Vermögensgefahr: EU erwägt Rückgabeverbot für Fondsanteile im Crash-Fall

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Schon beim nächsten Crash könnte es zum Rückgabeverbot von Fondsanteilen kommen. Lesen Sie hier die Details dazu. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Wenn die Stimmung dreht an der Börse kann es sehr schnell gehen. Im Grunde ist es ganz einfach: Gerade dann, wenn viele Investoren verkaufen wollen, kann sich der Abwärtsdruck sehr schnell verstärken. Und damit es in solchen Phasen nicht zu massiven Verwerfungen kommt, sind jetzt offizielle Pläne für den Notfall aufgetaucht.

Der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (ESRB), eine seit 2010 bestehende Kommission, um das Finanzsystem der EU zu überwachen und Systemrisiken vorzubeugen bzw. zu begrenzen, hat jetzt der EU-Kommission vorgeschlagen, beim nächsten Finanzcrash ein Rückgabeverbot von Fondsanteilen einzuführen.

Damit soll verhindert werden, dass bei einem Börsencrash Aktienfonds den Crash dadurch verstärken, dass sie weiter Aktien verkaufen und die Kurse damit noch mehr nach unten drücken. Man will also verhindern, dass Fondskunden ihre Anteile zurückgeben und die Fonds dann dazu gezwungen sind, Aktien zu verkaufen, um ihre Liquidität zu sichern.

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Im Crashfall bleiben Sie dann auf Ihren Fondsanteilen sitzen

Das heißt für Sie, dass Sie bei einem erneuten Crash an den Aktienbörsen dann Fondsanteile nicht mehr an die Fondsgesellschaft zurückgeben können. Stattdessen müssen Sie tatenlos zusehen, wie Ihre Anteile immer wertloser werden. Zudem zeigen mir solche Überlegungen in der EU, dass man sich dort schon lange darüber im Klaren ist, dass es eine neue Finanzkrise geben wird und man sich deshalb mit solchen und anderen Maßnahmen darauf vorbereitet. Öffentlich wird zwar der Eindruck erweckt, als würde die derzeitige Hausse auf „ewig“ so weitergehen, doch in Wirklichkeit sind sich die Verantwortlichen schon lange der Misere bewusst, in der wir stecken.

Das bestätigt meine Warnung an Sie, sich nicht nur von Aktien, sondern auch von Aktienfonds grundsätzlich fernzuhalten. Nicht nur dass die Rücknahme Ihrer Fondsanteile gesperrt werden kann, Sie haben bei den Fonds auch keinerlei Einfluss auf die (meist falschen) Entscheidungen der Fondsmanager. Die meisten von ihnen sind an steigende Kurse gewohnt und wissen nicht, wie sie sich im Crash-Fall verhalten müssen.

Zudem ist es in vielen Fällen so, dass die Fondsmanager es in vielen Fällen nicht schaffen besser als der Vergleichsindex abzuscheiden. Wenn es also eine breite Mischung sein soll – dann doch direkt auf den Index setzen. Die deutlich bessere Alternative sind aber ausgesuchte Einzelwerte von genau den Unternehmen, die auch in Krisenzeiten stabil bleiben.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.