Vectron mit neuem strategischen Investor

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Der deutsche Kassenspezialist Vectron arbeitet weiter an neuen digitalen Geschäftsmodellen und hat nun auch einen neuen strategischen Investor. (Foto: fotogestoeber)

Heute berichte ich hier im Schlussgong über ein Unternehmen aus meiner alten Heimat Münster. Der mittelständische deutsche Kassenspezialist Vectron hat einen neuen strategischen Investor. Das teilte das Unternehmen am Montagabend mit.

Das in Münster ansässige Unternehmen Vectron ist nach eigenen Angaben ein führender Anbieter intelligenter, digitalisierter Kassensysteme bestehend aus Hardware, Software und Cloud-Services, mit Schwerpunkt in den Branchen Gastronomie und Bäckerei.

Der neue strategische Investor ist die Primepulse SE. Dabei handelt es sich um eine Münchner Beteiligungsgesellschaft, die auch Ankeraktionär der beiden börsennotierten Unternehmen Cancom und Stemmer Imaging ist.

Primepulse hat sich dazu entschieden, eine erste Position bei Vectron aufzubauen. Der Kaufpreis, zu dem Primepulse die Vectron-Anteile erworben hat, orientiert sich an dem Durchschnittskurs der vergangenen Monate.

Neuer Investor soll auch strategischer Partner sein

Primepulse wird Vectron laut Unternehmensmitteilung strategisch und mit seinem Netzwerk bei dem flächendeckenden Roll-Out der neuen digitalen Dienstleistungen unterstützen.

Es ist wichtig, dass wir nun einen Mitgesellschafter an unserer Seite haben, der neben dem klassischen Beteiligungsansatz auch über relevantes Know-how verfügt, so Vectron-Chef und -Großaktionär Thomas Stümmler.

Primepuls-Chef Klaus Weinmann äußert sich wie folgt: Wir beschäftigen uns mit Vectron tatsächlich schon länger. Aktuell ist die Gesellschaft ein Paradebeispiel, wie sich vorhandene Strukturen innerhalb einer Branche durch die Digitalisierung schnell ändern können.

Um Primepulse den Einstieg bei Vectron zu ermöglichen, haben sich die beiden Vectron-Gründer und -Großaktionäre Thomas Stümmler und Jens Reckendorf dazu entschlossen, Aktien aus ihrem eigenen Besitz zu veräußern. Primepuls hat insgesamt rund 10% der Vectron-Anteile erworben. Stümmler und Reckendorf bleiben nach der Transaktion mit insgesamt 46% der Anteile die größten Vectron-Aktionäre.

Ein Blick auf die jüngsten Zahlen von Vectron

Schauen wir uns nun noch die jüngsten Zahlen von Vetron an: Das Unternehmen verzeichnete in den ersten 6 Monaten des laufenden Jahres einen Umsatzrückgang von 13,9 auf 12 Mio. Euro. Wie erwartet hat die Kaufzurückhaltung im Hinblick auf die endgültige Einführung der neuen gesetzlichen Vorgaben zur Datensicherheit in Kassen zum 01.01.2020 weiterhin zu einer gedämpften Nachfrage nach Kassensystemen geführt, teilt das Unternehmen mit.

Die unbefriedigende Umsatzentwicklung spiegelt sich auch im Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wider, welches mit rund -1,0 Mio. Euro ebenfalls schlechter ausgefallen ist als der Vorjahreswert von -0,9 Mio. Euro.

Auch im 1. Halbjahr 2019 wurde das Vectron-Ergebnis erheblich durch die laufenden Aufwendungen, die für den Aufbau des neuen digitalen Geschäftsmodells notwendig sind, belastet. So arbeiten derzeit viele Mitarbeiter an Neuentwicklungen, wodurch in den ersten 6 Monaten des laufenden Geschäftsjahres Kosten in Höhe von rund 1,9 Mio. Euro für die neuen Geschäftsfelder angefallen sind.

Wenn Vectron mit seinen neuen digitalen Geschäftsmodellen zukünftig Erfolg hat, steht das Unternehmen vor einer positiven Neubewertung. Sie als Anleger sollten jedoch zunächst abwarten, bis erste Erfolge in den Zahlen deutlich werden, bevor Sie einsteigen. So minimieren Sie die Risiken.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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