Vergessen Sie Experten-Prognosen!

Statt auf sinnfreie Experten-Prognosen zu setzen, empfiehlt Ihnen unser Börsen-Experte Andreas Sommer an dieser Stelle sein Frühwarnsystem: (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Vielleicht erinnern Sie sich noch: In den vergangenen Jahren habe ich für Sie zu diesem Zeitpunkt, also kurz vor Jahresende, stets die ZEW-Prognosen analysiert.

Ich werde Ihnen gleich zeigen, warum diese Prognosen (meiner Ansicht nach zu Recht) zu Beginn dieses Jahres eingestellt wurden.

Und Sie werden eine bessere Möglichkeit kennenlernen, auf das zu reagieren, was das Börsenjahr 2018 für Sie möglicherweise bereithält.

Was ist der ZEW-Prognosetest?

Zur Auffrischung:

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist ein gemeinnütziges wirtschaftswissenschaftliches Forschungs-Institut.

Seit Anfang 2001 veröffentlichte das Institut vierteljährlich den ZEW-Prognosetest.

Dazu wurden quartalsweise 21 Banken nach ihren Prognosen befragt zu

  • den kurz- und langfristigen Zinsen im Euro-Raum,
  • zum Dow Jones Stoxx 50-Index,
  • DAX,
  • Euro / US-Dollar
  • und dem Ölpreis für den kommenden 3- und 6-Monats-Zeitraum.

Mit dem im Januar dieses Jahres veröffentlichten ZEW-Prognosetest wurde die Publikation – ohne Angabe von Gründen – eingestellt.

Nun: Mir fällt es nicht schwer die Beweggründe zu vermuten:

21 Banken lagen regelmäßig daneben

Die Banken lagen mit ihren Vorhersagen ziemlich häufig falsch. Zu ihrer Verteidigung muss ich anführen, dass dies auch nicht wirklich schwierig war:

Die Banken mussten nämlich prognostizieren, wo die o. g. Finanzmarkt-Instrumente zum jeweiligen Quartals-Ende notieren würden – so etwas ist natürlich völlig sinnfrei!

Um das zu belegen, reicht ein Blick in den letzten veröffentlichten Prognosetest vom Januar dieses Jahres:

Auf Basis der bis zum 22. Dezember 2016 vorliegenden Finanzdaten sagten die befragten Bankexperten zum 30. Juni 2017 für den DAX einen Stand von durchschnittlich 11.500 Punkten und für den Euro / USD von 1,05 vorher.

Schauen wir auf die Charts:

dax und euro-usd_21-12-2017

DAX und Euro / USD 2017: Die Banken lagen mit ihren Prognosen völlig falsch.

Wie Sie sehen, notierte der DAX zum Zeitpunkt der Prognose-Erhebung bei 11.456 und der Euro / USD bei 1,0435.

Die Banken gingen also mehrheitlich davon aus, dass sich beide Instrumente in den ersten 6 Monaten des Jahres 2017 nicht wirklich verändern würden (gestrichelte violette Horizontalen).

Die gestrichelten grünen Horizontalen zeigen Ihnen, wie sich die Realität entwickelte:

Nur eine Bank kam dem wirklichen DAX-Resultat mit ihrer Vorhersage von 12.600 nahe. Dieselbe Bank lag indes beim Euro / USD mit 1,02 völlig falsch.

Umgedreht gilt das Gleiche für eine andere Bank: nah dran beim Euro, völlig falsch beim DAX.

Prognosen nützen Ihnen herzlich wenig, wenn sie sich als falsch erweisen

Wenn Sie meine Beiträge schon länger lesen, erinnern Sie sich gewiss daran, dass alle früheren von mir analysierten ZEW-Prognosetests zu ähnlichen Ergebnissen gelangten.

Also: Was nützen Ihnen Prognosen für das Börsenjahr 2018, wenn nicht einmal die vermeintlichen Finanzmarkt-Experten in der Lage sind, für die kommenden 6 Monate auch nur annähernd richtig zu liegen?!

