Vermögensverwaltung ist ein wachsendes Marktsegment

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Aufgrund steigender Vermögen weltweit wächst der Bedarf an Dienstleistungen in der Vermögensverwaltung kräftig. (Foto: maradon 333 / shutterstock.com)

Weltweit steigt die Nachfrage nach Dienstleistungen in der Vermögensverwaltung und im Anlagemanagement. Davon zeugen die hohen Mittelzuflüsse bei den großen Anbietern. Studien zufolge soll das weltweit verwaltete Vermögen in den kommenden vier Jahren noch einmal um 30 Bio $ auf ein Gesamtvolumen von dann 125 Bio $ anwachsen. Alle Weltregionen haben das Potenzial, zu diesem Wachstum beizutragen.

So gehen in den USA demnächst jährlich 3,6 Mio. Menschen der Baby-Boomer-Generation in den Ruhestand und müssen dann mangels eines gut ausgebauten Rentensystems von den Erträgen ihrer Ersparnisse leben. In Europa liegt großes Wachstumspotenzial in einer risikoaffineren Anlagepolitik. Von den 26 Bio $, die Europäer gespart haben, werden fast 50% auf unverzinsten Konten und als Bargeld gehortet. Angesichts drohender Strafzinsen müssen für dieses Geld Anlagealternativen gefunden werden.

In Asien wächst die Mittelschicht bis 2030 auf 3 Mrd. Menschen an. Diese Menschen wollen sparen und investieren. Unterstützend kommt hinzu, dass die Sparrate in Asien besonders hoch ist. Auch Lateinamerika trägt zum Wachstum bei. Voraussichtlich 81 Mio. Menschen werden bis 2030 erstmals Zugang zu Finanzdienstleistungen bekommen. Für Unternehmen, die sich jetzt gut am Markt positionieren, brechen goldene Zeiten an.

Vertrauen ist das wichtigste Gut

Etablierte Vermögensverwalter wie BlackRock verzeichnen Mittelzuflüsse in Rekordhöhe. Allerdings konnte BlackRock dieses Vertrauen noch nicht in höhere Gewinne umsetzen. Besser hat es Morgan Stanley gemacht, die in der Vermögensverwaltung und im Anlagemanagement deutliche Ertragszuwächse verzeichnen konnten. Damit konnte Morgan Stanley die schwachen Ergebnisse im Eigenhandel und Investmentbanking abfedern, die Konkurrent Goldman Sachs voll erwischt haben.

Wohin mangelndes Vertrauen führen kann, zeigt hingegen das Beispiel von GAM. Nach einem Betrugsskandal ziehen Anleger in Scharen ihre Gelder aus den Fonds des Schweizer Vermögensverwalters ab. Das Unternehmen reagiert mit einem Wechsel des Führungsteams und voller Transparenz und versucht so zu retten, was noch zu retten ist. Allerdings wartet hier noch sehr viel Arbeit auf das Management. Eine Rückkehr in die Gewinnzone liegt noch in weiter Ferne.

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Der Langsamste gewinnt – Neue Börse sagt Hochfrequenzhandel den Kampf an„Hochfrequenzhandel: Dieses gefährliche Gezocke muss weg!“ So und ähnlich habe ich zum unsäglichen High Frequency Trading (HFT), deutsch: Hochfrequenzhandel, mehrfach an dieser Stelle geschrieben. Und eines gleich vorweg: Es sieht… › mehr lesen

Blockchain wird massentauglich

Während Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum den Atem der Spekulation atmen, ist die dahintersteckende Technologie revolutionär. Die Blockchain hat das Potenzial, unser gesamtes Zahlungswesen zu verändern. Deshalb experimentieren auch etablierte Konzerne mit der Technologie.

Ein Vorreiter ist MasterCard. Das Unternehmen bietet für Geschäftskunden bereits seit Oktober 2017 eine auf der Blockchain basierende Zahlungsoption an und gehört damit zu den Vorreitern auf diesem Gebiet. Das Unternehmen hält mittlerweile mehr als 100 Patente in Zusammenhang mit der Technologie.

VISA zieht jetzt nach und bietet seit Juni mit B2B Connect eine eigene Lösung für seine Kunden an. Beide Unternehmen sind neben weiteren Kooperationspartnern wie PayPal zudem an der Entwicklung der Kryptowährung Libra beteiligt, die von Facebook ins Leben gerufen wurde. Noch liegt der Zusammenarbeit lediglich eine Absichtserklärung der beteiligten Unternehmen zugrunde.

Wenn die regulatorischen Hürden übersprungen werden, ist jedoch durchaus die Entwicklung einer von den Nationalstaaten unabhängigen Währung auf Basis der Blockchain denkbar.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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