Vergnügungspark-Betreiber: Cedar Fair weist 4-Milliarden-Offerte von Six Flags zurück

Übernahme Symbolbild Puzzlestücke_shutterstock_701748778_NicoEINino

Im Freizeit- und Unterhaltungssektor der USA häufen sich die Übernahmen. So hat der führende Betreiber regionaler Freizeitparks Six Flags dem Mitbewerber Cedar Fair 4 Mrd. US-Dollar für eine Übernahme angeboten und holte sich dabei allerdings zunächst nur eine eiskalte Abfuhr. (Foto: NicoEINino / shutterstock.com)

Ein möglicher Mega-Deal unter den größten US-Vergnügungspark-Betreibern ist geplatzt: Am Freitag wurde bekannt, dass Cedar Fair LP ein 4 Mrd. USD schweres Angebot vom größeren Mitbewerber Six Flags Entertainment Corp. als unzureichend abgelehnt hat. Durch die Übernahme von Cedar Fair wollte Six Flags seine Marktführerschaft unter den Betreibern regionaler Vergnügungsparks weiter ausbauen.

Kombiniertes Bar- und Aktienangebot mit solider Prämie

Bereits am Mittwoch war aus gut informierten Kreisen bekannt geworden, dass Six Flags den kleineren Mitbewerber Cedar Fair in einem kombinierten Bar- und Aktienangebot übernehmen wollte. Konkret bot Six Flags den Cedar-Fair-Aktionären etwa 70 USD für jede Aktie. Diese Summe sollte zu einem großen Teil mit Six-Flags-Aktien und zu einem kleineren Teil in bar ausgezahlt werden.

Als das Übernahmeangebot durch Reuters am vergangenen Mittwoch bekanntgemacht wurde, lag der Kurs der Cedar-Fair-Papiere bei etwa 58 USD. Die Six-Flags-Offerte beinhaltete folglich einen soliden Übernahmeaufschlag von gut 20%. Parallel dazu wurde dem leitenden Management von Cedar Fair Führungspositionen im Fusionsunternehmen zugesagt.

Börse reagiert nur kurz

Die Aktienmärkte reagierten zunächst deutlich auf die Übernahmeofferte: Der Kurs der Cedar-Fair-Papiere sprang am Mittwoch um gut +11% auf 64,05 USD, fiel aber noch am selben Tag wieder auf 59,72 USD. Aktuell liegt der Kurs wieder bei 58,69 USD, also etwas über dem Niveau, das die Papiere vor Bekanntwerden des Übernahmeangebotes hatten.

Auch der Kurs der Six-Flags-Aktie reagierte nach Bekanntwerden der Offerte nur kurz und stieg am Mittwoch um +3,3% auf 51,80 USD. Bei Börsenschluss lagen die Papiere wieder bei 50,35 USD und damit nur leicht unterhalb des Eröffnungskurses. Aktuell liegt der Six-Flags-Kurs bei 49,35 USD.

Übernahme Symbolbild Puzzlestücke_shutterstock_701748778_NicoEINino

Diese Trends bestimmen die Pharmabranche in 2015Pharma-Aktien gehörten zu den großen Gewinnern des Jahres 2014. Auch das Jahr 2015 verspricht ein spannendes für die Branche zu werden. Einerseits werden in 2015 viele Unternehmen mit auslaufenden Patenten… › mehr lesen

Bereits zum Zeitpunkt des Bekanntwerdens des Angebots am vergangenen Mittwoch reagierten die Börsen nur kurzzeitig auf die mögliche Übernahme. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die Investoren schon vor der Absage am Freitag nicht vom Zustandekommen des Deals überzeugt waren.

Gründe für die Ablehnung des Angebots

Cedar Fair hat Six Flags vor allem wegen des niedrigen Angebotspreises die kalte Schulter gezeigt. Für die Abfuhr sprechen laut Insidern aber auch steuerliche Gründe: Die Rechtsform der Limited Partnership (LP) ermöglicht es Cedar Fair, den größten Teil seines Gewinns an die Aktionäre auszuschütten, ohne zuvor Einkommenssteuer auf Bundes- oder Landesebene zu zahlen. Da dieser steuerliche Vorteil nach einer Fusion mit Six Flags verloren geht, müsste das Angebot an die Aktionäre aus Sicht von Cedar Fair wesentlich höher ausfallen, als die bisher gebotenen 70 USD.

Übernahmen im Freizeit-Sektor nehmen zu

Im Freizeit- und Unterhaltungssektor ist es in letzter Zeit häufiger zu Übernahmen gekommen. So hat der Ski-Resortbetreiber Vail Resorts mit dem kleineren Mitbewerber Peak Resorts Inc. bereits im Juli eine Übernahmevereinbarung abgeschlossen. Anfang dieser Woche hat die Blackstone Group mitgeteilt, dass sie eine 65%ige Beteiligung am US-Resortbetreiber Great Wolf Resorts Inc. erwerben wird.

Wie es weiter gehen kann

War das Übernahmeangebot für Cedar Fair also nur ein Strohfeuer oder wird Six Flags noch eine Schüppe drauflegen? Insidern zu Folge gibt es keine Anzeichen dafür, dass Six Flags sein Angebot erhöhen wird. Aber im Bereich Mergers & Acquisition (M&A – deutsch: Fusionen & Übernahmen) werden Angebote im Falle der Ablehnung häufig noch einmal nachgebessert. Es bleibt also abzuwarten, wie Six Flags auf die Absage reagiert.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.