Verdeckte Gebühren und Kosten für Bankkunden

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Die Abschaffung der Gebührenfreiheit bei Banken ist beschlossene Sache. Wir verraten Ihnen, was Sie dabei zu erwarten haben. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Das Bankensterben hört nicht auf. Ganz im Gegenteil werden weitere Geldinstitute und vor allem ihre Filialen verschwinden.

Ein Preis für die desaströse Zinspolitik der EZB. Zu Lasten der Bankmitarbeiter. Und zu Lasten der Kunden. An diese werden nämlich die Kosten dafür weitergegeben.

Kohle fürs Geldabheben

Sie werden zukünftig nicht darum herumkommen, dass Sie als die erste von den Banken verordnete Maßnahme schon bald für die Automatennutzung zahlen müssen.

Momentan sind die Gebühren fürs Geldabheben (etwa bei den Sparkassen) noch unterschiedlich.

Als Beispiel kann man die Sparkasse Erding-Dorfen (bei München) nennen.

Wer sich dort für das günstigste Kontomodell entscheidet, darf zwar zweimal am Schalter und viermal im Monat kostenlos am Automaten Geld mit der Sparkassen-Card abheben. Danach sind jedoch jedes Mal 29 Cent fällig.

Bei anderen Sparkassen (z.B. in Hanau, Höxter, Bayreuth, Bad Honnef, Heidelberg, Rothenburg, Niederbayern Mitte, Passau, Westholstein, die Kreissparkasse Kelheim, Wittgenstein, Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld etc.) können Kunden zwei bis fünf Mal Geld abheben.

Erst danach werden Gebühren fällig. Jedoch: Bis zu ein Euro pro Vorgang.

Die Abschaffung der Gebührenfreiheit

Klar ist: Bereits Dutzende Sparkassen haben die Gebührenfreiheit beim Abheben an eigenen Automaten und im deutschen Sparkassen-Verbund abgeschafft.

Sofern sich der Kunde für das günstigste Kontomodell entschieden hat, stellen sie ihren Kunden dafür 0,50 Euro in Rechnung.

Auch viele Volks- und Raiffeisenbanken verlangen von ihren eigenen Kunden jetzt Gebühren fürs Geldabheben. 150 der insgesamt 1000 Bankhäuser tun dies bereits.

Noch mehr verdeckte Gebühren und Kosten für Bankkunden

Sie sehen: Die Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken sind die ersten, die verdeckt und zusätzlich Geld an ihren Kunden verdienen wollen. 25 bis 50 Cent pro Abhebung ist wahrlich kein Pappenstiel und trifft vor allem die Einkommensschwachen.

Doch das ist noch nicht alles, denn zum Drehen an der Gebührenschraube kommt noch etwas anderes. Längst sind sogar Strafzinsen auf Ihr Erspartes geplant. Sie glauben es nicht?

Angefangen wird wieder bei den Reichen. Als Testballon sozusagen. So erheben die ersten Sparkassen bereits Minus- oder Strafzinsen für das Guthaben von Privatkunden mit einem noch ungenannten Millionenbetrag.

Der flächendeckende Negativzins wird kommen

Einen Grund fürs gemütliche Zurücklehnen für Sie gibt es allerdings nicht. Selbst wenn Sie das momentan aufgrund der Höhe der Geldeinlagen nicht betreffen sollte.

Wie gesagt: Das ist lediglich ein Testballon, um den Banken (für das Geldparken) von der EZB auferlegten Strafzinsen zu kompensieren.

Die Negativzinsen auf breiter Front werden kommen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Vergessen Sie nicht: Bereits seit 2016 zahlen Geschäftskunden bei diversen Banken Minuszinsen für als zu hoch empfundene Geldeinlagen. Damals wurde kategorisch ausgeschlossen, dass dies auch für Privatkunden gelten könnte. Doch dies gehört der Vergangenheit an.

Deshalb können Sie sicher sein, dass Sie in Zukunft für jegliche Serviceleistung Ihrer Bank in die Tasche greifen müssen.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.