Verdienen Sie einfach an den Steuern der anderen

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Intuit bietet verschiedene Arten von Finanzsoftware an und seine wichtigsten Produktlinien sind QuickBooks, TurboTax und Quicken, die sowohl von Privatpersonen, aber vor allem von Kleinunternehmen, Buchhaltungs- und Prüfungsexperten sowie Finanzdienstleistern genutzt werden. (Foto: katjen / Shutterstock.com)

Ist es nicht der Traum jedes redlichen Steuerzahlers, endlich an Steuern kräftig mitverdienen? Mir geht das jedenfalls so. In den vergangenen Tagen habe ich deshalb Intuit genauer unter die Lupe genommen und mich zunehmend für deren Geschäftsmodell erwärmt.

Das Geschäftsmodell

Intuit bietet verschiedene Arten von Finanzsoftware an und seine wichtigsten Produktlinien sind QuickBooks, TurboTax und Quicken, die sowohl von Privatpersonen, aber vor allem von Kleinunternehmen, Buchhaltungs- und Prüfungsexperten sowie Finanzdienstleistern genutzt werden. Für Buchhalter werden zusätzlich die Steuerprogramme ProSeries und Lacerte angeboten und allen Produkten ist gemein, dass sie ihre Anwender bei den alltäglichen Anforderungen wie Rechnungen bezahlen, Guthaben überprüfen, Gehaltslisten erstellen und Steuererklärungen und -prüfungen unterstützen. Klingt nicht gerade spannend, ist aber lukrativ.

SaaS als Wachstumsmotor

Das Geschäft ist zwischen Unternehmensführungs- und Steuersoftware etwa zur Hälfte verteilt, wobei im Bereich der Steuersoftware Intuit allerdings noch einen relativ hohen Anteil an Lizenzverkäufen aufweist. Das ist einerseits eine Schwäche, weil es die Einnahmen stärker schwanken lässt, da der Absatz immer dann hochschnellt, wenn Privatleute ihre Steuererklärungen abgeben müssen, auf der anderer Seite ist es ein zusätzlicher interner Wachstumsmotor, weil hier noch ein zufriedener Kundenstamm auf den Umstieg auf das SaaS-Modell wartet (Software-as-a-Service). Neben dem Zuwachs an Kunden kann auch die Qualität der bisherigen Kunden weiter verbessert werden.

Umsatz und Gewinn steigen kräftig

Im per 31.01.2020 beendeten 2. Quartal des Geschäftsjahres 2020 konnte Inuit gerade vor dem Hintergrund des Wachstums der letzten Quartale erneut sehr gute Zahlen vorlegen. Während die Wachstumsraten im Segment SME’s und Selbständige 17% und bei Konsumenten 8% betrugen, stieg diese im Bereich Strategische Partner auf 7,7%. Der Quartalsumsatz von 1,7 Mrd. $ lag 13% über dem des 2. Quartals 2019, während das operative Ergebnis von 270 Mio. $ um 16% über der Vergleichsperiode lag. Noch stärker stieg der Gewinn je Aktie, der gegenüber dem Vorjahr um 26% auf 0,91 $ zulegte.

Bequemlichkeit ist auch ein Burggraben

Intuit ist ein aussichtsreiches Wachstumsunternehmen mit großem Potenzial, das auch vor Übernahmen nicht zurückschreckt, um sich zu verstärken. Je größer der Anteil der SaaS-Umsätze wird, desto stärker steigen die Margen und damit die Skalierbarkeit der Produkte. Und eines ist sicher: Die Steuergesetze werden immer wieder Änderungen unterliegen und erfordern daher ständig Anpassungen.

Und da jeder nur einmal im Jahr mit seiner Steuererklärung zu kämpfen hat, stellt sich auch kaum ein Gewöhnungsfaktor ein. Daher wird man seine Steuersoftware nicht unnötig wechseln, wenn man einmal alle Daten erfasst hat und in etwas weiß, wo welche Beträge einzutragen sind und welche Teile der Steuererklärung man weglassen kann. Die Bequemlichkeit des Anwenders ist auch eine Art von Burggraben für Intuit.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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