VDAX: Warum der DAX 30 jetzt neu bewertet werden muss

Was tun Anleger, wenn Sie unsicher bezüglich der Zukunft des Aktienmarktes sind?

Nun, sie neigen dazu, eher mal ihre Positionen zu verkaufen, um kleinere, schnelle Gewinne mitzunehmen oder Verluste zu begrenzen. Das führt in der Masse dann zu deutlichen Marktschwankungen und tendenziell schwächeren Aktienkursen. Der Fachjargon bezeichnet das als Volatilität.

Wenn Investoren hingegen Vertrauen hinsichtlich der künftigen Marktentwicklung haben, dann gibt es für sie auch keinen Grund, ihre Positionen zu veräußern – es würden ihnen ja sonst erwartete Gewinne entgehen. Eher sind sie bereit, noch zuzukaufen. Entsprechend schwanken die Kurse weit weniger und tendieren zumeist aufwärts.

Der Grad der Verunsicherung der Marktteilnehmer ist also ein Indiz für die Tendenz am Aktienmarkt. Und diese Verunsicherung ist messbar: In den USA wird sie börsentäglich durch den Volatilitätsindex VIX und für den DAX 30 durch dem VDAX festgestellt.

Hier in Chartanalyse-Trends schaue ich regelmäßig für Sie auf die Entwicklung des VDAX. Zuletzt am 23. Oktober. Damals stellte ich Ihnen eine Neubewertung des DAX 30 in Aussicht, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt. Genau das ist nun geschehen!

VDAX auf tiefstem Stand seit 2005!

Im Januar markierte der VDAX bei 12,29 Punkten ein Mehr-Jahrestief. Das war für sich schon sehr positiv, wie wir inzwischen wissen. Der DAX 30 hat seither gut +17% zugelegt!

Für den Fall, dass die genannte VDAX-Marke unterboten wird, resultierten daraus Konsequenzen, die ich Ihnen im genannten Oktober-Beitrag vorab beschrieben hatte. Genau das ist nun geschehen:

Am Freitag notierte der VDAX bei 11,86. Damit wurden der seit Anfang Oktober 2011 (!) bestehende Abwärtstrend (durchgezogene violette Linie) wieder „reaktiviert“ und die Trend-Linie neu justiert!

Der Grund: Eine Abwärtstrend-Linie wird konstruiert, indem der höchste Punkt mit dem Hochpunkt verbunden wird, der dem tiefsten Tief vorausgeht. Das Ergebnis für den VDAX sehen Sie in Gestalt der eingezeichneten violetten Linien (gestrichelte und durchgezogene Linie).

Neubewertung des DAX-Trends

Am 23. Oktober lautete mein Fazit: „Ein VDAX unter 12,29 würde mithin zu einer Neubewertung des DAX 30-Trends aus Sicht der Charttechnik führen. Da der seit 2011 bestehende Abwärtstrend wieder aufgenommen würde, wäre der Weg des deutschen Leitindex in neue Dimensionen geebnet.“

Schauen Sie einmal in der nachfolgenden Grafik, welche DAX 30-Entwicklung dem erstmaligen Unterbieten der Marke von 12 Punkten Anfang des Jahres 2005 vorausging und diesem folgte.

vdax-dax 30-18-11-2013

Volatilitätsindex VDAX und DAX 30: Neues VDAX-Tief ist langfristiges Kaufsignal für den DAX 30

Bis zu diesem Zeitpunkt war der DAX schon 2 Jahre lang von 2.300 auf 4.300 gestiegen (violetter Pfeil). In den darauf folgenden 2 ½ Jahren kletterte der Leitindex noch bis auf 8.100 Punkte (grüne Pfeile).

Allerdings gab es stets kleinere Rücksetzer, wenn der VDAX die Marke 12 anvisierte. Das sehen Sie anhand der senkrechten blauen Balken.

Auch wenn Sie kurzfristig mit einer Korrektur rechnen müssen: Die Zeichen für eine Fortsetzung der DAX-Hausse auch im kommenden Jahr stehen seit dem vergangenen Freitag ausgezeichnet!

18. November 2013

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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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