Veolia: Feindliche Suez-Übernahme mit Stolpersteinen

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Veolia macht bei Suez-Übernahme weitere Fortschritte: Verkauf des Engie-Anteils bringt weiteren Schwung in feindliche Übernahme des französischen Umweltdienstleisters (Foto: Sundry Photography / shutterstock.com)

Die Nachricht Anfang September kam wie ein Paukenschlag. Jahre nach der gescheiterten Fusion mit dem Rivalen Suez startete der französische Wasser- und Abfallkonzern Veolia einen feindlichen Übernahmeversuch. Die Tragweite des Zusammenschlusses ist imposant: Immerhin würde der Deal einen schlagkräftigen globalen Marktführer im Geschäft mit Müllent- und Wasserversorgung schaffen. Doch der französische Umweltdienstleister Suez wehrt sich gegen das Angebot des Rivalen. Fest steht, ganz so einfach dürfte die Übernahme nicht über die Bühne gehen.

Deal in mehreren Schritten

Die Transaktion soll in mehreren Schritten ablaufen. Zunächst will Veolia dem Versorger Engie seine 29,9%-ige Suez-Beteiligung für 2,9 Milliarden Euro abkaufen. Sollte die Offerte erfolgreich sein, will Veolia in einem zweiten Schritt ein öffentliches Übernahmeangebot für die restlichen Anteile von Suez machen. Der Preis dafür soll das nun für die Engie-Beteiligung gemachte Angebot berücksichtigen.

Suez wehrt sich – Fronten sind verhärtet

​Doch der Umweltdienstleister wehrt sich weiterhin vehement gegen die Offerte des Rivalen, doch jetzt wird es spannend. Engie hat dem Verkauf ihrer Suez-Beteiligung von 29,9 % an Veolia bereits zugestimmt, obwohl die Regierung wollte, dass sich die beiden Umweltdienstleister zuvor friedlich einigen.

Regierung drängt zu Gesprächen

​Nach der Entscheidung von Engie steht Suez unter Druck. Sie müssen wissen: Der französische Staat hält selbst 23,6% der Engie-Anteile. Das Finanzministerium erklärte, man habe im Engie-Verwaltungsrat gegen den Verkauf des Suez-Pakets gestimmt – wurde aber überstimmt.

Während sich der Umweltdienstleister weiterhin mit aller Kraft gegen einen Deal stemmen will, drängt die französische Regierung auf Gespräche mit dem Interessenten Veolia. Die Fronten könnten kaum verhärteter sein. Wochenlang hat sich das Suez-Management nämlich gegen die Annäherung des potenziellen Käufers zur Wehr gesetzt. Eine schleichende Übernahme will die Konzernführung mit allen Mitteln verhindern.

Angebot wurde bereits erhöht

Dabei wurde der Übernahmepreis kürzlich sogar nach oben geschraubt. Statt wie zuvor 15 Euro je Anteilsschein, zahlt Veolia für die Engie-Beteiligung nun 18 Euro und damit 20% mehr als ursprünglich geplant. Insgesamt hat die Engie-Beteiligung damit einen Wert von 3,4 Milliarden Euro, was Engie beim Verkauf einen satten Buchgewinn bescheren dürfte.

Für die restlichen Anteile will Veolia den gleichen Preis bieten, sofern der erste Verkaufsschritt erfolgreich absolviert wurde. Das gesamte Unternehmen würde im Rahmen der Transaktion mit 11,2 Milliarden Euro bewertet. Allerdings könnte der Preis auch variieren, wenn Suez noch Unternehmensbereiche verkauft.

Zusammenschluss schafft weltweiten Marktführer

Sollte die Übernahme durchgehen, würde ein neuer weltweiter Marktführer für Umweltdienstleistungen entstehen. Veolia kam im zurückliegenden Geschäftsjahr auf einen Umsatz von 27,18 Milliarden Euro – der Gewinn lag bei 625 Millionen Euro. Zusammen kämen beide Firmen also auf einen beachtlichen Jahresumsatz von über 45 Milliarden Euro. Zudem sollen bereits ab dem ersten Jahr operative Synergien von etwa 500 Millionen Euro realisiert werden.

Damit könnte ein langes Kapitel zum positiven Abschluss kommen. Sie müssen wissen: Bereits vor gut 8 Jahren hatten beide Konzerne bereits über einen Zusammenschluss gesprochen. Der Deal war allerdings auf Grund wettbewerbsrechtlicher Bedenken damals fallen gelassen worden. Ob der Zusammenschluss dieses Mal durchgeht, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

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Veolia nimmt feindliche Übernahme des Rivalen Suez ins VisierVeolia will Rivalen Suez schlucken: Deal würde weltweiten Marktführer für Umweltdienstleistungen schaffen. Ob die Übernahme durchgeht, hängt nicht zuletzt vom französischen Staat ab › mehr lesen


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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