Verizon und Qualcomm: Von Krise keine Spur

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An den Übertragungsdiensten von Verizon und den Chips von Qualcomm führt auch in der Krise kein Weg vorbei. (Foto: spainter_vfx/Shutterstock)

Verizon hat das Corona-Jahr mit soliden Ergebnissen überstanden. Der Umsatz sank nur um 2,7% auf 128,3 Mrd. $. Unterm Strich ging der Gewinn um 7,6% auf 17,8 Mrd $ zurück. Die schwächeren Zahlen sind vor allem auf das Wireless-Geschäft zurückzuführen. Beim Service lief es unverändert gut.

Trotz der schwierigen Marktbedingungen hält Verizon an seiner langfristigen Strategie fest

Der Konzern möchte seine Marktstellung als Technologieführer verteidigen und das neue 5G-Netz mit weiteren Service-Leistungen verbinden. Zudem soll das Geschäft mit Geschäftskunden weiter ausgebaut werden. Dazu ist Verizon eine Partnerschaft mit IBM eingegangen, um gemeinsam 5G-Lösungen und Anwendungen für die künstliche Intelligenz umzusetzen. Gemeinsam soll 5G flächendeckend verfügbar gemacht werden. Zudem sollen die hybride Multi-Cloud und das Edge-Computing von IBM mit den MEC-Sensoren und IoT-Geräten von Verizon verbunden werden. So können Betriebsabläufe in Echtzeit aufeinander abgestimmt werden. Durch diese künstliche Intelligenz und Echtzeitvernetzung können in der Industrie wichtige Produktivitätsgewinne erzielt werden.

Verizon ist ein Unternehmen der Zukunft, denn an Übertragungsdiensten kommt niemand vorbei

Zudem ist der Fokus auf Cloud-Services ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Dass die Strategie funktionieren kann, beweist der Ritterschlag von Starinvestor Warren Buffett, der Positionen in Verizon aufgebaut hat.

Unternehmensporträt

Verizon Communications ist im Jahr 2000 aus der Fusion von Bell Atlantic und GTE entstanden. Das Unternehmen ist einer der weltgrößten Anbieter auf dem Telekommunikationsmarkt und nach der Akquisition von Alltel Corporation im Januar 2009 einer der größten US-Mobilfunkanbieter (über 108 Mio. Mobilfunknutzer). Die Mobilfunktochter Verizon Wireless wurde 2014 vollständig in den Mutterkonzern integriert.

Qualcomm hat 2020 weniger umgesetzt, aber mehr verdient

Der Umsatz sank um 3,1% auf rund 23,5 Mrd. $. Unterm Strich verbesserte sich der Gewinn um 18,5% auf 5,2 Mrd. $. Der Gewinnsprung ist ausschließlich auf das starke Schlussquartal zurückzuführen. Hier konnte Qualcomm die Auswirkungen der Corona-Krise und die hohen Investitionen in 5G-Technologien überkompensieren.

Der Chip-Konzern ist wieder auf Wachstumskurs und konnte letztlich von der Pandemie profitieren

Die Digitalisierung ist auf dem Vormarsch. Schnelles Internet ist gefragter denn je. Bei der notwendigen Hardware zählt Qualcomm zu den Marktführern weltweit. Zudem zehrt der Konzern von langfristigen Verträgen.

Die Zahlen für das 1. Quartal waren bereits herausragend. So stieg der Umsatz um 62,2% auf 8,2 Mrd. $. Unterm Strich ist ein Gewinnsprung von 165% auf 2,12 $ je Aktie gelungen. Für weiteres Wachstum setzt Qualcomm auf Akquisitionen. So wurde bereits bekannt, dass der CPU-Designer Nuvia für 1,4 Mrd. $ übernommen werden soll.

Nuvia ist Spezialist für System-on-a-Chip-Designs (SoC) und verfügt über breites Know-how bei der Entwicklung von Hochleistungsprozessoren und deren Energiemanagement. Einsatzfelder sind neben dem autonomen Fahren auch Smartphones oder Extended-Reality-Umgebungen. Qualcomm hat wieder auf den Erfolgskurs zurückgefunden und mich gleich zu Beginn des Jahres mit seinem Zahlenfeuerwerk überzeugt.

Unternehmensporträt

Qualcomm wurde 1985 von Irwin Jacobs gegründet und gilt als Pionier des Mobilfunkstandards CDMA. Dabei handelt es sich um eine digitale Übertragungstechnik, mit der mehrere Nachrichten gleichzeitig übertragen werden können. Daneben bietet das Unternehmen innovative Chipsätze und andere Komponenten für Handys an. Die CDMA-Technologie wurde bereits an weltweit über 165 Telekom-Systemhersteller lizenziert.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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