Veränderungen in TecDax, MDax und SDax

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Die deutsche Index-Landschaft wird sich kurz vor Weihnachten verändern. Hier die Neuerungen auf einen Blick. (Foto: Best Backgrounds / shutterstock.com)

Sie müssen sich an neue Index-Mitglieder gewöhnen. Denn: In der deutschen Index-Landschaft wird es mal wieder einige Veränderungen geben. Wie gestern Abend bekannt wurde, steigt der Börsenneuling Teamviewer ebenso in den MDax auf wie der Batteriehersteller Varta.

Den MDax verlassen müssen dafür das Telekom-Unternehmen 1+1 Drillisch sowie die Optikerkette Fielmann. Beide wechseln dafür in den SDax. Zudem wird die Commerzbank-Tochter Comdirect in den SDax aufgenommen.

Den SDax verlassen müssen dafür der stark kriselnde Möbel-Spezialist Steinhoff (bis vor wenigen Jahren sogar noch DAX-Kandidat) und der Agrarkonzern BayWa. Neu im TecDax vertreten sind demnächst auch die beiden MDax-Aufsteiger Teamviewer und Varta. Sie ersetzen dort Drägerwerk und Isra Vision.

Im deutschen Leidindex DAX wird es keine Veränderungen geben. Alle Veränderungen im TecDax, MDax und SDax werden am 23. Dezember wirksam. Die nächste planmäßige Überprüfung der DAX-Indexfamilie findet am 4. März 2020 statt.

Mögliche Auswirkungen der Index-Anpassungen

Kommen wir abschließend noch zu den Auswirkungen der Index-Anpassungen: Sie sorgen u. a. dafür, dass zuletzt erfolglose Unternehmen die großen Indizes verlassen müssen und aufstrebende Unternehmen nachrücken.

Das ist einer der Gründe dafür, warum die Indizes trotz vorübergehender Turbulenzen langfristig immer steigen. Die Bremsen werden entfernt. Soweit die allgemeinen Auswirkungen. Doch was passiert mit den Aktienkursen der einzelnen Unternehmen, die auf- oder abgestiegen sind?

Früher galt: Häufig wirkt sich ein Aufstieg positiv auf den Aktienkurs des Aufsteigers aus, ein Abstieg dagegen wirkt sich oftmals negativ auf die kurzfristige Wertentwicklung der Aktien der Absteiger aus.

Der Hauptgrund: Sogenannte Indexfonds (Fonds, die komplette Indizes abdecken) müssen sich mit den Aktien der Aufsteiger eindecken und die Aktien der Absteiger verkaufen.

Dadurch geraten die Aktien der Absteiger unter Druck und die Aktien der Aufsteiger entwickeln sich im Normalfall positiv.

Diese alte Beobachtung gilt heute oft nicht mehr, da moderne Computerhandelssysteme schon frühzeitig Aufsteiger und Absteiger erkennen und daher früher reagieren. Nach Bekanntgabe passiert dann nicht mehr so viel.

Da es weder pauschal so ist, dass die Aufsteiger sich in der Folge positiv entwickeln, noch so, dass die Absteiger sich in der Folge negativ entwickeln, sollten Sie auch nicht pauschal die Aufsteiger kaufen und die Absteiger verkaufen. Prüfen Sie vor dem Kauf oder Verkauf stets die fundamentalen Daten!

Weiterer Einflussfaktor: Das Window Dressing

Ein weiterer Effekt, der in den kommenden Tagen die Aktienmärkte beeinflussen könnte, ist das sogenannte Window Dressing. Gemeint ist damit nichts anderes als dass viele Investmentprofis (vor allem Fondsmanager) zum Jahresende die Verlierer des Jahres verkaufen und die Gewinner kaufen.

Es soll in den Jahresberichten der Eindruck vermittelt werden, dass die Fondsmanager ein gutes Näschen gehabt haben. Dieser Effekt ist zwar nicht empirisch belegbar, dennoch folgen viele Investoren der Theorie des Window-Dressing-Effekts.

Auch hier gilt: Folgen Sie nicht blind dieser Theorie, sondern prüfen Sie vor dem Kauf oder Verkauf stets auch die fundamentalen Daten!

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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