:

„Und nun noch ein VDAX, der sich innerhalb der Crash-Zone in einem Aufwärtstrend bewegt. Ich denke, das sind genügend Signale, um an den Aktienmärkten in diesen Tagen vorsichtig zu agieren.“

Wie richtig dieser Rat war, zeigt schon ein Vergleich der DAX-Schlussstände vom 8. Mai und gestern: 6.444,74 zu 6.280,80.

VDAX: Aufwärtstrend wurde gestern bestätigt

Schauen wir also einmal, wie sich der Chart des VDAX aktuell präsentiert.

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VDAX: Aufwärtstrend wurde gestern bestätigt

Das wohl beste, was wir zu diesem Chart sagen können, ist, dass die weitere Tendenz im DAX aufgrund der Seitwärts-Bewegung noch offen ist. Sie erkennen das an den beiden letzten blauen Linien, die die Grenzen dieser Seitwärts-Bewegung darstellen.

Die blauen Linien dokumentieren insgesamt eine Serie tieferer Tiefs und tieferer Hochs: Ein eindeutiger Beleg für einen intakten Abwärtstrend.

Der VDAX selbst hat gestern mit 28,35 ein, wenngleich auch nur marginales, neues Hoch im laufenden Aufwärtstrend markiert (Hoch bis dahin: 28,25). Doch neues Hoch ist und bleibt neues Hoch: Entsprechend wurde damit gestern der bestehende Aufwärtstrend bestätigt.

Fazit:

Der DAX selbst hält seit dem 18. Mai eine weitere Tendenz-Entscheidung offen: Erst ein Schlusskurs über 6.435,60 würde die Chance auf einen Trendwechsel nach oben eröffnen. Ein Schlusskurs unter 6.271,22 würde den bestehenden Abwärtstrend bestätigen und seine Fortsetzung ankündigen.

Der VDAX bewegt sich nicht nur weiterhin innerhalb der Crash-Zone, sondern auch in einem bestätigten Aufwärtstrend. Das gestrige neue Verlaufshoch erhöht eher die Wahrscheinlichkeit, dass die Seitwärts-Bewegung im DAX nach unten aufgelöst wird.

Das könnte dann – schon aufgrund der recht langen Phase der Seitwärts-Bewegung – zu einer schnellen Abwärtsbewegung führen, zumal dann erneut wichtige charttechnische Unterstützungs-Marken unter Beschuss geraten.


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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.