Verizon kauft Videokonferenzanbieter BlueJeans

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Der US-Netzbetreiber Verizon übernimmt den Videokonferenz-Anbieter BlueJeans. Das Unternehmen steigt damit in einen Zukunftsmarkt ein. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Der US-Telekommunikationskonzern Verizon Communications Inc. hat am vergangenen Donnerstag bekannt gegeben, dass er eine Übernahmevereinbarung mit dem im Privatbesitz befindlichen kalifornischen Videokonferenz-Anbieter BlueJeans Network Inc. unterschrieben hat. Der Deal wurde aufgrund der Corona-Pandemie unter Nutzung von Videokonferenz-Technologie ausgehandelt und per E-Signature unterzeichnet.

Über den Kaufpreis äußerten sich beide Firmen nicht, aber laut Wall Street Journal soll Verizon für den Kauf von BlueJeans weniger als 500 Mio. US-Dollar (USD) gezahlt haben. Ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass Videokonferenz-Apps gerade jetzt, wo aufgrund der Corona-Pandemie zwischenmenschliche Kontakte tunlichst gemieden werden sollten, sehr stark nachgefragt werden.

Boom bei Videokonferenzen in Corona-Zeiten

Auch Tami Erwin, CEO von Verizon Business, begründet die Übernahme von BlueJeans mit der aktuellen Nachfragesteigerung im Bereich der Videokommunikation: “Zusammenarbeit und Kommunikation sind in den letzten Monaten für Unternehmen jeder Größe und in allen Sektoren zu einem der wichtigsten Themen geworden.“

„Wir freuen uns darauf, die Leistungsfähigkeit der Videoplattform von BlueJeans mit den Konnektivitätsnetzwerken, Plattformen und Lösungen von Verizon Business zu kombinieren, um den Anforderungen unserer Kunden gerecht zu werden”, so Erwin weiter.

BlueJeans etabliert im Businessbereich

BlueJeans zählt mit seinen Angeboten in den Bereichen Videokonferenzen und cloudbasierten, interaktiven Veranstaltungen zu den Marktführern. Das BlueJeans-Angebot richtete sich bisher insbesondere an Unternehmen. Aktuell hat BlueJeans etwa 15.000 gewerbliche Kunden, darunter sind namhafte Firmen wie z.B. Facebook, Verizon sowie die Großbank Standard Chartered.

Hoher Standard beim Datenschutz

Eine kostenlose Version ihrer Videokonferenzsoftware bietet BlueJeans, im Gegensatz zu anderen Anbietern wie Zoom oder Microsoft (Skype, Teams), derzeit nicht an. Die von BlueJeans vertriebene Videokonferenz-Technologie gilt als sehr sicher.

Datenschutz ist ein wichtiger Faktor bei der Nutzung von Videokonferenztechnologie. Der Mitbewerber Zoom steht aktuell aufgrund von massiven Mängeln in der Datensicherheit stark in der Kritik.

BlueJeans mangelte es an Wachstumskapital

Laut Reuters war BlueJeans bereits seit einigen Monaten auf der Suche nach einem finanzkräftigen Partner, um das enorme Wachstum des Unternehmens finanzieren zu können. Der Mitbegründer und Vorstandsvorsitzende von BlueJeans, Krish Ramakrishnan, begrüßte daher die Fusion mit Verizon:

“Im letzten Monat sind wir gewachsen, aber wir brauchten mehr Kapital, um zu wachsen, und es war besser für unsere Kunden und unsere Mitarbeiter, dass wir uns mit Verizon zusammengetan haben”, so Ramakrishnan.

Verizon erweitert sein Portfolio

Durch die Übernahme von BlueJeans erweitert der Netzwerk-Riese Verizon sein Portfolio um diverse Online-Kommunikationsplattformen. Neben der Videokonferenztechnologie kann das Unternehmen seinen Telekommunikations-Kunden jetzt auch die einfache, intelligente und vertrauenswürdige Meeting-Plattform von BlueJeans anbieten.

Darüber hinaus plant Verizon die BlueJeans-Plattformen in seine 5G-Produkt-Entwicklung zu integrieren. So kann Verizon zukünftig sichere Echtzeit-Lösungen für wachstumsstarke Bereiche wie die Telemedizin, den Fernunterricht und die Außendienstarbeit anbieten.

Wie es weitergeht

Die BlueJeans-Gründer und das Managementteam werden sich Verizon anschließen, um das weitere Wachstum und die Innovation des Unternehmens zu leiten. BlueJeans-Mitarbeiter werden unmittelbar nach Abschluss des Geschäfts von Verizon übernommen. Die Transaktion unterliegt den üblichen Abschlussbedingungen und wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 abgeschlossen werden.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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