Ich habe eine bessere Lösung für Sie

Statt darauf zu setzen (oder zu hoffen), dass sich irgendwelche Vorhersagen irgendwelcher Börsen-Experten irgendwann in der Zukunft als zutreffend erweisen, sollten Sie einen anderen Weg beschreiten:

  • Prüfen Sie kontinuierlich die charttechnische Entwicklung der Finanzmärkte und schließen Sie daraus auf Wahrscheinlichkeiten für den kurz- und mittelfristigen Verlauf!
  • Oder Sie lassen sich von einem Frühwarnsystem leiten, das sich genau an dieser charttechnischen Entwicklung orientiert.
  • Oder Sie tun beides.

Was macht das Markt-Barometer?

Bei dem Frühwarnsystem handelt es sich um das Markt-Barometer, das ich im Herbst 2007 selbst entwickelt habe.

Seither hat dieser Börsenklima-Indikator jede größere Auf- und Abwärts-Bewegung vorher und rechtzeitig angekündigt.

Ganz kurz zum Markt-Barometer:

Jeweils nach Ablauf einer Börsenwoche analysiere ich die charttechnischen Trends von insgesamt 6 Einflussfaktoren auf die Finanzmärkte:

die kurzfristigen Trends von Zinsen, Euro / USD, Ölpreis und Sentiment (anhand des VDAX) sowie die kurz-, mittel- und langfristigen Trends von DAX und Dow Jones.

Die aus meiner Bewertung resultierenden Punkte können Barometer-Werte zwischen 0% und 100% annehmen. Dazu habe ich eine Art Ampelfunktion eingebaut:

  • Grün bei Werten von 50% bis 100% = Aufwärtstrend
  • Gelb bei Werten von 20% bis 50% = möglicher Trend-Wechsel
  • Orange bei Werten von 0% bis 20% = Abwärtstrend
  • Rot bei 0% = Crash

So schützte und half das Markt-Barometer im letzten Jahrzehnt

Schauen wir nun einmal, wie das Markt-Barometer die Entwicklung von DAX und Dow Jones in der letzten Dekade begleitet hat:

markt-barometer_21-12-2017

Markt-Barometer: Jede Markt-Phase richtig angekündigt und begleitet

Die wesentlichen Auf- und Abwärtstrend-Phasen habe ich mit roten Boxen grob für Sie kenntlich gemacht.

Ich denke, es ist für Sie schnell nachzuvollziehen, wie exzellent das Markt-Barometer die jeweiligen Trend-Phasen angezeigt hat.

Dazu 3 Beispiele:

Während der Finanzkrise von 2007 – Mitte 2009 (Phase 1) bewegte sich mein Börsenklima-Indikator mit einer kurzzeitigen Ausnahme (April / Mai 2008) ausschließlich im Bereich von 5% – 50%.

In der Wachstumsaktien-Strategie haben wir in der gesamten Abwärts-Phase einen maximalen Investitionsgrad von 50% im Aktien-Depot gehalten.

Die anderen 50% des zur Verfügung stehenden Kapitals lag mithin als risikofreie Bar-Liquidität geschützt auf den Konten meiner Leser.

In der Phase 8 setzte ich in der Wachstumsaktien-Strategie konsequent auf Aktien – und das sowohl nach dem überraschenden BrExit-Votum Großbritanniens Ende Juni 2016 als auch nach der Wahl Trumps zum neuen US-Präsidenten Anfang November 2016.

Warum? – Weil das Markt-Barometer im Juni 2016 komplett oberhalb von 50% blieb und im November / Dezember jeweils nur 1x darunter ausrutschte.

Ebenso sind wir am 2. August 2011 konsequent aus Aktien ausgestiegen, weil das Markt-Barometer bereits 2 Wochen vorher ein 1. Warnsignal aussandte.

Meine Leser vermieden so Kursverluste von mehr als -30%.

Fazit

Überhaupt konnte ich in der Wachstumsaktien-Strategie jeder größeren Abwärts-Bewegung rechtzeitig aus dem Wege gehen und meine Leser so vor größerem Unheil bewahren.

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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.