Verlagshaus mit Internet-Fantasie

Dass Axel Springer noch immer einer der wichtigsten deutschen Verlage ist, zeigt die aktuelle Griechenland-Debatte. Inzwischen wird den Titelseiten der Bild-Zeitung ein ähnliches außenpolitisches Gewicht zugerechnet, wie dem Außenminister.

Doch egal, ob wir die markigen Worte aus Berlin treffend oder polemisch finden – die Bild schafft es noch immer, viele Menschen anzusprechen. Ähnlich gelingt das auch dem zugehörigen Verlag, der Axel Springer AG, die zusätzlich zum Print-Geschäft immer stärker auch online Marktanteile erobert.

Der Axel Springer Verlag (AS) wurde 1946 gegründet und ist mit der „Bild“ Europas größtes Zeitungshaus. Das Kerngeschäft liegt auf dem Printsektor mit Zeitungen wie Bild, Die Welt und Berliner Morgenpost sowie Zeitschriften, Druckereien und Vertriebsorganisationen.

Schwerpunkte der Auslandsaktivitäten im Zeitungs- und Zeitschriftengeschäft sind Frankreich, Spanien und die Schweiz sowie in Osteuropa Polen, Ungarn und die Tschechei.

Springer sendet auf allen Kanälen

AS hat seinen Wandel zum Internetkonzern 2014 massiv vorangetrieben. Das Online-Geschäft ist aus der operativen Geschäftsentwicklung nicht mehr wegzudenken. Über 53% der Umsätze stammen aus dem digitalen Geschäft. Tendenz weiter steigend. Vor allem die hohe Dynamik im Geschäft mit Immobilien- und Jobportalen hat die Umsatzentwicklung ordentlich gesteigert.

Mit einem Plus von 8,4% stieg der Umsatz auf über 3 Mrd €. Das Portalgeschäft ist hoch profitabel und bescherte Springer einen Gewinnsprung von 271% auf 904 Mio €. Die Milliarden-€-Marke wurde damit fast erreicht. Einzige Enttäuschung: Die Dividende wurde nicht angehoben.

Allerdings könnten sich die Aktionäre über eine langfristige Kurssteigerung freuen, denn Springer investiert kräftig in den Ausbau seiner Wachstumsbereiche. Die Digitalisierungsstrategie bietet genügend Möglichkeiten, das Wachstum voranzutreiben. Mit der Übernahme des Nachrichtensenders N24 ist Springer mittlerweile auf allen digitalen Kanälen vertreten.

Springer ist ein interessanter Wert

Die Verknüpfung von Print,- TV- und Online- Angeboten liefert die entscheidenden Wettbewerbsvorteile. Im Kern steht aber immer der Qualitätsjournalismus. Neben den redaktionellen Einnahmen sollen künftig die Bezahlangebote noch weiter ausgebaut werden.

Dazu sind einige Akquisitionen geplant. Im Fokus stehen dabei junge und wachstumsstarke Unternehmen mit digitalen Geschäftsmodellen. Diese Ausrichtung macht Hoffnung, dass Springer noch mehr Online-Fantasie versprüht als ohnehin schon.

Der Gewinnsprung zeigt bereits, wohin die Reise geht. Kauft Springer neuerlich Wachstum dazu, steigt das Potenzial. Da trübt auch die konstante Dividende nicht die Stimmung.

Erstens sind 3,3 Prozent Rendite ausreichend und zweitens gehen Investitionen vor. Auf Sicht von 6 bis 12 Monaten erwarten wir eine überdurchschnittliche Kursentwicklung. Springer ist eine interessante Aktie.

1. April 2015

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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