Invest Messe Stuttgart, von 05. bis 06. April 2019

VDAX: Neubewertung des DAX-Trends in Sicht

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

Ein kleiner Schritt für den VDAX. Ein großer Schritt für den DAX. (Foto: Deutsche Börse AG)

In den zurückliegenden 4 Wochen habe ich hier in Chartanalyse-Trends aus gutem Grund gleich zweimal für Sie auf die Charttechnik des Volatilitätsindex VDAX geschaut.

Die Kernaussagen meiner Beiträge vom 25. September und 10. Oktober lauteten:

„Es fehlen also nur noch 0,04 Punkte für einen tollen Aktienherbst!“

„Auch beim VDAX fanden wir am Wochenende noch einen Wert von „lediglich“ 15,66 vor. Bis gestern explodierte das deutsche Angstbarometer auf 18,01. Auch hier (Anmerkung: wie beim amerikanischen Volatilitätsindex VIX) wurde ein höheres Hoch (18,04 vom 30. August) um Haaresbreite vermieden.“

Zum Zeitpunkt meiner September-Analyse (basierend auf den Daten vom 24.09.) war der  VDAX mit 14,53 nahe an das Augusttief bei 14,50 heran gerückt. Die Unterschreitung dieser Marke hatte aus Sicht der Charttechnik wichtige Konsequenzen: Der Trend-Bruch von Mitte August würde negiert und sich als Fehlsignal erweisen.

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VDAX: Nur noch 0,42 Punkte bis zu einer Neubewertung

Goldenen Herbst vorbereitet, am Absturz vorbeigeschrammt

Wenn wir auf den Chart schauen, dann sehen wir, dass der VDAX bereits am Abend des 25. September die Marke von 14,50 deutlich unterbot und damit meine Prognose real werden ließ (blauer Kreis). Dies war das Signal für einen freundlichen Börsenherbst.

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Allerdings hatten wir anschließend noch eine nicht ganz einfache Börsenphase zu überstehen. Tatsächlich stand mein positives Szenario kurzzeitig auf der Kippe. Und genauso wie 2 Wochen zuvor fehlten wiederum nur 0,04 Punkte, um diesmal das Kaufsignal vom 25. September zu „überschreiben“ (grüner Kreis).

Wie wir inzwischen wissen, ging dieser Kelch an uns vorüber. Und erneut steht der Volatilitätsindex VDAX jetzt vor einer wichtigen Marke.

Ein kleiner Schritt für den VDAX

Diesmal handelt es sich um das Januartief bei 12,29. Ich habe es Ihnen durch die blaue Linie kenntlich gemacht.

Kann diese Marke unterboten werden, dann würde der seit Anfang Oktober 2011 (!) bestehende Abwärtstrend (durchgezogene violette Linie) wieder „reaktiviert“!

Wie Sie im Chart sehen, wurde dieser Abwärtstrend schon zweimal unterbrochen. Bei einem VDAX unter 12,29 würde dieser Abwärtstrend zum zweiten Mal wieder aufgenommen, da die Trend-Linie in diesem Fall neu justiert werden muss. Der Grund:

Eine Abwärtstrend-Linie wird konstruiert, indem der höchste Punkt mit dem Hochpunkt verbunden wird, der dem tiefsten Tief vorausgeht. Das Ergebnis habe ich mit der eingezeichneten roten Linie einmal vorweg genommen.

Neubewertung des DAX-Trends in Sicht

Ein VDAX unter 12,29 würde mithin zu einer Neubewertung des DAX-Trends aus Sicht der Charttechnik führen. Da der seit 2011 bestehende Abwärtstrend wieder aufgenommen würde, wäre der Weg des deutschen Leitindex in neue Dimensionen geebnet.


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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.